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Comic-Besprechung - Wiedersehen mit Comanche

Geschichten:

Wiedersehen mit Comanche

Autor und Zeichner: Romain Renard

Übersetzung: Anne Bergen



Story:

Wir schreiben das Jahr 1930. Der berühmte, wenn nicht gar berüchtigte Revolverheld Red Dust lebt inzwischen unter falschen Namen in Kalifornien. Als eine junge Frau bei ihm auftaucht und andeutet, seine frühere Chefin Comanche könnte Probleme haben, machen sie sich gemeinsam auf die Reise nach Wyoming, um dort nach dem Rechten zu sehen.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Es ist eine Hommage, wie sie im Buche steht, sprichwörtlich. Ähnlich wie es der inzwischen verstorbene André Juillard in seiner kleine Reihe „Le Dernier Chapitre” (dt. „Das letzte Kapitel”, auf dt. unveröffentlicht) getan hat, geht auch Renard den Weg, hier eine letzte Geschichte zur Serie „Comanche” zu erzählen. Dabei macht der Autor seinem Namen alle Ehre, denn dieser Fuchs (=„Renard”) zeigt uns noch deutlicher als Juillard in dessen Reihe einen Red Dust, der fast bis zur Unkenntlichkeit gealtert ist. Kein Wunder, denn es sind ja inzwischen auch 50-60 Jahre vergangen seit den Begebenheiten in der Serie. Nicht nur in der Erzählzeit, sondern auch in der erzählten Zeit. Ich denke, dass war Renards ursprünglicher Ansatz, seine Grundidee, und so landet die Geschichte zwangsläufig im Jahr 1930, einer schwierigen Zeit für die USA, mit Klimakapriolen wie Sandstürmen einerseits, und Überschwemmungen andererseits — wenn nicht sogar der Wald brennt — und dann noch die Auswirkungen der großen Depression und des Bankencrashes, die eine wahre Völkerwanderung innerhalb des Landes, gefolgt von Armut, Hunger und Seuchen nach sich zog. Mitten in diesem Chaos beginnt also der Roadtrip unseres Helden, und entwickelt sich von einer anfangs eher sentimentalen Reminiszenz zu einem wahren Krimi — was natürlich auch sehr viel besser zu unserem Helden passt. Doch auch ein bisschen Liebesgeschichte wirft dabei ein neues und durchaus positives Licht auf den Revolverhelden.

Was ebenso hervorragend passt, ist die bildliche Inszenierung, die Romain Renard für dieses Buch gewählt hat. Er hat das Buch in schwarz-weiß komponiert, bzw. in Grautönen, wobei er die Figuren in klassischer Weise mit Umrisslinien zeichnet, die Hintergründe aber in einer Art Couleur Directe, oder vielleicht sind es auch direkt überarbeitete, historische Fotos? Der Effekt erzielt jedoch eine gewisse Originalität, und das Ergebnis erinnert mich sehr an alte Schwarz-Weiß-Filme, was sowohl zur erzählten Periode als auch zum Thema des Gangsterfilms/Spätwestern passt. Das einzige, was mich an den Zeichnungen gestört hat, war, dass die Linien in den Gesichtern teilweise sehr dünn sind und unter der „Kolorierung” zu verschwinden scheinen. Doch nach einem kurzen Vergleich mit dem Original scheint das kein Druckproblem zu sein, sondern vom Zeichner so gewollt. Vielleicht sind auch meine Augen inzwischen ein bisschen zu schwach für solch einen Stil. Davon abgesehen, haben mir die Zeichnungen, wie auch das gesamte Konzept, sehr zugesagt.

Und auch die Geschichte selbst ist zwar konstruiert — wie könnte sie es anders sein, bei einer Serie, die bereits seit Jahrzehnten abgeschlossen und beendet ist? — doch die Grundidee ist originell und wird stetig und logisch weitergeführt, quasi stringent, und ist dabei abwechslungsreich und voller Überraschungen. Natürlich werden sämtliche Personen aus der alten Serie zumindest angesprochen, manche tauchen sogar darin auf. Und auch das der Autor seine Handlung an eine der ursprünglichen Geschichten anknüpfen lässt, ist beinahe schon mehr als folgerichtig. Und der Wechsel in der Ausrichtung der Geschichte, von Reminiszenz über Roadtrip hin zu einem Krimi liefert genügend Spannung, um den Leser bei der Stange zu halten.

In meinen Augen ist dies ein großer Wurf und eine klasse Hommage an einer der größten Westernhelden des franko-belgischen Comics.



Fazit:

Eine tolle Hommage an einen der größten franko-belgischen Westernhelden im Comicbereich, angelegt als Roadtrip mit Krimielementen. In einer interessanten und originellen Melange aus klassischen Zeichnungen und Couleur Directe (für die Hintergründe) entsteht in pastellnen Grautönen ein Bild der USA im Jahr 1930, das sehr realistisch wirkt, und doch traumhaft zugleich. Eine Perle unter denn Comics und in meinen Augen ein ganz großer Wurf. Sehr zu empfehlen, nicht nur, aber vor allem auch, für alle Fans und Kenner der Serie „Comanche”.



Wiedersehen mit Comanche - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Wiedersehen mit Comanche

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 35,00

ISBN 10:
3689501342

ISBN 13:
978-3689501341

152 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Originelle Melange aus klassischen Zeichnungen und Couleur Directe, in s/w und Grautönen.
  • Ein gelungenes letztes Abenteuer von Red Dust als großartige Hommage.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(5 Stimmen)
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Rezension vom: 18.12.2025
Kategorie: Comanche
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