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Comic-Besprechung - Frank Cappa Gesamtausgabe

Geschichten:

Frank Cappa Gesamtausgabe

1.) Der letzte Afrikaner (sw, 9 S.)

2.) Nur nicht den Kopf verlieren (sw, 14 S.)

3.) Opfer und Helden (sw, 38 S.)

4.) Jangada (vf, 14 S.)

5.) Karneval (vf, 8 S.)

6.) La Caza - Die Jagd (vf, 18 S.)

7.) Welcome (sw, 18 S.)

8.) Goodbye (sw, 28 S.)

9.) Die Stadt der 3.000 Freuden (sw, 4 S.)

10.) Somoza und Gomorrha (sw, 49 S.)

11.) Der Süßwasserhai (vf, 13 S.)

12.) Aus dem Tagebuch eines Korrespondenten (vf, 6 S.)

13.) Was zum Teufel mache ich hier? (vf, 15 S.)

14.) Der Spion und der Verräter (vf, 20 S.)

15.) In der gelben Wüste (sw, 11 S.)

16.) Dieser Tag in Barcelona (sw, 6 S.)

Autor und Zeichner: Manfred Sommer

Dossiers: Carlos Giménez, Eduardo Martínez-Pinna und Klaus Schikowski

Übersetzung: Maximilian Lenz und Myriam Alfano (ein Dossier)



Story:

Der neue Sammelband aus dem Avant-Verlag bündelt sämtliche Geschichten um den Fotoreporter Frank Cappa sowie umfangreiches Bonusmaterial, wie insgesamt vier Dossiers, Einzelillustrationen, Seitenentwürfe, Charakterstudien, Bleistiftskizzen, Vorsatzseiten, Titelbilder und vieles mehr auf 80 zusätzlichen Seiten. Der komplette Frank Cappa also.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Der vorliegende Band ist wirklich eine Wucht — und das nicht nur vom Umfang her. 350 Seiten im Großformat sind natürlich bereits ein Schwergewicht für sich… doch der Inhalt hält tatsächlich alles, was die Verpackung bereits verspricht. Es sind sämtliche Stories enthalten, die der spanische Autor und Zeichner Manfred Sommer in den achtziger Jahren für diverse spanische Comicmagazine verfasst hat, und dazu eben noch alles an Zusatz- und Bonusmaterial, was der Verlag finden konnte (unterstelle ich hier einmal). Eine Veröffentlichung, die diesem großen Meister des spanischen Comics wirklich alle Ehren erweist, und die auch dem Leser sehr viel Spaß macht — zumindest mir hat sie das.

Die Arbeiten sind zu ca. zwei Dritteln in schwarz-weiß erstellt worden, und hier auch in dieser Fassung abgedruckt. Das liegt nicht nur darin begründet, dass man um ein großes Maß an Authentizität bei der Wiedergabe bemüht war, sondern schlichtweg auch daran, dass die farbigen Geschichten in einem Couleur-Directe-Stil ausgeführt wurden, den man nachträglich gar nicht mehr auf die s/w-Seiten übertragen könnte. Das ist auch nicht notwendig, denn Manfred Sommer war zu seiner Zeit einer der wenigen Künstler, die beide Facetten der Comickunst voll beherrschten. Seine schwarz-weiß Panels benötigen keine Farbe, sie sind äußerst realistisch gezeichnet, mit tollen Schatteneffekten und zahlreichen Details ausgestattet, sodass eine Kolorierung sogar eher von dieser hervorragenden Leistung abgelenkt hätte. Wie der Uruguayer Alberto Breccia oder der Italiener Hugo Pratt beherrscht er das Spiel mit Licht und Schatten, doch seine Darstellung von Gesichtern und Mimiken übertrifft die beiden Altmeister sogar noch (vor allem die Figuren Pratts, die ja immer eher mit wenigen Strichen angedeutet blieben). Sein Wechsel hin zur Couleur-Directe ist trotzdem noch einmal ein Gewinn. Hier passt er die Seiteninhalte, Perspektiveinstellungen und Szenenfolgen tatsächlich noch einmal dergestalt an, dass seine Kolorierung dazu passt — und sie muss einfach als sehr gelungen bezeichnet werden. 

Der Inhalt der Geschichten ist, anders als man es vielleicht anhand des Klappentextes vermuten würde, absolut nicht nur auf das Thema der Kriegsberichterstattung begrenzt. Nur wenige Geschichten spielen tatsächlich im Krieg, manche eher an Nebenschauplätzen, doch es gibt auch „private” Geschichten, wie zum Beispiel einen Zweiteiler in seiner Heimat Kanada. Überhaupt wechseln die Schauplätze fast schon von Geschichte zu Geschichte, von Mittel- und Südamerika über Afrika, Kanada und eine Szene in Paris, bis nach Vietnam. Da ist für Abwechslung gesorgt, sowohl was die Handlungsorte, als auch was die Geschichten angeht. Doch das Grundthema bleibt gleich: Krieg ist eine schmutzige Sache, wie die Anwendung von Gewalt allgemein. Und gleichzeitig bleibt Cappa bei diesem Credo durchaus selbstkritisch und ist immer wieder hin- und hergerissen bei der Frage, ob er nun berichten oder doch eher helfen sollte. Das fällt dann zwar in einigen Szenen ein bisschen pathetisch aus, doch wenn man bedenkt, dass der Stoff inzwischen bereits rund vierzig Jahre alt ist, kann man darüber sicher auch leicht hinwegsehen.



Fazit:

Ein fulminanter Sammelband mit sämtlichem Material über den Fotoreporter Frank Cappa, der alles enthält, was der spanische Autor Manfred Sommer für diese Serie verfasst hat. Abwechselnd in Farbe und in schwarz-weiß können beide Varianten der Sommersachen Arbeitsweise optisch überzeugen, und auch die Stories sind spannend und abwechslungsreich, nicht nur wegen der zahlreichen Ortswechsel für die einzelnen Geschichten. Absolut zu empfehlen.



Frank Cappa Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Frank Cappa Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 50,00

ISBN 10:
3964451452

ISBN 13:
978-3964451453

352 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Ein fulminanter und kompletter Sammelband.
  • Klasse Zeichnungen.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 09.01.2026
Kategorie: Alben
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