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Comic-Besprechung - Ein Frühling in Tschernobyl
Geschichten:Ein Frühling in Tschernobyl
Original: Un printemps à Tchernobyl FR 2012
Szenario, Zeichnungen und Farben: Emmanuel Lepage
Übersetzung: Tanja Krämling
Story:
Am 26. April 1986 begann der Reaktorkern im Atomkraftwerk von Tschernobyl zu schmelzen. Die unmittelbare Umgebung wird verstrahlt und eine radioaktive Wolke zieht über Europa. Damals wusste man noch nicht wirklich mit einer solchen Katastrophe umzugehen. Über die unmittelbaren Auswirkungen auf die Menschen wurde bereits viel geschrieben, aber wie sieht es heute da aus?
Der Frage geht der französische Künstler Emmanuel Lepage nach, der zum Zeitpunkt des Unglücks 19 Jahre alt war. Denn im Jahr 2008, 22 Jahre später reist er nach Tschernobyl, um seine Eindrücke und Erlebnisse zu schildern, das Leben der Menschen zu zeigen, die mit ihren Kindern immer noch direkt am Rand der Sperrzone leben.
Meinung:
Die älteren werden sich sicherlich noch an den Vorfall erinnern, der damals zwar auch durch die Medien ging und von den Aufforderungen der Regierung zu bestimmten Maßnahmen begleitet wurde. Aber natürlich sind die Bilder von damals auch verblasst und es wird kaum noch darüber berichtet.
Zwar besuchen Teams immer mal wieder die Umgebung von Tschernobyl, allerdings tauchen sie nicht so tief wie der Künstler in das Leben der Menschen ein, die sich dort am Rand der Sperrzone eingerichtet haben, teilweise ganz in der Nähe ihrer alten Heimat, die sie nicht ganz im Stich lassen wollen.
Der Künstler fängt die Bilder und Eindrücke so ein, wie er sie fühlt, deshalb wirken sie auch nicht immer wer weiß wie realistisch. Aber gerade das – vermischt mit den alltäglichen Momenten, die auch zu seinen Schilderungen gehören, macht die Geschichte um so intensiver und wirkt noch eine ganze Weile nach.
Vielleicht ist die Erzählweise recht ruhig, aber das Thema verlangt auch kein Grauen oder Drama. Stattdessen ist man um so berührter, wenn die Menschen einfach weiter leben, auch wenn sie auf bestimmte Dinge achten müssen und das Risiko durch die Strahlenbelastung mit Krebs zu erkranken ungleich höher ist.
Fazit:
Ein Frühling in Tschernobyl ist vielleicht nicht die Sache eines jeden Lesers, weil die Erzählweise eher ruhig und persönlich ist, weiß aber durchaus durch den Alltag der Menschen zu berühren und in den Bann zu schlagen, denn die Eindrücke wirken durch die Banalität doch irgendwie stärker nach als jedes Drama
Ein Frühling in Tschernobyl
Autor der Besprechung:
Christel Scheja
Preis:
€ 35,00
ISBN 13:
978-3868696196Â
168 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Das Leben im Schatten der Katastrophe
- Eindringlich, intensiv und gefühlvoll
- Die Geschichte lebt durch die persönlichen Eindrücke des Künstlers


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| Rezension vom: | 29.06.2026 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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