SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb


In der Datenbank befinden sich derzeit 470 Specials. Alle Specials anzeigen...
Specials Eventspecials

Das Allerletzte
«  ZurückIndex
Ich möchte keine gedruckten Comics mehr lesen.

BerndGerade erst vor einem Jahr habe ich mein Büro renoviert, und schon wieder platzt das Regal mit den Comics aus allen Nähten. Es sind dabei gar nicht so sehr die Comics, die ich nicht lesen möchte. Nein, ich wähle in der Zwischenzeit sehr gut aus, hole mir nur noch das, was ich wirklich haben möchte. Wenn wir einmal umziehen müssen, beneide ich schon jetzt nicht die Möbelpacker, die diese Massen abtransportieren müssen.

Was lobe ich mir da mein iPad. Es ist leicht, es ist klein (ich habe das iPad mini), und ich habe da schon jede Menge Bücher drauf. Bücher in der Hauptsache wohlgemerkt, Comics sind da noch Mangelware. Auch Zeitschriften werden von mir immer mehr umgestellt auf die digitale Variante, wenn es sie denn gibt. iBooks gibt es dank OS X Mavericks inzwischen auch auf dem Mac. Mir stehen also theoretisch unbegrenzte Lagerungskapazitäten zur Verfügung, ohne dass sich die Möbelpacker einen Bruch heben müssen.

Da war es für mich selbstverständlich, dass ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Comicmacher auf der Frankfurter Buchmesse gefragt habe, wann es denn nun endlich mal vorangeht mit der schönen digitalen Welt bei den Comics. Denn da sieht es im Moment nicht ganz so rosig aus. Nur wenige Verlage sind das Thema angegangen und haben auch schon in den vergangenen Jahren digital produziert.

Unter den Vorreitern war hier der MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag mit den Abrafaxen in digitaler und zudem noch vertonter Form. Bereits 2008 veröffentlichte man hier den ersten kompletten Comic über 36 Seiten vertont in iTunes. Und es konnte schon automatisch in die Panels gezoomt werden. Es war die MOSAIK Ausgabe 382.

Die Antwort war einhellig: Wir tun etwas. Überall werden für 2014 Fortschritte angekündigt, überall sollen vor allen Dingen die Comics, die in Lizenz produziert werden, in diesen Markt vorstoßen. Und das sind in Deutschland nun einmal die Meisten. Eigengewächse werden in den meisten Fällen ohnehin fast schon selbstverständlich als ePub angeboten.

Natürlich wollte ich auch wissen, warum das so lange gedauert hat. In der Tat scheinen die meisten Lizenzgeber das Thema entweder verschlafen zu haben oder waren der digitalen Veröffentlichung skeptisch gegenüber eingestellt. Das hat sich nun offensichtlich geändert, so dass es möglich ist, den Markt endlich auch zu beschicken. Das wurde meiner Meinung nach auch wirklich höchste Zeit. Denn dort, wo es kein legitimes Angebot gibt, sprießen leider die illegalen Angebote. Es ist einfach an der Zeit, dem etwas entgegenzusetzen.

Immerhin: Eine der wichtigsten Publikationen dieses Jahr, Band 35 von Asterix, ist auch als ePub zu haben. Und selbst die technologischen Grenzen sind im Begriff zu fallen. Auf Apple-Geräten können in iBooks inzwischen Comics veröffentlicht werden, die animiert von Panel zu Panel fahren und dieses hochzoomen. Wie das technologisch geht, konnte ich mir bei Readbox anschauen, und es ist beeindruckend. Insbesondere, weil man bis vor kurzem dafür noch eine eigene App benötigte.

A propos Asterix 35: Endlich gab‘s hier mal wieder einen guten Asterix zu lesen, einen, den man wieder gerne mehrmals in die Hand nimmt und der den Befreiungsschlag geschafft hat.

Ihr seid meiner Meinung oder vielleicht auch nicht? Dann schreibt mir doch an die bernd.glasstetter@splashcomics.de

Bis zur nächsten Ausgabe
Bernd Glasstetter
«  ZurückIndex


Special vom: 21.11.2013
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Editorial von Georg F. W. Tempel
Die Schöne und das Automobil: Margots Reportagen
The Magic Pen: Interview mit Dylan Horrocks
Zurück zur Hauptseite des Specials