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Comic-Besprechung - Cozmic 10
Geschichten:Cozmic 10
1.) Alfhilda — Die Legende von der wilden Hilde
Autor: Falko Kutz
Zeichnung: Frank Cmuchal
2.) Snippets from the past: The Tunguska Expedition
Autor und Zeichnung: Karde Artistry
3.) Die Wale
Autor und Zeichnung: Krištof Ferenc
4.) Das letzte Lachen
Autor: Hannu Kesola
Zeichnung: Steven Bagatsky
Übersetzung: Michael Vogt
5.) Mela: Mela Nova 6 von 6)
Autor und Zeichnung: Ingo „Krimalkin” Lohse
6.) Echo
Autor und Zeichnung: Frauke Berger
7.) Das erste aller Wesen
Autor und Zeichnung: Jan Hoffmann
8.) Mit NAWI bis ans Ende des Universums: Wohin mit dem ganzen Müll?
Autor und Zeichnung: Victor Boden
9.) Ferry Tales
Autor und Zeichnung: Paul Hoppe
10.) Hunt & Collect 2082
Autor und Zeichnung: Andreas Tolxdorf
11.) Die Kinder von Chicxulub
Autor und Zeichnung: Thorsten Wieser
Story:
In der neuesten Ausgabe dieses Magazins im Buchformat für deutschsprachige, junge Comickunst werden wieder ein knappes Dutzend recht unterschiedlicher Werke und Projekte vorgestellt, von kurzen Zweiseitern über Fortsetzungsepisoden bis zu längeren Kurzgeschichten mit bis zu 15 Seiten. Die Themen sind breit gestreut, doch sie haben alle grundsätzlich mit Science Fiction und Fantasy zu tun.
Meinung:
Mit dem vorliegenden zehnten Band hat die Reihe Cozmic den Verleger gewechselt. Vom Atlantis Verlag geht es nun zu Kult Comics, also weg von einem eher auf Belletristik orientierten Herausgeber und hin zu einem reinen Comicverlag. Der Schritt ist nachvollziehbar, zumal sich für die Leser im Prinzip nichts ändert: das Format als Hardcover, der Umfang, der Inhalt und neben eine kleinen Erhöhung auch der Preis bleiben gleich. Ich finde es erfreulich, dass es dieses Projekt also auch weiterhin geben wird, denn es wird dringend gebraucht. Wo sonst könnten Nachwuchstalente (und auch der ein oder andere Veteran der Neunten Kunst) sich präsentieren, ohne gleich einen großen Buchvertrag in der Tasche zu haben, ohne gleich ein Mammutprojekt abliefern zu müssen, sich gleichzeitig aber auch einem großen Publikum zeigen zu können, dass sie mit Fanzines so sicher nicht erreichen könnten. Eben: nirgendwo sonst.
Was bereits in Frankreich zu einer aussterbenden Art gehört — das Comicmagazin — und dort eher durch haufenweise „Fachmagazine” ersetzt wurde, die eher ÜBER Comics sprechen, als sie abzudrucken, erfreut sich der interessierte Leser hierzulande mit Cozmic an einer Art Renaissance. Allerdings ist es nicht wirklich ein Aufwärmen alter Formate, denn außer Fix und Foxi fällt mir so leicht kein „Heftchen” ein, in dem wirklich einheimische Künstler abgedruckt worden sind. Und auch da nicht ausschließlich. Das darf man allerdings auch bei der vorliegenden Ausgabe nicht so eng sehen, es sind diesmal auch hier ein tschechischer und ein in den USA lebender Pole dabei: doch dies erweitert nur die Vielfalt des Inhalts dieser sehr gelungenen Ausgabe. Wie eingangs bereits beschrieben, reicht die Palette der Arbeiten von kurz bis lang, von koloriert bis schwarz/weiß, von Fortsetzungsepisoden bis zu einem illustrierten Prosatext. Das wird so nicht jedem gefallen, doch dadurch ist andererseits sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Und das Wichtigste: man lernt neue Gesichter kennen, neue Stile und neue Ausdrucksformen. Dabei kann man durchaus feststellen, dass nicht in jedem Fall das Rad neu erfunden wurde, die Autoren orientieren sich an „alten Meistern”, was manchmal nur die Hingabe zu einem bestimmten, z.B. franko-belgischen Stil sein kann, so wie sich Andreas Tolxdorf ganz allgemein in der Ligne Claire wiederfindet, ein andermal aber auch weiter geht, wenn Ingo Lohse sehr ungeniert Moebius, Caza und Giger nachahmt — doch warum auch nicht? Viele der berühmten Zeichner haben sogar eigene „Schulen” eröffnet, teils im engeren, teils im übertragenen Sinn, warum soll man also nicht jedweden Zeichner und Zeichenstil nachempfinden dürfen? Was ist ein Plagiat, und was eine Hommage? Weil dies schwer zu sagen ist, empfehle ich, diese Anthologie einfach zu geniessen und sich an den Geschichten zu erfreuen, und vielleicht zu versuchen, die „Vorlagen” zu erraten. Und wenn manche Geschichte vielleicht nicht zündet, manch Grafik zu abstrakt erscheint, oder zu gewollt, so sollte man wohlwollend bedenken, dass es sich hier auch um Gehversuche handelt, von Künstlern, die vielleicht noch nicht viel veröffentlicht haben (wobei hier durchaus so alte Hasen wie Andreas Tolxdorf oder Frauke Berger zu finden sind), die aber ihren eigenen Stil erst noch finden müssen — oder sich eben an den Lesern reiben müssen, so wie es auch in unserem großen Nachbarland der Fall ist (und in Magazinform zumindest einmal war).
Fazit:
Eine weitere Ausgabe des einzigen (?) Magazins in Buchform im deutschsprachigen Raum, das auch weiterhin Newcomern und Alteingesessenen der Comicszene eine Plattform bietet um sich darzustellen, zu experimentieren und einfach auch: um zu veröffentlichen! Und das abseits von Fanzines und Underground, oder großen Buchverträgen. Ein knappes halbes Dutzend Arbeiten und drei zusätzliche Illustrationen geben wieder einen interessanten Überblick über die deutsche Szene, oder zumindest einen Eindruck in Form einer Momentaufnahme, die man jedoch leicht bereits mit dem nächsten Band erneuern könnte. Für alle an der Neunten Kunst interessierten sehr zu empfehlen.
Cozmic 10
Autor der Besprechung:
Uwe Roth
Verlag:
Kult Comics
Preis:
€ 24,00
ISBN 10:
3964304883
ISBN 13:
978-3964304889
96 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Abwechslungsreiche Formate und Inhalte.
- Bekannte und weniger bekannte Autoren geben sich hier die Klinke in die Hand.


| Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic | ||
| Bewertung: | ||
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| Rezension vom: | 02.09.2025 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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