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Comic-Besprechung - DC-Horror: Gruselgeschichten

Geschichten:

DC-Horror: Gruselgeschichten (DC Horror Presents 1-4)
Autor: David Dastmalchian, Leah Kilpatrick, The Boulet Brothers, LaToya Morgan, Aaron Sagers, Francesco Francavilla, Patrick Horvath, Patton Oswalt, Jordan Blum, Steve Kostanski, Brendan Hay, Zeichner / Inker: Cat Staggs, Butch Mapa, Tom Derenick, Walt Barna, Ryan Kelly, Francesco Francavilla, Patrick Horvath, Danny Earls, Logan Faerber, Colorist: Romulo Fajardo Jr., Kristian Rossi, Nick Filardi, Dee Cunniffe, Francesco Francavilla, Patrick Horvath, Jao Canola, Logan Faerber



Story:

Superhelden werden auch von dem Übernatürlichen nicht verschont. So bekommt es Wonder Woman mit ihrer untoten Mutter zu tun und Batman mit einer neuen parasitären Pflanze. Aber auch die Schurken haben wie der Pinguin mit ihren Geistern zu kämpfen. Während Scarface da neue Wege geht und Catwoman selbst einen Dämon auszutricksen versucht, muss Adam Strange erkennen was mangelnde Sorgfalt anrichten kann.



Meinung:

Im Original heißt DC Horror Gruselgeschichten schlicht DC Horror Presents. Enthalten sind vier US-Hefte die jeweils zwei Geschichten beinhalten. Dabei stehen sie ganz in einer Tradition denn DC, natürlich hauptsächlich für seine Superhelden bekannt, veröffentlichte auch lange Zeit Horror-Comics. Da lehnten sie sich durchaus an alte EC Ausgaben an und erzählten mit einem Gastgeber Horror-Kurzgeschichten. Die Anthologieserie House of Mystery lief die beeindruckende Anzahl von den Jahren 1951 bis 1983. Sie bekam auch den Ableger House of Secrets. Jedes Haus bekam seinen Host, nämlich die Bruder Cain und Abel. Ja, genau. Die aus der Bibel welche dann mitsamt ihren Häusern von Neil Gaiman in seiner genialen Sandman Serie  so schön eingebunden wurden.  Es ist also im Grunde nichts absolut Neues, das DC Horror herausbringt. Vor allem wenn man sich noch das Vertigo-Label und dessen Nachfolger Black Label insbesondere mit Hellblazer vor Augen führt.

Das Besondere an diesem Band ist nun das die Tradition des Anthologie-Horrors nun mit der anderen Verlagstradition der Superhelden verknüpft wird. Wobei das nun ja auch nicht allzu neu ist. Bei einzelnen Titeln wie Batman und Swamp Thing gehört Horror immer wieder dazu und es gibt auch Mini-Serien wo die Helden gegen Zombies oder Vampire antreten müssen. Aber das waren keine Anthologien und hier sind nun auch einige DC Charaktere die man nicht in der Kombination erwartet hätte.

Neu sind also manche DC Charaktere in diesem Umfeld und wie kompromisslos teilweise der Horror ausfällt. Es wird teilweise blutig bis in den Bereich des Splatter. Das größte Manko ist allerdings das in jedem US Heft zwei Geschichten erschienen sind, also gerade einmal etwas über 10 Seiten pro Story zur Verfügung standen.  So gibt es teilweise kaum eine wirkliche Entwicklung oder man muss wie bei der Geschichte mit Wonder Woman erhebliche inhaltliche und zeitliche Sprünge in Kauf nehmen. Dass insbesondere in dieser Geschichte auch noch zeichnerische Perspektivfehler vorkommen, macht die Lektüre nicht einfacher. In der ersten Story ist nicht wirklich klar wer nun die Hauptfigur ist und die Heldin wechselt im Laufe der Story etwas ihr Aussehen. Das passt zwar zu der Story und welchen Verlauf sie nimmt. Aber es wird nicht erklärt und im letzten Panel sieht sie fast anders aus als in dem Close Up zu Beginn. Ansonsten ist der Auftakt gelungen. Ebenso wie die Story mit Scarface. Die mit dem Pinguin ist interessant und der Endtwist lässt einen schmunzeln. Die weitaus beste Story in dieser Anthologie ist die Geschichte mit Batman wobei es hier auch Francesco Francavilla als so ziemlich einzigem gelingt das Beste aus der limitierten Seitenzahl herauszuholen. Die Geschichte mit Adam Strange ist storytechnisch vollkommen überzeugend und bietet einen erfrischenden Ansatz, aber der Zeichenstil, der teilweise an ein Kinderbuch erinnert, ist sehr gewöhnungsbedürftig. Catwoman zeigt etwas Humor auf und hat einen schönen Endtwist und hier gelingt auch ein guter Einblick in ihre Psychologie. Als Abschluss gibt es ein völlig surreales Mitglied der Legion der Superhelden in einer völlig schrägen Story. 

Wirklich im Sinn bleiben allerdings nur wenige Geschichten und es steht zu befürchten, dass die Konzentration auf den Endtwist sich bei wiederholter Lektüre etwas abnutzt. Eher was für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch.



Fazit:

Einige interessante Ansätze mit unterschiedlichen Tonfällen. Leider haben die Geschichten zu wenig Raum zur Entfaltung und so bleiben nur wenige hängen.



DC-Horror: Gruselgeschichten - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

DC-Horror: Gruselgeschichten

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Panini

Preis:
€ 15,00

ISBN 10:
3741645664

ISBN 13:
‎ 978-3741645662

108 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • interessante Ansätze
  • auch bekannte Charaktere die nicht mit Horror assoziiert
  • gelungene Twists
Negativ aufgefallen
  • zu wenig Raum für eine wirkliche Entwicklung
  • inhaltliche und zeichnerische Sprünge
  • Konzantration auf Endtwists können sich abnutzen
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Rezension vom: 19.11.2025
Kategorie: Hefte
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