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Comic-Besprechung - Reddition 51

Geschichten:

Herausgeber: Volker Hamann

Dossier: Blake und Mortimer

  • Volker Hamann: Edgar P. Jacobs
  • Michael Hein: Das Geheimnis des Schwertfischs
  • Bernd Weckwert: Jacobs und H.G. Wells
  • Bernd Hinrichs: Bob de Moor
  • Volker Hamann: Ted Benoit
  • Michael Hüster: Yves Sente
  • Volker Hamann: André Juillard
  • Volker Hamann: René Sterne
  • Bibliographie


Story:
Zum ersten Mal ist eine komplette Ausgabe des Comic-Fachmagazins REDDITION einem Dossier über eine einzige Comicserie gewidmet: DIE ABENTEUER VON BLAKE & MORTIMER von Edgar P. Jacobs. Neben Leben und Werk des Erfinders dieses Klassikers franco-belgischer Comickunst, werden auch dessen Epigonen behandelt.



Meinung:

Die großen Feiern zum 25-jährigen Jubiläum und dem Erreichen der Nummer 50 sind vorbei. Aber bei der Edition Alfons ist keinesfalls Katerstimmung angesagt, denn pünktlich zum Jahresende erschien bereits die Nummer 51 und bietet gleich ein Novum für die sachkundige „Zeitschrift für Graphische Literatur“: man hat sich eine einzelne Comicserie ausgesucht und unterzog sie einer genausten Würdigung.

BLAKE & MORTIMER gehört zu den absoluten Klassikern und sollte daher in keiner gutsortierten Comic-Sammlung fehlen. Wie kein anderer hat Edgar P. Jacobs ganze Generationen von Lesern und Zeichnern inspiriert. Die Serie debütierte 1946 im belgischen Magazin TINTIN und hat den Tod ihres Schöpfers 1987 erfolgreich überlebt, was nicht von vielen Comics dieser Art gesagt werden kann.

Es wurde schon einiges über die Serie mit den Helden Hauptmann Francis Blake und Professor Philip Mortimer geschrieben, somit sind die wichtigsten Daten hinlänglich bekannt. Dennoch gab es bislang gerade in Deutschland noch keine intensive Auseinandersetzung mit den ABENTEUERN VON BLAKE & MORTIMER, besonders was die Nachfolger von Edgar P. Jacobs betrifft. Von denen gibt es bereits einige, weil der Stil von Jacobs zwar genau zu analysieren, aber im Kern nur schwer zu treffen ist.

Den Auftakt macht Volker Hamann mit einer ergiebigen Würdigung der Person Jacobs‘, die keine Fragen offen lässt. Der Werdegang des Zeichners wird ausführlich beschrieben, in einem Stil, der flüssig zu lesen ist und äußerst kompetent erscheint. Illustriert ist der Beitrag, wie auch das gesamte Heft, mit vielen seltenen Bildbeispielen. Alte Fotos, Skizzen, seltene Titelbilder oder Illustrationen sind liebevoll um den Text drapiert, so dass es eine Freude ist, all die kleinen zusätzlichen Mosaik-Steinchen, die den Artikel optisch untermalen, zu entdecken.

Alle anderen Zeichner und Autoren, die sich nach Jacobs BLAKE & MORTIMER angenommen haben, werden weniger ausführlich behandelt. Das mag daran liegen, da ihr eigenes Oeuvre zwar erwähnt wird, aber der Schwerpunkt auf der Dossier-Vorgabe liegt. Bob de Moor, André Juillard, Ted Benoit oder Jean Van Hamme haben ihre wichtigsten Duftmarken mit anderen Comics hinterlassen, deren intensive Einziehung etwas am Thema vorbei geschrieben wäre. Einzig Yves Sente und René Sterne kommen etwas arg knapp weg, aber dennoch so ausführlich, dass sie in ihrer inhaltlichen Tiefe nicht völlig aus dem Rahmen fallen.

Leider werden die einzelnen Alben in Sequenzen zwar immer mal wieder in den verschiedenen Textbeiträgen erwähnt, aber es fehlt eine zusammenhängende kompakte inhaltliche Abhandlung der kompletten Serie. Dabei gibt es übers Heft verstreut satzweise die eine oder andere Wiederholung, die bei zügiger Lektüre des kompletten Hefts etwas ermüdend wirkt. Gerade das laufende Repetieren der deutschen und französischen Titel eines Albums hätte man nicht durchgehend praktizieren müssen.

Es hätte sich angeboten, in einem speziellen Beitrag jedes Album einzeln inhaltlich aufzuarbeiten und dies durch eine entsprechende Interpretation zu ergänzen. Für spätere Recherchen wäre so ein brauchbares, intensives Werkzeug entstanden, auf das man immer wieder zurückgreifen kann, ohne die anderen Artikel durchforsten zu müssen.

Sehr zu loben ist die gründliche und ansehnliche Bibliografie zur Serie, die nicht nur mit Titelbildvarianten illustriert ist, sondern auch alle Originalveröffentlichungen auflistet. Ergänzt wird der imposante Datenberg durch eine Auswahl der BLAKE & MORTIMER-Parodien sowie von Sekundärliteratur zu Serie und Künstlern. Sehr akribisch – sehr brauchbar!

Das Heft ist opulent illustriert. Das Layout ist zwar stellenweise hart an der Grenze zur Überfrachtung, aber dennoch angenehm zu lesen. Winzige Details wie die kleinen Icons als Schlusspunkte jedes Artikels oder die Gestaltung des Heftrückens runden das extrem positive Gesamtbild ab.



Fazit:
Das Experiment ist gelungen: 76 Seiten, teilweise in Farbe, für eine einzige Serie werden geboten. Der Leser bekommt ein komplettes Bild von BLAKE & MORTIMER mit all seinen Facetten vermittelt. Selbst für alte Hasen gibt es so manches Detail zu entdecken. Gerade Leute, die noch nie ein Album dieser Serie gelesen haben, dürfte es nach vollendeter Lektüre reizen, sich ein erstes Album zu Gemüte zu führen.

Die REDDITION Nr. 51 ist ein von Experten liebevoll gemachtes Blatt, das viel Mehrwert fürs Geld bietet. Es ist eine wahre Freude darin zu schmökern. Der Spaß könnte sogar so groß werden, dass es einen das alte irische Sprichwort abwandeln lässt, das normalerweise nur beim Genuss einer guten Mahlzeit fällt: "Ich weiß nicht, ob ich es vögeln oder lesen soll."



Reddition 51 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reddition 51

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 8.00

76 Seiten

Positiv aufgefallen
  • sehr gut illustriert
  • ein Muss für Freunde von Comic-Sekundärliteratur
  • ausführliche Bibliographie
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 18.01.2010
Kategorie: Reddition
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