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Comic-Besprechung - Sechzigmal Frühling im Winter

Geschichten:

Sechzigmal Frühling im Winter

Autorin: Ingrid Chabbert

Zeichnerin: Aimée De Jongh

Übersetzerin: Hanna Reininger



Story:

Die sechzigjährige Josy beschließt ausgerechnet an ihrem Geburtstag, den Ehemann und die Familie zu verlassen, um einmal frei atmen zu können, und vielleicht etwas nachzuholen, was sie verpasst haben könnte. Mit dem alten VW-Bus der Familie flieht sie geradezu aus der Umklammerung der Familie, um ein bisschen das Alleinsein zu genießen. Doch alsbald trifft sie erneut auf Menschen, denen sie helfen möchte, aber auch auf neue Freunde, die sie unterstützen. Ein Road-Movie der besonderen Art.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Es kommt leider im Franko-Belgischen Raum immer noch eher selten vor, dass ein Buch von zwei Frauen allein gestaltet wird. Umso erfrischender ist diese Geschichte, die uns von Ingrid Chabbert erzählt wird, und die Aimée de Jongh kongenial in sehr stimmungsvolle Bilder umzusetzen weiß.

Die Jugendbuchautorin und Comicszenaristin Chabbert aus Carcasson hat in ihrer Karriere seit 2010 bereits rund fünfzig Bücher veröffentlicht, und diese Routine merkt man dem vorliegenden Buch durchaus an. Die Figuren sind stimmig, das Setting passt perfekt, und jeder hat vermutlich ähnliche Situationen bereits einmal erlebt oder kann sie sich gut vorstellen. Auch die Charaktere wirken sofort vertraut, die übergriffigen Kinder, der Egoismus der Mitmenschen, der gut als Fürsorge und Mitgefühl getarnt wird, das ist uns sicher allen bekannt, und wird hier gnadenlos blossgestellt. Doch dies ist keineswegs ein kaltherziges Buch — im Gegenteil. Die Geschichte wird mit sehr viel (echtem) Mitgefühl und Wärme erzählt, manchmal mit etwas zu viel Drama (aber das bleibt Geschmacksache), und auch das gelegentliche Scheitern eines Versuchs und kleine oder große Niederlagen werden nicht ausgespart — sodass die Story um so glaubhafter und echter herüberkommt. Josy erlebt innerhalb weniger Wochen eine Reihe von Höhen und Tiefen, wie seit Jahrzehnten ihrer Ehe nicht mehr, und holt sicherlich eine Menge nach — wenn auch nicht immer in der Form, die sie sich vorher ausgemalt hatte.

Aimée de Jongh setzt die Geschichte in ihrem gewohnten, realistischen Zeichenstil um, mit feinen Strichen, die von einer Kolorierung in Pastelltönen unterstützt werden. Dies gibt der Geschichte eine zusätzliche weiche Note, die sehr gut zur Erzählung passt. Die Niederländerin Aimée de Jongh ist bei uns 2018 bekannt geworden mit ihrem Buch „Das unabwendbare Altern der Gefühle” über eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen in Josys Alter. Demnächst erscheint ihr Buch „Tage des Sandes” über die Wirtschaftskrise der 30er Jahre in den USA (beides bei Splitter). Sie hat bisher überwiegend allein gearbeitet, dies ist ihre erste Zusammenarbeit mit Ingrid Chabbert.



Fazit:

Eine hinreissende Geschichte über eine Frau in der „Midlife-Krise”, die versucht, dem Alltagstrott zu entfliehen sich ein neues Leben aufzubauen. Zeichnerisch sehr einfühlsam umgesetzt, und sehr zu empfehlen!



Sechzigmal Frühling im Winter - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sechzigmal Frühling im Winter

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 25,00

ISBN 10:
3987210435

ISBN 13:
978-3987210433

120 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Hinreissende Geschichte, mit viel Gefühl erzählt.
  • Zeichnerisch sehr einfühlsam und gekonnt umgesetzt.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 25.03.2023
Kategorie: Alben
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