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Comic-Besprechung - Batman: Gotham by Gaslight - Eine Liga für Gerechtigkeit

Geschichten:

Batman: Gotham by Gaslight: Eine Liga für Gerechtigkeit (Batman: Gotham by Gaslight - A League for Justice 1-6)
Autor: Andy Diggle, Zeichner / Inker: Leandro Fernandez, Colorist: Matt Hollingsworth



Story:

In einem Westernstädtchen müssen sich die zusammengefundenen Helden mit dem Sherriff zusammentun, der ein Superman ist. Da dieser aber ein Kryptonier ist, misstrauen sie ihm. Schließlich wollen sie verhindern das ein Portal geöffnet wird. Aber als Lex Luthor mit einem Roiboter eingreift, kann diese unerfahrene Liga nicht verhindern das er ein Material an sich nimmt. Und befreit nun den mächtigen General Zod aus der Phantomzone. Batman, Wonder Woman, Superman, Martian Manhunter, Green Lantern, Flash und John Constantine müssen ihn schnell stoppen denn in der Phantomzone lauert noch etwas viel Böseres darauf, befreit zu werden.



Meinung:

Der erste Band von Batman: Gotham by Gaslight war ein Meisterwerk. Mike Mignola lies Batman in der Vergangenheit gegen Jack the Ripper antreten und was als ein schönes Was wäre wenn-Gedankenspiel begann war der Auftakt zu den Elseworlds Geschichten. Also Geschichten die bekannte Charaktere in andere Zeiten oder Rollen versetzen und so eine neue Erforschung ermöglichten. Etwa wenn Selina Kyle Batman wäre und Bruce Wayne Catwoman oder Superman nicht in Kansas, sondern in der UdSSR gelandet wäre. 

Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass damals das Abenteuer  bahnbrechend war und viele interessante Nachfolger mit sich zog. Aber leider müssen Erfolge auch ausgeschlachtet werden und gerade in den populären Medien können Fortsetzungen, Prequels und Erweiterungen auch der ursprünglichen Idee schaden.  Hier ist man zu Recht neugierig wie sich die Justice League wohl im Wilden Westen ausnehmen würde. Oder zumindest in der Ära. Superman als Sherriff? Wonder Woman als Amazone die aus der Hohlerde auf die Erde kommt? Her damit. Aber schon auf den ersten Seiten des Bandes ruft man laut „Da fehlt doch was?“. In der Tat. Hier liegt zwar mehr oder weniger der erste Band der Liga für Gerechtigkeit im Gaslicht-Zeitalter vor, aber wie sie sich kennenlernten, wie es dazu kam wie hier geschildert: das steht in anderen Büchern. Insofern sind der Titel und die Nummerierung irreführend. Noch bevor man sich zurechtgefunden hat, steckt man mitten in einer Actionszene wo alle gegen Superman antreten und man ein großes Fragezeichen im Gesicht hat. Um diesen Band voll genießen zu können muss man also die Vorgeschichten gelesen haben. Es dürfte interessant sein, die detaillierte Schilderung der bekannten Helden in ihren eigenen Serien anders zu betrachten. Alle sind wieder erkennbar, aber doch anders. Martian Manhunter ist etwas monströser und gewalttätiger, Green Lantern Alan Scott etwas ängstlicher, Flash Jay Garrick noch unerfahren und ahnt gerade mal von seinen Kräften, Wonder Woman ist eine reine Kriegerin und noch nicht mit dem Erdenleben sonderlich vertraut. Batman ist wie immer und man begegnet auch anderen bekannten DC Charakteren wie Catwoman, Huntress Talia, Lex Luthor und John Constantine.

Wie gesagt: es wäre schön gewesen die Entstehung, manche sind wie Green Lantern noch völlig unerfahren, zu beobachten und wie sie sich zusammenraufen. Doch hier ist man nach der ersten Actionszene etwas irritiert und dann kommt direkt der nächste Kampf und Superman verbündete sich mit den anderen. Man hätte aus all den Pulp Elementen viel machen können. Superhelden treffen im Wilden Westen mit Steampunk-Elementen auf Lovecraftsche Bedrohungen. Dabei ist an den Helden nicht alles neu, sondern teils nur vorhandenes ziemlich überspitzt was sie ironischerweise eindimensional wirken lässt. Was insbesondere auch die Schurken betrifft. Da hätte man weitaus mehr draus machen können. In mancherlei Hinsicht ist es auch sehr inkonsequent. Das etwa Cyborg Ende des 19. Jahrhunderts als Schwarzer im Wilden Westen keinerlei Rassismus erfährt ist völlig unglaubwürdig. Es ist alles zeichnerisch gut übermitteltes Getöse, aber der Funke will nicht wirklich überspringen. Und am Ende des durchaus dickeren Bandes fragt man sich ob das alles gewesen sei. Hoffentlich.



Fazit:

Der wilde Mix aus Elementen und Genres macht mehr als neugierig, aber der Funke will nicht überspringen. Zu sehr inkonsequent, zu viel nebenbei und die Überspitzung einiger Charaktereigenschaften macht die Figuren eindimensional. Hier wäre weniger mehr gewesen und das Gaslicht ist nur eine matte Funzel.



Batman: Gotham by Gaslight - Eine Liga für Gerechtigkeit - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Batman: Gotham by Gaslight - Eine Liga für Gerechtigkeit

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 29,00

ISBN 10:
3741648787

ISBN 13:
978-3741648786

216 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • interessanter Ansatz
  • Hervorhebung einzelner Charaktereigenschaften vielversprechend
  • Genremix
  • Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • zu konfuse Story
  • Vorgeschichte fehlt
  • eindimensionale Charaktere
  • Inkonsequent
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 06.07.2026
Kategorie: JLA
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