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Comic-Besprechung - ZACK 133 (Nr. 07/2010)

Geschichten:
  • WYOMING DOLL: Autor/Zeichner: Franz
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Die Kunst des Packens, Autor: Rodrique, Zeichner: Achdé
  • ANDY MORGAN: Gefahr auf dem Fluss (Teil 5), Autor: Yves Huppen, Zeichner: Hermann Huppen
  • RUBINE: Klassenfoto (Teil 1), Autor: Mythic, Zeichner: François Walthéry & Bruno di Sano
  • INVERSION: 1. Teil (Teil 2), Autor: Makyo, Zeichner: Jerry Hulard
  • SOLO: Die Überlebenden des Chaos (Teil 1), Autor/Zeichner: Oscar Martin
  • ÉPICTETUS, Autor: Guillaume Bianco, Zeichner: Sergio Algozzino


Story:
Hinweis: Auf Grund der Masse an verschiedenen Comics und den Gesetzmäßigkeiten der Fortsetzungsgeschichten, wird inhaltlich an dieser Stelle nicht alles wiedergegeben.

Wie im Vormonat gibt es auch im Juli zwei neue lange Geschichten zu verzeichnen.

Wyoming Doll, dem auch das Titelbild gewidmet ist, ist ein waschechter Western. Es werden zwei Handlungsstränge erzählt. Zum einen die Geschichte zweier Auswandererfamilien aus Italien und Irland, die mit ihren Planwagen unterwegs sind. Zusammen mit ein paar Rindern und zwei jungen Führern sind sie auf einer Reise nach Westen. Ihr Ziel ist es, sich einem großen Treck nach Dakota, Wyoming oder Oregon anzuschließen.

Ihr Traum vom Leben in Nordamerika wird jedoch abrupt zerstört. Eine Horde Crow-Indianer auf dem Kriegspfad überfällt die Gruppe und metzelt alle nieder. Nur ein Führer und ein schwer verletzter, halbskalpierter Großvater überleben. Zwei der Kinder werden entführt.

Zum anderen erfährt der Leser die Geschichte von Springender Lachs, einem Sioux-Indianer, der die Tochter von Nebeltau heiraten will, was jedoch von Nebeltau abgelehnt wird. Seine Enttäuschung treibt ihn bis zu einem Fort der weißen Männer, wo er unvermittelt beschossen wird.

Klassenfoto ist der Auftakt zu einem neuen Zweiteiler der Serie Rubine. Die Titelheldin, Rubine Killarney, die schönste Polizistin Chicagos, kommt auf den ersten Seiten nicht vor. Stattdessen wird das Fundament für einen neuen Kriminalfall gelegt. Laureen hat eine Affäre mit Benjamin Rhodes. Dieser will sich jedoch wegen ihr nicht von seiner Frau trennen. Als sie ihm vorgaukelt schwanger zu sein, kommt es zu einer Kurzschlusshandlung: er bringt sie mit bloßen Händen um. In einer Rückblende ist der Leser bei einer winterlichen Klassenfahrt von Schulkindern an den Wakanala-See mit von der Partie. Dort kommt es zu einem tragischen Unfall. Bei einer Mutprobe, als sich ein dicklicher Junge auf das Glatteis des zugefrorenen Sees begibt, bricht er ein und verschwindet vor den Augen der entsetzten Mitschüler im eiskalten Wasser.

Gefahr auf dem Fluss, das neue Abenteuer von Andy Morgan, geht mit dem fünften Teil zu Ende. Andys alter Widersacher Bronzen zeigt sich als zäher Bursche. Im südamerikanischen Dschungel kommt es während monsunartigen Regenfällen zum Showdown.

Auf den Service-Seiten gibt es diesmal einen Artikel über Franz von Georg F.W. Tempel, ein Interview mit der deutschen Zeichnerin Naomi Fearn von Michael Hüster, einen Artikel von Volker Hamann über Yves Chaland und die regelmäßigen Sparten wie Novitäten, News, Rezensionen und weiteres. 

Meinung:
Western haben eine lange Tradition bei Zack. Mit Wyoming Doll hat Georg Tempel einen Einzelband eines der „ganz großen Meister“ ausgegraben. Die 64seitige Wild-West-Story von Franz erschien bereits 1999 in Frankreich bei Dargaud und wurde bislang von den deutschen Verlagen links liegen gelassen. In seinem einführenden Artikel über Franz Drappier, wie der Zeichner mit vollem Namen heißt, bewertet Tempel das Werk von Franz als bedeutend, aber unter Wert geschlagen. In Deutschland hat sich für Franz nie eine nennenswerte Leserschaft gebildet, die dessen Oeuvre die nötige Wertschätzung beimaß. Serien wie Lester Cockney, Thomas Noland oder Jugurtha wurden hierzulande, auf Grund von sinkenden Verkaufszahlen abgebrochen. Erst der Finix Comics Club machte es möglich, dass seine Abenteuerserien einen würdigen Abschluss erfahren.

Eines steht fest: Wyoming Doll ist ein Westerncomic, an dem nichts wirklich auszusetzen ist. Franz beherrscht sein Metier. Seine Personen wirken, gemessen an den Maßstäben eines modernen Western, authentisch. Dass er Pferde und Landschaften zeichnen kann, wusste man schon länger. Die Panelaufteilung mit ihren vielen kleinen Bildchen ist etwas altmodisch. Die Geschichte, die er ohne die Hilfe eines anderen Szenaristen geschrieben hat, fängt spannend an. Die Handlung ist von der Idee jedoch eher ein alter Hut (weiße Einwanderer werden von bösartigen Rothäuten grundlos massakriert, die Überlebenden fahnden nach den Entführten), aber dennoch ist das Gesamtpaket in seiner stringenten Art überzeugend.

Die rothaarige Rubine war bereits vor einigen Jahren Gast im Magazin aus dem Hause Mosaik Steinchen für Steinchen. In ZACK Nr. 39 bis 42 wurde der siebte Band der Serie, Gefährliche Ferien, vorabgedruckt. Rund acht Jahre später kehrt sie nun mit ihrem elften Abenteuer zurück.

Die neue Geschichte startet vielversprechend. Auch wenn die schöne Heldin in diesem Heft noch nicht ins Geschehen eingreift, entwickelt sich eine spannende Krimihandlung, die mit einem vorbildlichen Cliffhanger endet. Die Zeichnungen von François Walthéry und Bruno di Sano sind klassische École Marcinelle, wie man sie vom Natascha-Zeichner gewöhnt ist. Wie bei Andy Morgan kommt man hier von der neuen Linie ab und bringt eine Serie, die später nicht selber in Albenform verwertet wird. Bei solchem namhaften Material gilt dann, dass Ausnahmen die Regel bestätigen.

Die Gefahr am Fluss ist bei Andy Morgan mit diesem Heft gebannt. Kaum hat sich die Aufregung gelegt, dass Hermann mit einer neuen Episode seines Klassikers wieder in Zack vertreten ist, da verabschieden sich Andy, Barny und Ali auch schon wieder. Schön war’s, wenngleich der große Thrill ausblieb. Hermann ist in jedem Fall eine Klasse für sich und jede neue Seite dieser Geschichte ist optisch eine Freude und die Zack-Nostalgiker kamen voll auf ihre Kosten. Adieu, Andy, komm‘ bald wieder!

Die neue Folge der Verdammten der Straße gibt Anlass zu einer kurzen Auseinandersetzung über das Für und Wider solcher One-Pager. Schon immer gab es diese kurzen, meist einseitigen Gag-Strips in Zack. Der bekannteste Vertreter dürfte Dupas Cubitus sein. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jede Pointe zündet. Humor ist so eine Sache. Was für den einen ein Brüller, ist für den anderen ein müder Witz.

Die Kunst des Packens zeigt einen Herrn, der sein Gepäck für den Urlaub auf dem Dach seines Citroen 2CV verstaut. Auf sechs Panels verzurrt er einen Berg Koffer und Taschen, der so hoch ist wie die „Ente“ selbst, mit einem Lederriemen. Im letzten Bild sieht man ihn heulend, nachdem der Riemen von der Belastung gerissen ist und der Berg von Gepäck das Dach des fahrbaren Untersatzes zerstört hat. Luschdig, oder?

Die Zeichnungen von Achdé sind klasse. Toller Funny-Strich, so wie er sein muss. Aber die Gags. Meine Güte, wenn schon der Achdé nicht rafft, dass die Stories von Rodrigue absolut unterirdisch schlecht sind, dann müsste es doch wenigstens der Efwe merken? Oder wählt er nach den französischen Originalen aus und bei der Übersetzung geht der gesamte feingedechselte Wortwitz flöten? Oder muss er die Seiten in dieser strapazierenden Reihenfolge Monat für Monat abdrucken, weil er sie gekauft hat, als er ein paar Viertele Pernod zu viel getrunken hatte?

In Frankreich sind von dieser Serie bereits sieben Alben veröffentlicht worden. Es ist davon auszugehen, dass der Chefredakteur die besten von den rund 300 Seiten auswählt. Wenn Die Kunst des Packens eine der besseren Pointen darstellt, dann „Gute Nacht, meine Freunde!“. Der Gag ist diesmal so schlecht, dass sich einem die Fußnägel ziehharmonikagleich zusammenfalten und man gleichzeitig von einer schier unendlichen Hilflosigkeit gepackt wird, so als wäre man in einen Container voll mit zuviel gedruckten Hethke-Comics gefallen und kommt mit eigenen Kräften nicht mehr heraus.

Das Hauptproblem wird sein, dass Georg Tempel einfach keine guten One-Pager findet, die man in Zack bringen könnte. Nicht nur die Verdammten der Strasse sind durch die Bank unlustig, auch die Abenteuer des französischen Bullen mit dem Titel Dein Freund & Helfer sind stets von der abgedroschenen Art und entpuppen sich mit gnadenloser Regelmäßigkeit als Rohrkrepierer. Die Gags gehen irgendwo auf der Zielgeraden verloren. Vielleicht sollte sich Efwe doch endlich auf anderen Weidegründen umsehen. Wieso nicht mal eine Gagserie aus Fluide Glacial übernehmen? Da müsste man doch fündig werden …

Die Sekundärbeträge sind diesmal allesamt sehr solide. Zum Interview von Naomi Fearn hätte gut eine neue Kurzgeschichte der deutschen Zeichnerin gepasst. Schade, Chance vertan.

Der Artikel von Yves Chaland bietet für den kundigen Leser nicht besonders viel Neues, ist aber eine gelungene Zusammenfassung des Schaffens dieses einzigartigen, viel zu früh gestorbenen Künstlers, dessen Freddy Lombard Gesamtausgabe just in der Zack Edition veröffentlicht wurde. 

Fazit:
Schon zum dritten Mal in Folge eine exzellente Mischung an Comicbeiträgen: Western, Abenteuer, Krimi, Funny, Science Fantasy … und im August kehrt mit dem dritten Band von Es war einmal in Frankreich eine der beliebtesten Serien der letzten Jahre zurück. Da kommt Vorfreude auf. 

ZACK 133 (Nr. 07/2010) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ZACK 133 (Nr. 07/2010)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Mosaik Steinchen für Steinchen

Preis:
€ 7.90

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ANDY MORGAN, SOLO, WYOMING DOLL
  • gelungene Comic-Mischung
  • Artikel über Yves Chaland
Negativ aufgefallen
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE sind so schlecht wie nie
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Rezension vom: 05.07.2010
Kategorie: ZACK
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