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Jamiri im Gespräch

In seinem brandneue Band präsentiert Jamiri knapp 50 Szenen, die in zwei Kapiteln eingeteilt sind. „Wissen“ und „Glauben“ heißen die beiden Teile. Die Szenen sind aus seinem bisherigen Oeuvre zusammengetragen worden und es wurden durch den Künstler kleine Korrekturen, Streichungen oder Änderungen vorgenommen. Wir sprachen mit Jamiri nicht nur Gott und die Welt!

 

Wir haben lange nichts mehr voneinander gehört. Zunächst einmal Glückwunsch zum neuen Buch „Gödel, Escher, Gott“! Muss ich Hofstadter gelesen haben, um Dein Werk zu verstehen?

Nein, musst Du nicht. Der Titel referiert eben nur auf den Weltbestseller „Gödel, Escher, Bach“ von Douglas R. Hofstadter, ein Standardwerk, wenn es um die Schönheit der Zahlen geht. Bach musste bei mir Gott weichen, denn ich verhandele Wissen versus Glauben.

Wann bist Du das erste Mal mit Hofstadter in Berührung gekommen und inwiefern hat er Dich inspiriert?

Das war so um die Jahrtausendwende, ich arbeitete auf Einladung von Prof. Folkmar Bornemann jahrelang für die Mitteilungen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, zeichnete also Mathe-Comics. Dafür brauchte ich „Futter“, und ein Freund lieh mir seine Hofstadter Bücher, auch „Metamagicum“. Ich verschlang sie genauso wie z. B. Simon Singhs „Fermats letzter Satz“ oder später N. N. Talebs „Der Schwarze Schwan“. Was für großartige Gedankenkrimis!

„Gödel, Escher, Gott“ enthält 50 Strips. By the way: Nennst Du Deine One-Pager Comicstrips? Szenen? Geschichten?

Strips sind es nicht, Strips sind horizontale Zeitungs-Streifen. One-Pager ja, Szenen, Episoden, würde ich sagen. Ein größerer Plot ergibt sich nur, wenn man alle meine Alben hintereinander liest. Man könnte sagen, es handelt um meine Echtzeit-Memoiren. Ein Sittenverfallsgemälde in bisher 19 Bänden.

Wie bist Du bei der Auswahl vorgegangen?

Ich habe einfach ausnahmslos alle Gott- und Mathecomics reingepackt. Die Idee zu dem Buch kam ja auch von den Fans und Lesern. Und dann sollte so eine Kompilation auch lückenlos vollständig sein. Das haben wir hingekriegt.

Ich finde bemerkenswert, dass Du den Bereich zwischenmenschliche Beziehungen weitestgehend ausgeklammert hast. Beginnt bei Dir eine neue Schaffensepoche?

Das hat die Beschränkung auf Mathe und Gott einfach so ergeben. Dass Beate weg ist, gefällt mir auch nicht. Ein Aufschrei ging ja seinerzeit durch die Leserschaft, als sie mich verließ. Sie beherrschte ja mein Schaffen. Und dass ich sie liebte, hat wohl jeder gemerkt. Ja. Was für ein Mist. Notgedrungen begann eine neue Schaffensphase. Ohne sie. Verlassenheit birgt ja auch durchaus ihre ganz eigene Komik.

Wer Dir auf Facebook folgt, weiß, dass sich Deine Wohnsituation geändert hat. Hast Du Dich mittlerweile eingelebt?

Eingelebt ja. Alle Kartons ausgepackt nein. Aber ich habe jetzt drei Arbeitsplätze. Einen offline, alter MacPro von 2008, CS 2 und 4, KPT, Eyecandy, Knoll LensFlare usw. Zeug, was es gar nicht mehr gibt und nur noch auf der Kiste überhaupt läuft. Einen großen analogen, der schon wieder verwaist, ich Depp. Und dann den provisorischen Behelfsarbeitsplatz in der Parterre, online, Mac mini, neuestes PS, Cintiq 24 Pro und meinen beknackten Sound-Aufbau. Am wohlsten fühle ich mich mit dem Provisorium.

Hat der Umzug Folgen für Deine Arbeit?

Ja, natürlich. Da ich immer nur aus meinem Leben erzählt habe, hat mein neues Umfeld drastische inhaltliche Konsequenzen. Das kann man gut auf Facebook verfolgen. Ich bin ja eine ehrliche Haut. Und meine Eltern sind derart komisch, wie ich das früher nie bemerkt habe.

Sowieso bist Du sehr aktiv auf Facebook. Eine Ersatzbefriedigung oder magst Du die Sozialen Medien?

Nun, dieser Coronatage sind ja Facebook & Co. eh ein Ersatz für ein reales Sozialleben. Interessant an den sozialen Medien ist aber, dass du mit deinem Publikum interagieren kannst, wie das vorher nie gegangen wäre. Eine Medaille mit zwei Seiten, ja. Aber trotzdem, giant step. Ja. Ich mag die Sozialen Medien. Und meine Leser und Follower haben mir über die Strecke ziemlich gute Impulse gegeben, siehe nur als loses Beispiel „Gödel, Escher, Gott“.

Was ist Dein nächstes Projekt?

Das kommende Album. HIKIKOMIRI. (Arbeitstitel. Abgeleitet vom japanischen Hikikomori, was einen Stubenhocker beschreibt, der kaum je das Haus verlässt usw.) „Hikikomori“ gab es aber schon als Roman. Deshalb hab ich das Wort personalisiert. Das komplette Buch handelt bloß von Mama, Papa, mir und einem roten Kater. Und was sonst noch so passiert. Echtzeit-Memoiren halt.



Special vom: 23.05.2021
Autor dieses Specials: Bernd Hinrichs
Kategorie: Interviews
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