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Comic-Besprechung - Das Paris der Wunder — Band 3: Das Elixier des Vergessens 1/2

Geschichten:

Das Paris der Wunder — Band 3: Das Elixier des Vergessens 1/2

Autor: Pierre Pevel & Étienne Willem, Christophe Arleston (Nachwort)

Zeichnungen: Capia (d.i. Sarah Capricci) & Étienne Willem

Übersetzung: Fritz Walter



Story:

Diesmal werden gleich zwei Geschichten parallel erzählt: während der Magier Louis Griffont seinem Freund Edmond davon erzählt, wie er vor knapp zwei Jahrhunderten seine Partnerin Isabel kennengelernt hat, und in welches Komplott rund um den Krieg der Drachen und Elfen in der Anderswelt sie dabei verwickelt wurden, entspinnt sich auch im Jahr 1910 im Paris der Wunder ein neues Komplott, das möglicherweise mit dem alten zu tun hat. Und sofort sind Louis und Isabel mittendrin in einem neuen und aufregenden Abenteuer.



Meinung:

Nach dem tragischen und viel zu frühen Ableben des Zeichners Étienne Willem (man kann es gar nicht oft genug sagen) war das Hauptproblem, ob und wie man mit der Serien weitermachen sollte. In einem Fall wie diesem teile ich die Ansicht des Verlages und anderer involvierter Kreise, nämlich dass man dem Autor nicht besser Ehre erweisen kann, als sein Projekt weiterzuführen, aus dem er so plötzlich herausgerissen wurde. Das hat auch rein gar nichts mit Ausbeutung eines Werkes über den Tod des Künstlers hinaus zu tun — und meines Wissens hat bisher auch noch Niemand in diese Richtung argumentiert. Es wäre auch falsch, das zu tun.

Mit der belgischen Nachwuchszeichnerin Capia, mit bürgerlichem Namen Sarah Capricci, hat man hier meiner Meinung nach einen großen Wurf getan. Christophe Arleston schreibt in seinem Nachwort zu diesem Band, dass Willem erst fünfzehn Seiten fertig gezeichnet hatte. Selbst wenn das vorliegende komplette Storyboard bereits die Vorzeichnungen enthalten hatte, hat Capia die schwere Aufgabe meisterhaft gelöst, sich in den Zeichenstil eines anderen Künstlers hinzudenken, und absolut perfekt den Stil ihres Vorgängers kopiert — man merkt keinerlei Übergang oder Wechsel zwischen den Seiten. Einfach perfekt. Die einzige Einschränkung sehe ich eher ab Buchseite 51, wo für zwei bis drei Seiten ungewöhnlich kleine Figurendarstellung und etwas simplere (und langweiligere) Blickwinkel verwendet werden, als von Willem gewohnt. Doch danach „fängt” Capia sich wieder, und alles ist zeichnerisch wieder im Lot. Hoffentlich hält sie das beim nächsten Band auch durch — den wird sie erstmals komplett selbst zeichnen müssen.

Die Geschichte ist spannend, wie bereits im ersten Zweiteiler. Diesmal werden gleich zwei Agentengeschichten erzählt, man muss sich ein bisschen konzentrieren, um dem Plot folgen zu können, da die Szenenwechsel oft mitten auf der Seite stattfinden, und außer durch einen leichten Wechsel in der Kolorierung nicht ausgewiesen werden. Doch das ist zu schaffen, der Plot wirkt trotz allem nicht überfrachtet, und schließlich haben die beiden Geschichten miteinander zu tun. Mehr wird nicht verraten, außer, dass es wieder einen Mords-Cliffhanger gibt. Was will man mehr?



Fazit:

Eine tolle Fortsetzung dieser spannenden und originellen Fantasy-/Agentenserie um ein Frankreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das Kontakte zu einem Paralleluniversum voll Drachen, Feen, Magiern, Ogern und sonstigen Fabelwesen unterhält — der Anderswelt. Diesmal werden zwei Geschichten miteinander verwoben und liefern eine tolle Unterhaltung für alle Fans der franko-belgischen Comics. Sehr zu empfehlen.



Das Paris der Wunder — Band 3: Das Elixier des Vergessens 1/2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Das Paris der Wunder — Band 3: Das Elixier des Vergessens 1/2

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Blattgold GmbH

Preis:
€ 20,00

ISBN 10:
3949987797

ISBN 13:
978-3949987793

64 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Spannende Fortsetzung dieser tollen Serie.
  • Die neue Zeichnerin lässt keinen Unterschied bei den Zeichnungen erkennen.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.5
(8 Stimmen)
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Rezension vom: 04.03.2026
Kategorie: Alben
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