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Comic-Besprechung - Zoe Carrington
Geschichten:Zoe Carrington
Autor und Zeichnungen: Jim
Hintergründe: Rémi Torregrossa
Farben: Delphine
Übersetzung: Swantje Baumgart
Story:
Drei Freunde aus Studententagen, Simon, Rothenberg und JP, erhalten zehn Jahre nach ihrer letzten Begegnung mit Zoe die Einladung zum dreißigsten Geburtstag ihres Ehemannes, eines gemeinsamen Bekannten der vier. Sie reisen also nach London, wo so manche Überraschung auf sie wartet, und sich das Wiedersehen ganz anders entwickelt, als von jedem der drei erhofft.
Meinung: Wie im Vor- und Nachwort zu diesem Band vom Autor selbst beschrieben wird, handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe von Erzählungen, die alle von Begegnungen mit alten Liebschaften handeln, jede auf ihre Weise, jeweils mit einer originellen Ausgangsidee, und mit Helden in unterschiedlichen Altersstufen — nach den 40- und 50-jährigen jetzt also die 30er. Während die erste Geschichte als Vierteiler veröffentlicht wurde („Ein Nacht in Rom”) und die zweite als Zweiteiler („Helena”), hat Splitter sich entschieden, die neueste Geschichte des Reigens, eigentlich wieder ein Zweiteiler, diesmal direkt als Gesamtausgabe zu veröffentlichen. Das finde ich schon mal eine gute Sache.
Die Idee der Handlung ist tatsächlich genauso originell wie die der ersten beiden Episoden der Reihe, und wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf, denen man aber irgendwie das Konstruiertsein anmerkt, dass, wie der Autor selber zugibt, auch tatsächlich dahintersteckt. Die Handlung ist irgendwie holprig und sprunghaft, die Charaktere sind ein bisschen zu durchschaubar, und ehrlich gesagt auch irgendwie ein bisschen uninteressant bis hin sogar zu unsympathisch — denn eigentlich ist es die Geschichte dreier Loser, die nichts aus ihrem bisherigen Scheitern gelernt haben, und auch diesmal nicht wirklich schlauer agieren als dazumal. Das ist schon recht traurig anzusehen, zumal auch die Rahmenhandlung recht schnell etwas morbide Züge annimmt. Vielleicht hat Jim einfach zu lange daran herumgedoktert, wie er selber es beschreibt — zehn Jahre Ausarbeitung, mal als Film, dann wieder nicht, das manische Festhalten an einem Stoff, der nicht ganz rund ist, das wird dann am Ende auch nicht immer gut. Damit will ich die Handlung nicht komplett kaputtreden, doch ich habe schon bessere Plots gelesen. Und eine Warnung am Rande: das NACHWORT sollte man auf keinen Fall vorab lesen, dann ist alles gespoilert, und auch das Vorwort kommt nach der eigentlichen Lektüre noch früh genug.
Das ganze wird in den inzwischen wohlbekannten Bonbonfarben dargestellt, die sowas wie ein Markenzeichen von Jim geworden sind, seit er sich mit seinen Geschichten eher dem Mainstream zugewandt hat. Wobei man zugeben muss, das die Plots tatsächlich immer noch besonders sind und wenig Mainstream beinhalten, außer der zeichnerischen Darstellung. Ich hatte bisher gar nicht mitbekommen, dass die Farben hauptsächlich von Jims Ehefrau Delphine (Terrasson) stammen, und diesmal hat er sich sogar bei den „Hintergründen” helfen lassen (von Rémi Torregrossa), was bei mir ein bisschen die Frage aufkommen lässt, wieviel Jim eigentlich noch selbst gezeichnet hat an „Zoe Carrington”? Denn auf vielen Seiten überwiegen die Dekore ganz klar die Darstellung der Figuren. Das sind sicherlich Spitzfindigkeiten eines Fans, doch ich wittere hier eben eine kleine Ungerechtigkeit, wenn auf dem Cover nur Jim genannt wird. Ist eben so.
Die sechzigjährigen hat Jim übrigens kürzlich in Frankreich ebenfalls abgehandelt, sodass anzunehmen ist, dass er im Weiteren das Thema als beendet betrachten, und wieder etwas ganz anderes erzählen wird. Warten wir es ab.
Fazit:
Mit „Zoe Carrington” setzt Jim seine kleine Reihe mit Erzählungen über alte Liebschaften, und neue Entwicklungen dieser, auf originelle Weise fort. Diesmal ist die Generation der Dreißigjährigen sein Thema, und wieder hat er sich eine originelle Grundidee überlegt, die mit einigen Wendungen erneut zu einem überraschenden Ende führt. Das Ganze wird, wie gewohnt, mit feinlinigen Zeichnungen und einer bonbonfarbenen Kolorierung ausgeführt, mit hoher Ästhetik und einer attraktiven Frauenfigur im Mittelpunkt, was inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden ist. Ein etwas schwächerer Plot als sonst wird dadurch „gerettet”, als man nicht auf eine Fortsetzung warten muss, da der Band als Gesamtausgabe vorliegt. Für Fans wieder ein Augenschmaus, soviel ist sicher.
Zoe Carrington
Autor der Besprechung:
Uwe Roth
Verlag:
Splitter Verlag
Preis:
€ 39,80
ISBN 10:
3689501164
ISBN 13:
978-3689501167
192 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Ein Augenschmaus für die Fans.
- Die Gesamtausgabe erspart das Warten auf Fortsetzungen.

- Ein etwas schwächerer Plot als zuvor.
- Etwas unsympathische Figuren.

| Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic | ||
| Bewertung: | ||
| Keine Bewertung vorhanden | ||
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| Rezension vom: | 29.08.2026 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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