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Comic-Besprechung - Gras: Die Geschichte einer Zwangsprostituierten während des Pazifikkrieges

Geschichten:

Gras: Die Geschichte einer Zwangsprostituierten während des Pazifikkrieges 
Autor und Zeichner: Keum Suk Gendry-Kim

 



Story:

Im Jahr 1943 ist Korea unter japanischer Besatzung und die Bevölkerung hat einiges zu erdulden, meist Zwangsarbeit, aber junge Mädchen und Frauen werden zu einem anderen Dienst gezwungen. Zu diesen „Trostfrauen“, die als Prostituierte japanische Soldaten befriedigen sollen, gehört auch die sechzehnjährige Lee-Oksun, die es allerdings auch schon vorher als Mädchen einer armen Familie nicht gerade einfach hatte.

Sie muss mehrere Jahre durchhalten und viel Leid erdulden, aber die Befreiung macht es nicht leichter, denn natürlich wird sie nun sozial ausgegrenzt, weil sie in den vielen Jahren beschmutzt wurde. Dennoch schafft sie es zu überleben und an anderem Ort eine neue Heimat und sogar eine sie liebende Familie zu finden. Dennoch wagt sie den Schritt, nach sechzig Jahren nach Hause zurückzukehren.

 



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Ganz offensichtlich beruhen die Erzählungen in diesem Band auf den Erlebnissen einer Frau, die das tatsächlich durchmachen musste. Und sie zeichnen kein angenehmes Bild vom Korea der 1930er und  1940er Jahre. Denn noch vor der Eroberung durch Japan litten die Menschen Not, wurden vor allem die Mädchen wie Personen zweiter Klasse behandelt.

Lee-Oksun wurde sogar in eine Art der Sklaverei verkauft und schon als Kind als Arbeitssklavin massiv ausgenutzt, ehe sie dann tatsächlich in einem der Lager landete, in dem die japanischen Soldaten mit gefangenen koreanischen Frauen ihren Spaß haben konnten. Die entsprechenden Szenen wirken um so deutlicher, weil sie eben nicht explizit gezeigt werden.

Das ganze wird sehr lebensnah geschildert. Man bleibt bei der jungen Frau, die schon von ihrem Eltern ständig zurückgesetzt wurde und einfach nicht viel zählte, sehr viel später erst überhaupt so etwas wie Wertschätzung und Liebe erfahren sollte. Die Einfachheit der Zeichnungen tut ihr übriges dazu, wirken die Erlebnisse dadurch nur um so unmittelbarer und lebensnaher.

Der Comic wird still und unspektakulär erzählt, aber gerade das rührt um so mehr, da der Leser die Gefühle und Gedanken der Ich-Erzählerin sehr gut nachvollziehen kann. Zudem wird auf die dunklen Seiten des Krieges aufmerksam gemacht, die in der Geschichtsschreibung gerne unter den Tisch gekehrt wird. Und sicherlich auch heute noch in dem ein oder anderen Land genau so geschieht, die Opfer genau so behandelt werden.

 



Fazit:

Gras: Die Geschichte einer Zwangsprostituierten während des Pazifikkrieges ist eine anrührende und lebensnahe Geschichte einer jungen Frau im Schatten des Pazifikkrieges, die das Beste aus ihrem Schicksal gemacht hat, auch wenn die Gesellschaft es ihr nicht leicht machte. Die ruhig erzählte Graphic Novel geht unter die Haut, weil sie die dunklen Seiten des Krieges und vor allem seine Folgen für die betroffenen Frauen aufzeigt – etwas was heute auch noch sehr aktuell ist.

 



Gras: Die Geschichte einer Zwangsprostituierten während des Pazifikkrieges - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Gras: Die Geschichte einer Zwangsprostituierten während des Pazifikkrieges

Autor der Besprechung:
Christel Scheja

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 35,00

ISBN 13:
978-3964451583 

488 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Still aber bewegend erzählt
  • Die gerne unter den Tisch gekehrten Schatten des Krieges
  • Realistisch und Lebensnah
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 27.05.2026
Kategorie: Mangas
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