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Specials Eventspecials

Interview mit Klaus Scherwinski

"Zeichnen ist erlernbar"

Klaus_ScherwinskiKlaus Scherwinski ist das, was man ein grafisches Multitalent nennt. Er fühlt sich sowohl im Medium der Neunten Kunst heimisch als auch im Bereich der Illustration. Seine Brötchen verdient er jedoch ganz klar, wie viele deutsche Comiczeichner, mit Illustrationen. Die Hauptbetätigungsfelder des gebürtigen Ostwestfalen, der am 5. Juli 1976 in Minden geboren wurde, liegen in den Bereichen Rollen- und Computerspiele sowie in der Werbung.
Nach dem Abitur auf dem Herder Gymnasium in Minden und dem Zivildienst fand er keinen Ausbildungsplatz in der Werbebranche.
Also versuchte er sich an einem Anglistik-Studium (mit Spanisch und Wirtschaft) und zeichnete nebenher. Durch gelegentliche Jobs ermutigt, ließ er das Studieren sein und machte sich 2003 selbständig. Seit dem arbeitet der Wahl-Bielefelder als freiberuflicher Illustrator und Comiczeichner für internationale Gamestudios und Comicverlage.
Seit 2004 ist er "Art Director" des Spielemagazins Mephisto wie auch Dozent für "Illustration und Gamedesign" an der Volkshochschule, der Universität Bielefeld, der Fachhochschule OWL und dem "b.i.b. International College".

Das ZACK-Interview mit Klaus Scherwinski wurde in der Zeit von Januar bis März 2012 über mehrere Etappen per eMail geführt.

Klaus, wie bist Du ins neue Jahr gestartet? Mit dem Pinsel in der Hand oder eher einem Glas Sekt und einem Kübel Erdbeerbowle?
Tatsächlich ersteres. Ein bisschen gezeichnet, denn wann hat man schon mal Ruhe außer Silvester? Und in sehr kleinem, attraktivem Kreise reingerutscht. Am 2. Januar war ich dann gleich wieder fünf Tage in Frankfurt, wo ich als „Storyboard Artist“ für Crytek arbeite. Und Weihnachten Poster_Mephistokommt man ja auch zu nix.

Wie verlief 2011 für Dich – in Bezug auf Deine Karriere als Comiczeichner und Illustrator?
Viel Shadowrun-Rollenspiel-Artwork. Ein Cover für Battletech. Endlich mein eigener kleiner Comicsammelband bei Weissblech Comics. Das war cool. Daneben sehr, sehr viel unterrichtet, FH-Lemgo, VHS und Uni- Bielefeld, Kurse oder Vorträge in Neuss, Berlin, Münster, Köln. Am „b.i.b. International College“ in Paderborn habe ich Klassen für Game Design gekriegt und wieder begonnen für Crytek zu zeichnen. Da ging einiges. Wenig Freizeit. Aber viel Spaß.

Weißt Du noch, welches der erste Comic war, den Du bewusst gelesen hast?
Einer der mich beeindruckte? Ein flatteriger Biene Maja-Comic, wo eine böse Katze drin vorkam. Das musste mir mein Vater damals immer vorlesen. Und dann war da später noch ein Condor-Heft, Die Spinne - mit dem Hulk und einer Mondrakete oder sowas, die hatte ich neulich bei meiner Mutter beim Aufräumen tatsächlich wiedergefunden.

Na sowas, Biene Maja habe ich auch gelesen. Hatte Heft 1 am Kiosk gekauft. Aber frag mich nicht, wo das Bügelbild hingekommen ist. Wann und wie ging das bei Dir los mit dem Zeichnen?
Mit 16 Jahren habe ich Saber Rider and The Star Sheriffs vom Fern-sehen abgezeichnet. Ich wollte auch diese coolen Storys zeichnen und erzählen können, die mich da so gefesselt haben. Ziel war es nicht, ein Künstler zu werden, sondern einfach Spaß am Zeichnen von Comicgeschichten zu haben. Das ist jetzt 20 Jahre her. Echt lustig, dass einen heute Zeichen-Neulinge fast als "Alten Hasen" ansehen.

20 Jahre ist eine lange Zeit. Besonders wenn man bedenkt, wie schnell die Entwicklung im digitalen Bereich voranschreitet. Werkzeug GI_Joewie Wacoms gab es damals nicht. Kannst Du Dich an Deine erste professionelle Veröffentlichung erinnern? Wie war das?
Meine allerersten Zeichnungen waren Cartoon-Zeichnungen für ein kleines Werbebüro in einer Nachbarstadt. Knubbelnasenmännchen-Tuschezeichnungen, die dann im Copycenter kopiert wurden, damit man beim Kolorieren mit Edding und Filzstift das Original nicht ruiniert. 1996 hatte ich halt noch kein Photoshop, und der Grafiker, der mich beauftragte, konnte das selbst nicht und setzte auf Handarbeit. Das war natürlich nicht das, was ich machen wollte, nämlich Superhelden.

Deine Entwicklung finde ich insofern bemerkenswert, als dass Du Dir das Zeichnen selbst beigebracht hast, richtig? Und jetzt seit einigen Jahren ein anerkannter Dozent für »Illustration und Game Design« bist.
Es ging halt damals nicht anders. Keine YouTube-Tutorials, keine Künstler-Websites zum Austausch und zur Motivation. Ich weiß nicht, ob ich "anerkannt" bin, aber langsam kann ich auf bestimmte Erfolge verweisen, und es ist klar, dass ich vor Leuten reden kann, ohne dass diese dabei einschlafen.

Weiter geht es im ZACK # 156 ...

Shadowrun

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Special vom: 24.05.2012
Autor dieses Specials: Matthias Hofmann
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Editorial von Georg F.W. Tempel
Michel Vaillant im Europa Park in Rust
Zuletzt gefragt: Dim D.
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