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Comic-Besprechung - Thorgal Saga: Die wandernde Stadt
Geschichten:Thorgal Saga: Die wandernde Stadt
Autor: Antoine Ozanam, Zeichner: Mohamed Aouamri, Colorist: Bruno Tatti
Story:
Thorgal hadert damit das er der Spielball der Götter ist. Um seine Familie vor den Göttern zu schützen, entschließt er sich fortzugehen. Als er in eine Stadt gelangt, entpuppt sich diese als Falle. Niemand kann sie ohne das Einverständnis des Herrschers verlassen und jeden Tag befindet sich die Stadt an einem anderen Ort. Kann Thorgal dennoch entfliehen? Derweil macht sich seiner Abwesenheit ausgerechnet ein Gott zu Nutze und nähert sich Thorgals Familie.
Meinung:
Wie mittlerweile bekannt sein dürfte, spielen die Storys aus der Thorgal Saga zwischen einzelnen Bänden der Ur-Serie. Manchmal erzählen sie alternative Versionen wie im Auftakt Adieu Aaricia, aber meist greifen sie einen bisherigen Handlungsstrang auf und schildern eingebettet ein Abenteuer. Etwa in Wendigo wo Thorgal in Amerika ein weiteres Abenteuer erlebt. Die Geschichten sind also eher Tie-Ins und erlauben es unterschiedlichen Kreativ-Teams sich des klassischen Helden anzunehmen und ihm somit Hommage zu zollen.
Zwischen welchen Bänden oder zu welchem Zeitpunkt Die wandernde Stadt dabei spielt, ist nicht ganz klar. Man bezieht sich zwar eindeutig auf Band fünf, aber auch auf Band 14 der Serie. Jolan, der Sohn von Thorgal und Aaricia, ist schon geboren aber noch ein kleiner Junge, wohingegen die Tochter Lupine noch ein Baby ist. Im Grunde ist diese Einordnung der Geschichte aber auch für das Verständnis und die Einordnung unwichtig. Thorgal will seine Familie vor den Launen der Götter schützen und verlässt sie. Auf seiner Reise gerät er dann in die wandernde Stadt die man nicht ohne weiteres verlassen kann. Ironischerweise wird die Abwesenheit Thorgals ausgerechnet von einem Gott ausgenutzt der das als Gelegenheit sieht, sich Aaricia zu nähern. Ein Spannungsbogen besteht also darin, ob Aaricia ihrem Mann treu bleibt und ob es der Gott hinnimmt oder sich nicht mit Gewalt nimmt was er will oder anderweitig die Familie zu zerstören droht. Hier ist auch ein weiterer Spannungsbogen in der Psychologie des Gottes zu suchen. Es ist eine gute und interessante Entwicklung ob und wie er seinen Egoismus überwindet.
Aber im Grunde ist das auch Thema bei Thorgal. Denn die Entscheidung seine Familie durch seine Abwesenheit zu schützen ist auch durchaus egoistisch, denn er will den möglichen Schmerz nicht ertragen und fragt auch nicht um Rat oder um Einverständnis. Also wählt er die Einsamkeit was Egoismus pur ist. Aber er gerät nicht nur in eine Intrige, sondern auch in eine Falle. Die Szenen in der Stadt atmen etwas von der Zivilisationskritik eines Robert E. Howards und im Nachwort geben sowohl der Zeichner als auch der Autor zu, Fans von Conan zu sein. Was man auch durchaus merkt. Nicht das nun Thorgal eine Version von Conan wäre, aber der Unterschied zu Stadt und Land ist plakativ. Die Naturzeichnungen sind wunderschön, offen, mit leuchtenden Farben. Die Zeichnungen der Stadt mit all den Winkeln und Ecken überladen, die Panels zum Bersten gefüllt und die Farben dreckig und dunkel. Die Bewohner sind dekadent, feiern den Tod eines Bürgers und ergehen sich in Ausschweifungen. Das kennt man auch aus Conan-Geschichten. Ebenso ist die Action etwas blutiger als man es von den Original-Geschichten her gewohnt ist. Es ist nicht blutrünstig aber wie Schwerter in die Körper dringen und es blutet ist deutlich zu sehen. Da war man früher auch bei Thorgal etwas zurückhaltender.
Aber sowohl die Zeichnungen wie auch die Story funktioniere und Aaricia war selten so verführerisch dargestellt worden ohne in das ordinäre abzurutschen. Auch auf der psychologischen Ebene ist alles sehr glaubwürdig und es gehört zu der Ironie der Story, dass am Ende eigentlich alle ihr ursprüngliches und wesentliches Ziel erreichen. Aber es überhaupt nicht merken.
Fazit:
Ein starker Band der überzeugt. Die Zeichnungen sind nicht nur dynamisch, sondern vermitteln auch gut Zivilisationskritik. Psychologisch ist das stimmig und gegen Ende auch ironisch. Packend ist es auf jeden Fall.
Thorgal Saga: Die wandernde Stadt
Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann
Verlag:
Splitter
Preis:
€ 24,00
ISBN 10:
3689501245
ISBN 13:
978-3689501242
96 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Zeichnungen
- Zivilisationskritik
- ironisches Ende
- Action und Spannung
- verführerische Frauen ohne ordinär zu werden


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| Rezension vom: | 27.08.2026 | ||||||
| Kategorie: | Thorgal | ||||||
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