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Comic-Besprechung - Wyoming 1863 1: Fünf Tage zum Sterben

Geschichten:

Wyoming 1863 1: Fünf Tage zum Sterben
Autor: Jean-Francois Di Giorgio, Zeichner: Fabrizio Des Dorides, Colorist: Garluk



Story:

Emma Bridges ist auf der Suche nach ihren entführten Töchtern und reist als Begleitschutz von Bill, der auf dem Weg zu seiner Hochzeit ist. Doch Bill hat finstere Pläne und die Gegend wird von einer brutalen Bande von Pferdedieben heimgesucht. Die Hochzeit droht in einem Blutbad zu versinken.



Meinung:

Wer sich überrascht zeigte das der zeitgleich ebenfalls bei Splitter veröffentlichte Westerncomic Leave them Alone brutal sei, wird sich bei Wyoming 1863 noch einmal ordentlich die Augen reiben. Denn hier wird noch einmal eine Patrone darauf gesetzt. Zynisch, brutal und keine der Hauptfiguren zeigt wirklich eine Empathie gegenüber anderen. Hier wird eine Welt voller Gewalt und Egoismus geschildert.  Möglicherweise liegt das eher an der historischen Wahrheit und da, wie schon der Titel sagt, die Handlung im Jahre 1863 angesiedelt ist, befindet sich der amerikanische Bürgerkrieg bereits in seinem zweiten Jahr und die Menschen sind anhand des Grauens des Krieges verroht. 

Die erste Seite ist ein Vorgriff auf das Finale, welches aber erst in dem dritten Teil stattfindet, also ist alles Folgende die Schilderung wie es zu dieser Seite kam. Dabei ist sie recht überflüssig. Nicht nur wird man sich kaum noch an sie erinnern können wenn man beim dritten Band angelangt ist, sondern auch als schockierender Auftakt ist sie unnötig denn schon die erste Szene hat es in sich.  Es wird zunächst eine Idylle geschildert und der folgende Überfall ist ein Schock. Nicht nur das er stattfindet, sondern mit welcher Brutalität. Die Zeichnungen sind sehr explizit und gehen schon in den Bereich des Splatter hinein. Da sieht man deutlich die Austrittswunden und das Blut spritzt nur so durch die Gegend. Zudem ist diese ausufernde Gewalt im Grunde unnötig. Es geht um eine Bande von mexikanischen Banditen welche Pferde rauben wollen. Das rechtfertigt im Grunde nicht die Mittel, eine komplette Familie auszulöschen.

Es werden dann die Helden vorgestellt. Zumindest die Coverheldin.  Denn höflich formuliert bleiben alle Charaktere undurchsichtig. Das führt durchaus zur Spannung. Man ahnt das sie was planen, weiß aber nicht was und es wird nicht alles enthüllt. Unhöflich formuliert: sie sind noch sehr flach. Einzig die Motivation der Heldin wird deutlich. Angesprochen warum sie sich auf einer Reise befindet und einen Geleitschutz bildet, erzählt sie ihre tragische Geschichte und das sie ihre entführten Kinder sucht. Das ist etwas ungeschickt eingebaut und teilweise Rückblenden in denen sie reflektiert, hätte das Trauma ebenso gut dargestellt und die Hinweise die Spannung verschärft. Ihr Begleiter will offenbar Rache nehmen und macht sich an die Tochter seines Opfers heran. Während der Hochzeitsfeier kommt es dann zu einem Überfall der mexikanischen Banditen und gefühlt die Hälfte des Bandes  ist ein einziges Gemetzel. Auch hier wird es brutal und in der Rückblende ist eine Szene überflüssig brutal aber durchaus schockierend.

Neben der doch recht dünnen Story wird die einzige halbwegs sympathische Figur fast schon wie nebenbei entsorgt. Allerdings machen die Anspielungen auf die Motive genug neugierig, so dass man dabei bleibt. Aber die Brutalität dürfte auch so manche abschrecken. Hier sind die realistischen Zeichnungen Vor- als auch Nachteil. Man sieht alles im Detail und die Heldin hat offensichtliche Vorzüge, aber es wirkt auch recht glatt. Sie sind solide aber die Story hat noch Luft nach oben. Wer angesichts der teils unnötigen Brutalität nicht abgeschreckt worden ist wird doch halbwegs neugierig auf den zweiten Band. Keine Empfehlung, aber ein guilty pleasure für Western-Freunde der harten Gangart.



Fazit:

Ein guilty pleasure für Western-Fans. Die Story ist recht dünn, aber spannend. Und Action ist en masse vorhanden. Allerdings dürfte die überbordene Gewalt auch so manche abschrecken.



Wyoming 1863 1: Fünf Tage zum Sterben - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Wyoming 1863 1: Fünf Tage zum Sterben

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 18,00

ISBN 10:
3987213280

ISBN 13:
978-3987213281

56 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Action
  • realistische Zeichnungen
  • Andeutungen schüren Spannung
Negativ aufgefallen
  • dünne Story
  • unnötig brutal
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 02.08.2026
Kategorie: Alben
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