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Comic-Besprechung - Plastok — Band 1: Die Vergiftung

Geschichten:

Plastok — Band 1: Die Vergiftung

Autor: Maud Michel und Nicolas Signarbieux

Zeichner: Nicolas Signarbieux

Übersetzer: Tanja Krämling



Story:

Nach einer weltweiten Klimakatastrophe ist der Mensch ausgestorben, und einige Insektenarten haben sich auf die Insel Hexapoda gerettet, wo sie in benachbarten Reichen mehr oder minder friedvoll nebeneinander leben — oder auch nicht. Eines Tage gerät die Blattlaus Bug in ein Komplott, als seine Herrin, die Marienkäfern und Hohepriesterin Anasta CXV. ermordet wird. Man gibt schnell ihm die Schuld, wirft ihn in den Kerker, und die Geschichte nimmt ihren Lauf…



Meinung:

Mein erster Gedanke war: dies ist wieder ein Comic in der langen Reihe mit Büchern, in denen Tierfiguren die Hauptdarsteller sind. So wie aktuell in „Blacksad” oder in „Die Fünf Reiche”, oder wie früher schon in „Inspektor Canardo” oder gar in „Micky Maus”. Doch hier ist es ein bisschen anders, mindestens in zwei Punkten unterscheidet sich dieser Comic von den erstgenannten: zum einen sind die Protagonisten hier Insekten, das ist schon mal ungewöhnlich und dadurch durchaus originell; zum anderen sind diese Insekten als das dargestellt was sie sind, und nicht als Menschen mit Tierköpfen. Die Insekten sind zwar auch in gewissem Maße anthropomorph, will sagen, sie gehen aufrecht wie Menschen, doch oftmals schwenken sie in ihrem Verhalten und ihren Bewegungen wieder auf ihre ursprüngliche Form zurück. Das ist anders als bei „Blacksad” und Co.

Die Story ist eine typische Actiongeschichte: ein Unschuldiger landet hinter Gittern, kommt frei, trifft ungewöhnliche andere Figuren und erlebt aufregende Abenteuer, die sich folgerichtig und beinahe zwangsläufig so abspulen, wie sie eben sind. Das ist nicht neu, aber die Perspektive ist hierbei durchaus originell und der Leser wird immer wieder durch witzige Einfälle und kuriose Details bei Laune gehalten: Die Insekten verehren nicht nur den (ausgestorbenen) Menschen als „Riesengötter”, sondern auch das Plastik, das sie „Plastok” nennen, die letzten Überreste der einstmals großen Zivilisation. Und ihre Statuen sind dann auch logischerweise Playmobilfiguren oder Barbies, während alles mögliche andere inzwischen von ihnen selbst aus Plastik hergestellt wird — denn inzwischen sind die Insekten (zumindest teilweise) industrialisiert. Und große Fans der römischen Geschichte, denn ihre Soldaten sehen aus wie kleine Legionäre. Man kann in fast jedem Panel eine neue Überraschung und Anspielung finden. Das macht Spaß.

Der studierte Künstler Nicolas Signarbieux arbeitete zuerst für den Film und im Theater, hat jedoch für seine Comicveröffentlichungen in diversen Zeitschriften bereits drei Auszeichnungen erhalten. Plastok ist seine erste Albumveröffentlichung, die mich von Zeichnungen und Kolorierung her durchaus an Trickfilme erinnert. Seine Figuren sind hier durchaus nicht völlig „realistisch” dargestellt, sondern ein bisschen puppenhaft, und erinnern damit an die Playmobilfiguren, die immer wieder in den Dekoren vorkommen. Auch die dünnen Insektenbeine sind sehr überspitzt dünn dargestellt, was dem ganzen einen weiteren Funny-Effekt hinzufügt. Insgesamt sind die Zeichnungen sehr gelungen und meist sehr detailreich, auch wenn einzelne Passagen beinahe ganz ohne Hintergründe auskommen, was dann ein bisschen irritieren kann.

Auch für Maud Michel, studierte Ingenieurin, ist dies ihre erste Veröffentlichung eines Comicalbums. Sie hat jedoch bereits seit einigen Jahren eine ganze Reihe von erfolgreichen, illustrierten Kinderbüchern veröffentlicht, was sicher bei der Entwicklung dieses Scripts geholfen haben dürfte. Die Geschichte selbst läuft zwar, wie oben beschrieben, ein wenig standardmäßig ab, doch Michel hat sich richtig weit in die Welt der Insekten hineingedacht, um mit ausreichend vielen passenden und originellen Ideen zu Details und Lebensweisen der Figuren aufzuwarten, sodass man großartig unterhalten wird. 

Mir hat dieser Start des neuen Dreiteilers bei Splitter sehr gut gefallen, ich bin gespannt auf die Fortsetzung, hoffe jedoch, dass auch die Handlung dann vielleicht noch ein bisschen ungewöhnlicher wird und Michel sich aus den gewohnten Bahnen der Abenteuergeschichte lösen kann. Ansonsten sehr zu empfehlen.



Fazit:

Ein guter Start in einen neuen Dreiteiler, in dem intelligente Insekten nach dem „Weltuntergang” auf einer Insel eine neue Zivilisation aufgebaut haben. Eine Abenteuergeschichte um ein Mordkomplott nimmt hier Fahrt auf, und die aus bekannten Versatzstücken zusammengebaute Handlung weiß den Leser mit zahlreichen originellen Ideen und Details zu überraschen. Ist auf jeden Fall eine Lektüre wert — doch es ist noch ein bisschen Luft nach oben offen.



Plastok — Band 1: Die Vergiftung - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Plastok — Band 1: Die Vergiftung

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 18,00

ISBN 10:
3987212721

ISBN 13:
978-3987212727

72 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Gelungene Darstellung der Insekten in einem Funny-Stil.
Negativ aufgefallen
  • Die Handlung ist ein bisschen stereotyp — das ist noch Luft nach oben für die weiteren Teile.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 06.06.2024
Kategorie: Alben
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