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Comic-Besprechung - Furcht: Horrorgeschichten aus dem modernen Japan 4
Geschichten:Furcht: Horrorgeschichten aus dem modernen Japan 4
Autor / Zeichner: Juoku Kawakami
Story:
Die Tücken des Alltags können nicht nur unheimlich werden, sondern auch tödlich enden. Da verfolgt einen das Geräusch eines Kinderwagens, eine verlorene Geldbörse taucht unter merkwürdigen Umständen wieder auf und eine KI mit Verhaltenstipps treibt eine junge Frau in den Tod. Das sind nur einige der seltsamen Begebenheiten.
Meinung:
Der zweite Band von Furcht: Horrorgeschichten aus dem modernen Japan zeigte beeindruckend auf wie die klassische Struktur einer Kurzgeschichte, streng der literaturwissenschaftlichen Definition folgend, mit modernem Horror funktioniert. Wobei jetzt nicht gemeint ist, dass moderner Horror gleichsam bluttriefend ist, sondern vielmehr das die Situationen, aus denen der Horror entsteht, aus dem Alltag der Moderne stammen. Es gibt keine Reise in exotische Länder, keine Schlösser und nebelumwaberte Friedhöfe und auch keine monströsen Serienkiller. Vielmehr werden die Tücken des Alltags übersteigert und aufgeladen.
Im Prinzip hat sich im vierten Taschenbuch des Mangas nichts geändert. Die klassische Struktur der Kurzgeschichte wird beibehalten und der Horror erwächst immer noch aus dem Alltag der Moderne und folgt so strikt dem Untertitel Horrorgeschichten aus dem modernen Japan. Nur: es funktioniert nicht. Formal ist alles richtig gemacht, aber im Gegensatz etwa zu dem zweiten Band will sich partout keine Gänsehaut einstellen. Die erste Geschichte ist ein Paradebeispiel. Ein junger Mann lehnt Kinder ab und nach einem kleinen Zusammenstoß mit einer Frau die einen Kinderwagen schiebt, verfolgt ihn das quietschende Geräusch der Laufrollen eines Kinderwagens. Es steigert sich langsam und die Haut beginnt sich zu kräuseln, aber das Ende ist extrem schwach und thematisiert etwas beim Helden was überhaupt noch nicht zur Sprache gekommen war und verliert sich so im letzten Panel.
Eine Kurzgeschichte zeigt eine Entwicklung auf, die dann in einem Twist und offenen Ende abgeschlossen wird. Hier sind leider die meisten Enden wenig überraschend und so versagen die Twists. Manches bleibt der Phantasie überlassen und die Leserschaft kann sich das Ende oder den eigentlichen Horror ausmalen. Etwa bei der Geschichte mit der verlorenen Geldbörse. Auch hier läuft alles auf das letzte Panel hinaus, aber es wird nicht der Grund für das Unheimliche gezeigt. Ja, die Phantasie wird angeregt, aber es wird keinerlei Hinweis gegeben in welche Richtung die sich begeben soll. Möglicherweise gucken die Protagonistinnen ja nur entsetzt weil kein Geld mehr vorhanden ist. Dasselbe Problem liegt bei der Geschichte mit dem Arbeitskollegen vor der sich langsam verändert. Ja, das Aussehen wird immer merkwürdiger, aber man sieht ihn eher als Opfer denn als eine Bedrohung und so verwundert einen das letzte Panel da es in eine Richtung geht die nie angedeutet worden war.
Formal ist also eigentlich alles gelungen. Nur die Struktur passt nicht und die Twists versagen. Manches ist auch sehr vorhersehbar wie die Nutzung einer KI oder von Chats, was es ansatzweise auch schon vorher gegeben hatte. Zeichnerisch ist das zwar gelungen und man enthält sich aller Übertreibungen oder Albernheiten, um nicht den Realismus aufzubrechen. Aber das entschädigt nicht die Enttäuschung.
Fazit:
Enttäuschend. Die Form und die Struktur sowie die Thematik wurden zwar beibehalten, nur funktioniert es diesmal nicht. Oftmals enttäuschen die Twists und schlagen eine Richtung ein die nicht zu dem vorhergehenden passt.
Furcht: Horrorgeschichten aus dem modernen Japan 4
Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann
Verlag:
Panini
Preis:
€ 8,99
ISBN 10:
3741644153
ISBN 13:
978-3741644153
196 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Struktur
- Leserschaft im Alltag abgeholt
- detailreiche realistische Zeichnungen

- Twists funktionieren nicht
- es werden nicht vorbereitete Richtungen eingeschlagen
- reilweise vorhersehbar

| Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic | ||
| Bewertung: | ||
| Keine Bewertung vorhanden | ||
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| Rezension vom: | 23.11.2025 | ||||||
| Kategorie: | Mangas | ||||||
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