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Comic-Besprechung - Sarvan Gesamtausgabe

Geschichten:

Sarvan Gesamtausgabe

Autor: Antonio Segura

Zeichner: Jordi Bernet

Übersetzer: Joaquim Balada Hartmann



Story:

Auf dem Planeten Wolds stürzt ein Raumschiff ab, dem der blonde Hühne und Übermensch Heloin entsteigt. Sofort erkennt die Titelheldin Sarvan, dass dies der Mann ist, für den sie sich aufgehoben hat, und zieht mit ihm auf eine Odyssee quer über den Planeten, um einen Weg für seine Rückkehr nach Hause zu finden. Leicht beschürzt im knappen Bikini und im Kampf gerne noch weiter entkleidet, trotzen sie gemeinsam den wilden Klans auf Wolds auf ihrem Weg zurück ins All.



Meinung:

Sarvan erschien ursprünglich ab 1981 auf Spanisch bei Norma Editorial in der Zeitschrift Cimoc, die sich, ähnlich wie die zeitgleich in Deutschland erschienene Schwermetall an ein älteres Publikum richtete. In Cimoc wurden parallel zu Sarvan z.B. Serien von Druillet (Delirius), Segrelles (El Mercenario), Ortiz & Segura (Hombre), Manfred Sommer (Frank Cappa) oder Cuvelier & van Hamme (Epoxy) veröffentlicht, die ebenfalls ein gehöriges Maß an Freizügigkeit und Erotik (und Gewalt) enthielten, die oftmals auf dem „normalen” Comicmarkt so nicht veröffentlicht wurden. In diesem Zusammenhang ist auch der Beitrag im Vorwort zu diesem Sammelband zu sehen, wo der Szenarist Antonio Segura sagt, er habe Sarvan auf Wunsch des Verlegers nach einer neuen Serie mit einer weiblichen Heldin bewußt stark provokant konzipiert, da zur damaligen Zeit die Entwicklung weiblicher Comicfiguren bereits weit gekommen war, und es schon starke Heldinnen und Nebenfiguren gab. So wollte er eine noch exotischere Variante der erotischen Heldin schaffen, indem er eine kosmische Jungfrau erfand, die nach ihrem ersten Begatter lechzt — der jedoch leider erstmal unfähig ist, dies auch zu leisten. Wie man dieses extrem sexistische Frauenbild, das ganz eindeutig einer Männerfantasie entspringt, wie Segura als nicht frauenfeindlich oder chauvinistisch ansehen kann, erschließt sich mir weder im schwurbeligen Vorwort von Antonio Segura (der seine Verwirrung aber selber zugibt, was es nicht besser macht), und erst recht nicht bei der Lektüre von Sarvan selbst. Man muss sich schon in den Geist der 80er zurückversetzen (sofern man das aufgrund seines Alters bereits kann), um die Gefühle der „Befreiung” beim Leser nachzuvollziehen, als erstmals Comics dieser Art und Couleur veröffentlicht wurden. Das „Erfrischende” ist erst dann richtig spürbar, denn die Geschichte um Sarvan selbst verbleibt sonst eher im Bereich des seichten Softpornos à la Manara trifft Conan. Oder Andrax mit Erotik. Vielleicht ist dies tatsächlich eher ein Band für „alte weiße Männer”, wie sie mal Jemand im Comicforum benannt hat. In einem Extrateil am Ende des Buches werden übrigens manche der Zusammenhänge und Hintergründe zu den in 14 Kapiteln erzählten Handlung noch einmal aus Sicht einer bisher eher als Nebencharakter aufgetretenen Figur erläutert, was im Nachhinein die teilweise aufgetretenen Sprünge im Erzählrhythmus sowie die Motivation der Figuren etwas mehr erhellt.

Während die Serie in Frankreich in zwei Alben erschienen ist, von denen nur der erste als Doppelband in schwarz-weiß gehalten war, hat der All Verlag sich bei dieser Gesamtausgabe entschieden, die Kolorierung auch im letzten Drittel des Materials wegzulassen, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu präsentieren. Der Feest Verlag hatte sich in den 80er Jahren bei der erstmaligen Veröffentlichung auf Deutsch (in drei gleichlangen Bänden) noch dazu entschieden, dem dritten Band seine Kolorierung zu belassen, was auch der Magazin-Veröffentlichung in Spanien entspricht. Doch auch in diesem dritten Teil der Geschichte kann man sich bei All ausgezeichnet an den sehr gekonnten Zeichnungen von Jordi Bernet erfreuen, der einfach ein hervorragender Zeichner ist. Seine Perspektiven und Proportionen stimmen, er weiß mit Licht und Schatten zu spielen und zeichnet oft sehr detailreich — auch wenn er es versteht, in den Hintergründen manchmal doch ökonomisch zu arbeiten und sie eher grob darzustellen. Die Zeichnungen gleichen denen der zuvor erschienenen „Torpedo” oder „Andrax”, seinen anderen in Deutschland sehr bekannten Werken. Übrigens könnte Heloin durchaus ein Bruder von Andrax sein, so ähnlich sieht er ihm.

Sarvan erscheint bei All als Hardcover und komplett in schwarz-weiß, in einem großen Format. 



Fazit:

Die Gesamtausgabe von Sarvan mit ihrer softerotischen Handlung überzeugt vor allem durch die gekonnten Zeichnungen von Jordi Bernet — auch und gerade abseits der Darstellung der Heldin. Für Liebhaber der 80er-Jahre-Comics sicherlich ein Fest, doch inhaltlich nicht wirklich tiefgehend.



Sarvan Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sarvan Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
All Verlag

Preis:
€ 29,80

ISBN 10:
3968041569

ISBN 13:
978-3968041568

148 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Tolle schwarz-weiß Zeichnungen.
  • Für Fans der 80er-Comics wie Schwermetall.
Negativ aufgefallen
  • Entgegen der Autorenaussage doch sehr sexistisch.
  • Inhaltlich keine tiefgehende Science-Fiction.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 20.02.2023
Kategorie: Alben
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