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Comic-Besprechung - Geschichten aus der Marvel-Gruft

Geschichten:

Geschichten aus der Marvel-Gruft (Crypt of Shadows 1 2019, 2022, 2023, 2024)
Autor: Chris Condon, Chris Cooper, Al Ewing, Sarah Gailey, Danny Lore, Jason Loo, Steve Orlando, Benjamin Percy, Rebecca Roanhorse, Cavan Scott, Declan Shalvey, Adam Warren, Zeichner / Inker: Paul Azaceta, Ramon Bachs, Garry Brown, Karen S. Darboe, Paul Davidson, Fran Galan, Stephen Green, Raffaele Ienco, Alex Lins, Carlos Magno, Eder Messias, Djibril Morissette-Pham, Ibrahim Moustafa, Devmalya Pramanik, Claire Roe, Geoff Shaw, Jonas Trindade, Adam Warren, Colorist: Paul Azaceta, Rain Beredo, James Campbell, Espen Grundetjern, Guru-eFX, Mattia Iacono, Neeraj Menon, Matt Milla, Chris O`Halloran, Cris Peter, Arif Prianto, Bryan Valenza, Michael Wiggam, Luis Zavala



Story:

Manchmal ist es schwer zu entscheiden wer Gut und wer Böse ist. Vor allem wenn es um übersinnliche Aspekte geht. Brielle etwa muss sich fragen ob ein Geist oder dessen Beschwörer die eigentlichen Täter sind. Und Moon Knight gerät in den Kampf von Werwölfen. Morbius und Spider-Man werden manipuliert, aber sind sie deswegen Böse? Die Grenzen verwischen und die Helden müssen teils ungewöhnliche Bündnisse eingehen, um der übersinnlichen Gefahr zu begegnen.



Meinung:

Horror hat bei allen amerikanischen Verlagen mittlerweile eine lange Tradition. Nach dem Aus des EC Verlages in den 1950ern, abgesehen von MAD, war eine lange Zeit eine Durststrecke, aber spätestens in den 1970ern wurden Horroranthologien im Magazinformat veröffentlicht, um so die Restriktionen des Comiccodes umgehen zu können. Im Gegensatz zu Comicheften waren Magazine nicht diesem Code unterworfen. Marvel zog in dieser Hinsicht mit. Insofern ist es nicht gerade neu, das mit dem vorliegenden Geschichten aus der Marvel Gruft eine Horroranthologie vorliegt.

Der deutsche Titel spielt bewusst an die TV-Serie Geschichten aus der Gruft an, die an sich schon eine Hommage an die EC Comics war. Wo es auch die Tales from the Crypt gab. Der vorliegende Tradepaperback beinhaltet vier US-Hefte die jeweils aus unterschiedlichen Jahren stammen, was auch erklärt das jedes Heft die Nummer 1 auf dem Cover trägt- Sie erschienen jeweils zu Halloween als Special. Gerade das erste macht die lange Tradition sehr deutlich. Es ist ganz im Stil von EC gehalten und bietet überraschende Wendungen, unzuverlässige Erzähler, unerwartete Verknüpfungen und vermag zu überzeugen. Hier ist es aber relativ egal dass sie aus dem Hause Marvel stammt. Sie hätte auch bei DC oder Dark Horse herauskommen können.

Ironischerweise ist diese Geschichte dann auch schon die beste des Bandes. Die anderen drei US-Hefte bauen dann auch bekannte Marvel-Charaktere ein und siedeln diese im Horror an. Es gibt einen Cryptkeeper in Form von Dr. Stranges Vampirbruder und im letzten Heft Agatha Harkness. Allerdings kommen einige Charaktere sehr zu kurz. Moon Knight etwa tritt in seiner Geschichte nur in acht Panels auf. Andere Geschichten sind teils in Serien eingebunden die hierzulande so gut wie unbekannt sind etwa Bloodline. Morbius kennt man hierzulande eigentlich nur als Spider-Man Gegner oder durch seinen Film. Jede Anspielung geht somit verloren.

Das ist ein grundlegendes Problem dieser teils sehr kurzen Geschichten: sie sind teilweise der Ur-Serie zugeordnet und in dem Bemühen das Marvel-Universum auch in diesen kleinen Halloween-Geschichten kohärent zu gestalten, verlieren einige Storys eben aufgrund der mangelnden Möglichkeit diese einzuordnen. Etwa die Geschichte mit Wanda und Vision, die sich an die TV-Serie anlehnt und deren Tonfall übernimmt. An sich ist die Geschichte durchaus amüsant, hinterlässt aber Fragezeichen. So hat man hier manches schnell vergessen. Aber gerade die ungewöhnlichen Team-Ups bleiben hängen. So etwa wenn Daredevil mit dem Man-Thing gegen die Hand antritt oder Namor sich  mit Man-Thing zwangsweise verbündet. Oder die seltsamste Mischung mit dem Werwolf und dem Hulk. Die beste Geschichte, auch zeichnerisch, weil hier etwas gewagt wird, ist die mit Wolverine bzw. X-23 und Man Thing.

Generell wäre es aber weit interessanter gewesen wenn die Geschichten etwas länger ausgefallen wären und Helden bzw. Charaktere genutzt worden wären die ansonsten nicht so oft mit Horror konfrontiert werden. Captain America oder Iron Man zum Beispiel. So bleibt letztlich kein wirklich großer Wurf, aber es ist eine nette Lektüre für zwischendurch.



Fazit:

Eine nette Anthologie für zwischendurch. Wirklich hängen bleiben aber nur die ungewöhnlichen Team-Ups und kurioserweise der einzige Beitrag der keinen Marvel-Held mit einbaut. Hier wurde doch Potential verschenkt.



Geschichten aus der Marvel-Gruft - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Geschichten aus der Marvel-Gruft

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 17,00

ISBN 10:
374164482X

ISBN 13:
‎ 978-3741644825

128 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • ungwöhnliche Team-Ups
  • Hommage an EC Comics
Negativ aufgefallen
  • Einbindung in bestehende Serien so das kaum Einordnung
  • manche Helden kommen zu kurz
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 26.11.2025
Kategorie: Hefte
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