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Carl Barks - Der Mann, der Entenhausen schuf
carl_barks_portrait.jpg Bei den amerikanischen Disney-Verlagen war es lange nicht üblich, dass Zeichner ihre Geschichten signieren. So war Carl Barks während seiner gesamten aktiven Disney-Zeit aufmerksamen Lesern lediglich als "der gute Entenzeichner" bekannt. Nur ein kleiner Kreis hartnäckiger und begeisterter Fans fand heraus, dass es Carl Barks war, der Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb, die Panzerknackerbande, Gundel Gaukeley, Gustav Gans und viele, viele andere Bewohner von Entenhausen erschaffen hatte. Die genialen Comic-Erzählungen haben Carl Barks bis heute weit über die Zirkel eingefleischter Fans hinaus einen regelrechten Kultstatus verschafft. Das jedenfalls beweisen die Millionenauflagen der Nachdrucke seiner Geschichten.

Donald Duck

Carl Barks hat Donald nicht erfunden. Aber er hat ihn zu wirklichem Leben erweckt, indem er ihm die Persönlichkeit und die Charakter-Eigenschaften verlieh, die wir alle kennen und für die wir ihn lieben. Alle Charaktere, die Barks erschaffen hat, besitzen diese menschliche Tiefe, in der wir uns immer wieder selbst erkennen können. Doch Barks war vor allem ein begnadeter Geschichtenerzähler. Als er 1966 in den Ruhestand ging, hatte er auf nicht weniger als 6.371 Seiten die Abenteuer seiner Enten festgehalten.

Die Geschichten veränderten sich im Laufe der Jahre. Zu Anfang drehten sie sich meist um den temperamentvollen Donald und dessen slapstickartig ausgetragenen Konflikten mit seinen Neffen Tick, Trick und Track. Nach und nach fanden sich die Ducks in exotische Abenteuer auf der ganzen Welt verwickelt, unter Wasser, in den Bergen, in geheimen Städten und lange vor dem ersten Satelliten sogar im Weltraum.

Onkel Dagobert

Solche Abenteuerreisen kosten Geld. Und das ist einer der Gründe, aus denen Barks für die Geschichte "Die Mutprobe" Uncle Scrooge McDuck, also unseren Onkel Dagobert, erschuf. Zu Anfang sollte Onkel Dagobert eigentlich nur hin und wieder einen kleinen Auftritt haben. Doch diese Figur trug so viele gute Geschichten in sich, daß sie es bald zu einem eigenen Magazin brachte. Für den großen Erfolg der reichen Ente hatte Carl Barks folgende Erklärung: "Er wurde deshalb so populär, weil sein Vermögen geradezu lächerlich riesig ist und daher niemand ernsthaft neidisch wird."

25 Jahre mit Donald

Über ein Vierteljahrhundert lang hat Carl Barks den Alltag von Entenhausen und die Abenteuer seiner Bewohner beschrieben. Ein Vierteljahrhundert – alleine diese Zeitspanne wäre schon bemerkenswert. Doch die große Bewunderung für Barks und sein Werk basiert nicht nur auf der langen "Ehe" zwischen dem Autor und seinen Geschöpfen.
Carl Barks war von 1936 bis 1942 in den Walt Disney-Studios tätig. In dieser Zeit gewöhnte er sich nie richtig an die Studio-Arbeit. Er war ein Einzelgänger und fühlte sich im Team selten ganz wohl.

Comic: Das perfekte Medium

Die Whitman Publishing Company war Barks nächster Arbeitsplatz. Die Spezialität dieses Verlages waren Comic-Magazine mit Figuren aus Zeichentrickfilmen - eine seiner bedeutendendsten Lizenzen war die von Walt Disney. Für Barks waren Comics das perfekte Medium, um seine künstlerischen Fähigkeiten zu entwickeln. Doch darauf war seine Wahl sicher nicht von vorneherein angelegt aber es läßt sich nachträglich gut beobachten. Man vergleiche nur die Arbeiten aus der Zeit vor 1942 mit so genialen Geschichten wie "Der arme reiche Mann", "Im Land der viereckigen Eier" oder "Donald Duck und der goldene Helm".

Verliebt in Details

Wie man bei der Einrichtung von Donald Ducks Wohnzimmer sehen kann, liegt eine von Barks großen Stärken im Detail. Da hängt das gerahmte Bild eines Eis mit dem Titel "Mama" oder der Goldfisch trägt Schnorchel und ist so fett, daß er das ganze Aquarium ausfüllt; in einem Museum hängt ein Bild von Lady Godivas Wäschekorb, das Entdecken nimmt kein Ende. Seinen Enten folgte Carl Barks mehrfach um die ganze Welt. Seine Geschichten, ob sie nun in Südamerika oder in Australien spielen, sind immer unglaublich korrekt bei der Beschreibung von Landschaften und Lokalitäten. Bevor er eine Geschichte konzipierte, studierte er nämlich ausgiebig u.a. das amerikanische Wissenschaftsmagazin "National Geographic". Dadurch gelangen ihm diese akkuraten Beschreibungen.

Der Maler Carl Barks

Carl Barks illustrierte seine letzte Donald Duck-Geschichte im Jahre 1966, doch bis 1973 arbeitete er noch an vielen weiteren als Autor mit. Dann zog sich Barks in sein Haus in Oregon zurück und konzentrierte sich ganz auf seine Malerei. 1971 erhielt er die nur ganz selten erteilte Genehmigung, die Disney-Figuren in Ölgemälden zu portraitieren. Die ersten Bilder wurden für die damals unerhörte Summe von 6.000 US-Dollar verkauft. Zwanzig Jahre später brachte eines seiner Bilder auf einer Auktion bereits 200.000 Dollar. Zum Vergleich: Während seiner Zeit als Comic-Zeichner erhielt Barks nie mehr als 45,50 Dollar pro Seite.

Erinnerungen

Im Juni 1994 machte sich der damals schon 93jährige Barks auf die erste Europareise seines Lebens. Sie sollte zum Triumphzug für ihn werden.
Als er im August 2000 starb, hatten nicht wenige seiner Leser das Gefühl, ein Familienmitglied verloren zu haben. Er sagte einmal: „Ich würde gerne als Mensch in Erinnerung bleiben, der gute Arbeit gemacht hat“.
Mit der Carl Barks Collection will Egmont diese Erinnerung wachhalten.



Special vom: 11.01.2005
Autor dieses Specials: Egmont
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Dr. Erika Fuchs - Übersetzerin aus Leidenschaft
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