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Comic-Besprechung - ZACK 134 (Nr. 08/2010)

Geschichten:
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH: Für die Ehre (Teil 1), Autor: Fabien Nury, Zeichner: Sylvain Vallée
  • RUBINE: Klassenfoto (Teil 2), Autor: Mythic, Zeichner: François Walthéry & Bruno di Sano
  • DIE VERDAMMTEN DER STRASSE: Die 1 Euro-Falle, Autor: Rodrique, Zeichner: Achdé
  • WYOMING DOLL (Teil 2): Autor/Zeichner: Franz
  • SOLO: Die Überlebenden des Chaos (Teil 3), Autor/Zeichner: Oscar Martin
  • INVERSION: 1. Teil (Teil 3), Autor: Makyo, Zeichner: Jerry Hulard
  • ÉPICTETUS, Autor: Guillaume Bianco, Zeichner: Sergio Algozzino


Story:
Hinweis: Auf Grund der Menge an verschiedenen Comics und den Gesetzmäßigkeiten der Fortsetzungsgeschichten, wird inhaltlich an dieser Stelle nicht alles wiedergegeben.

Im August-Heft kehrt eine bekannte Serie zurück: Es war einmal in Frankreich. Joseph Joanovici, ein rumänischer Jude, den es während des Zweiten Weltkriegs nach Frankreich verschlagen hat und der mit skrupellosen Machenschaften zum erfolgreichen Geschäftsmann avancierte. Zwischen den deutschen Besatzern und den Franzosen spinnt er weiter seine Intrigen. Die zwei Pariser Polizisten Lucien Piednoir und André Fournet werden aus der Gefangenschaft entlassen. Sie stehen im Verdacht mit dem Widerstandsnetzwerk Honneur et Police im Bunde zu sein. Durch einen geschickten psychologischen Winkelzug schafft es Monsieur Joseph, Piednoir für seine Zwecke einzuspannen. Die Anführer des Netzwerks treffen sich in einem bestimmten Restaurant, aber die Gestapo hat Wind davon bekommen. Es gilt, eine Zerschlagung durch die Deutschen zu verhindern.

Auf den Service-Seiten gibt es diesmal zwei Interviews, eines mit dem US-amerikanischen Zeichner Eric Powell und eines mit dem Deutschen Flix und die regelmäßigen Sparten wie Novitäten, News, Rezensionen und weiteres.



Meinung:
Mit Für die Ehre bringt ZACK als Aufmacher und Titelmotiv den Start der dritten Episode der beliebten Serie Es war einmal in Frankreich. Die Geschichte des dubiosen und undurchsichtigen Monsieur Joseph wurde 2009 von der ZACK-Leserschaft zur beliebtesten Serie gewählt. Die vielschichte Story von Fabien Nury und die passenden, routinierten Zeichnungen von Sylvain Vallée konnten bislang auf ganzer Linie überzeugen. Mit dem dritten Band geht es gewohnt atmosphärisch dicht weiter. Das einzige Manko der Geschichte dürfte sein, dass Neuleser sich schwerlich zurechtfinden dürften. Das Intro, welches für gewöhnlich jede neue lange Erzählung bei ZACK einleitet, hilft diesmal leider auch nicht weiter, da es sich um einen Auszug aus einem kommentierenden Vorwort der Luxusausgabe des ersten Bandes stammt. Hier hätte man mindestens mit ein, zwei Paragraphen die bisherige Handlung zusammenfassen können, ja müssen, um den Einstieg zu erleichtern.

Die anderen Serien laufen in diesen Heft alle weiter. Es wird keine abgeschlossen. Die sehr textlastige Semi-Funnyserie Rubine gewinnt mit ihrem zweiten Teil zusehends an Komplexität. Die Kriminalhandlung wird immer verzwickter, und es könnte sein, dass eine sequenzielle  Veröffentlichung über Monate in einem Magazin wie ZACK wie tödliches Gift für diese Art von Geschichten wirkt. Da wird der ein oder andere Leser schon einen Monat später den Faden verlieren. Das Gleiche gilt übrigens für Inversion, eine Story, die auch beim dritten Teil weder inhaltlich, noch grafisch fesseln kann. Im Gegenteil, es plätschert alles so vor sich hin, die Zeichnungen sind mehr als durchschnittlich, und Spannung will an keiner Stelle aufkommen. Hier könnte die Lektüre der kompletten Geschichte in einem Rutsch den Comic in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Die beiden großen Sekundärbeiträge sind diesmal Comics gewidmet, die nicht im Focus des typischen franco-belgisch orientierten ZACK-Lesers stehen. Es ist Georg Tempel hoch anzurechnen, dass er immer wieder Themen ins Heft nimmt, die über den Tellerrand hinausgehen. Comics aus deutschen Landen sollten da ebenso wenig fehlen, wie interessante Beiträge aus den USA oder anderen Ländern. Die Ignoranten werden es überblättern, die Toleranten werden ihren Horizont erweitern.

Widmen wir uns bei Heft 08/2010, mangels sonstiger Aufhänger, den Rezensionen. Die Spotlights von Thomas Dräger fallen diesen Monat etwas aus dem Rahmen. Hat das Burnout-Syndrom zugeschlagen? Der ansonsten versierte Rezensent scheint langsam etwas die Lust zu verlieren, was nicht unbedingt verwundert, muss er doch jeden Monat abliefern und das auch noch möglichst originell.

Seine Schlusssätze, die immer mit einem „Für Fans von …“ enden, wirken mehr als nur bemüht. Das Spirou + Fantasio Spezial ist „für Fans von „einfach Klasse““. Okay. Sun Village ist „für Fans von Road-Movies, die auf Movie und Road verzichten können“. Bitte was? Und Die Reise mit Bill ist für die besondere Spezies derer, die „Fans von bleibenden Eindrücken“ sind. Und nächsten Monat gibt es dann vielleicht Besprechungen zu Comics „für Fans von Hosen, die Röcke tragen“ oder „Fans von „oberaffentittengeil““.

Es sind aber nicht nur diese Schlussbemerkungen, die diesmal irritieren. So manche Besprechung wirkt so, als ob der Rezensent den Comic nicht richtig einsortieren kann oder will. So wird Sun Village mehrfach als "Road Movie“ bezeichnet, obwohl im gleichen Atemzug festgestellt wird, dass der Band „komplett auf die Reise als Überbrückung von Kilometern verzichtet“. Eine nachvollziehbare Beschreibung findet nicht statt, auch nicht durch den seltsamen Vergleich des Mangas des Japaners Inio Asano zu Barus Autoroute du Soleil. Dieser spielt zwar mit Stilmitteln eines typischen Manga, schließlich wurde er für das Kodansha-Magazin Morning konzipiert, ist thematisch aber ein durch und durch französischer Comic, und Sun Village wird vom Rezensenten letztlich als „typisch asiatisch“ klassifiziert. Ja, was denn nun?

Die Krönung ist jedoch die Besprechung von Matthias Schultheiss‘ neuem Epos Die Reise mit Bill, die fast so wirkt, als hätte Dräger den Band entweder nicht richtig gelesen oder gar nicht kapiert. Und da dies wohl nicht zutrifft, wir wollen es nicht hoffen, dann kennt er aus dem Repertoire des Hamburger Ausnahmekünstlers scheinbar nur die drei Bände der Serie Die Haie von Lagos, die mehrfach als Vergleich herhalten müssen. Die Analyse ist fahrig. Um was es genau im dem dicken Wälzer geht, wird nicht erwähnt. Man erfährt höchstens, dass sich in „den Dialogen zwischen Vater, Kind und Krüppel Vertrautheit entwickelt“ und dass es um eine Reise geht sowie fundamentale Erkenntnisse wie: „Jedes Bild hat eine Aussage und jede Reise ein Ende.“  Was aber den Leser wirklich interessiert, zum Beispiel, ob sich Schultheiss nach seiner langen Pause weiterentwickelt hat, oder die Verkleinerung auf das kleine Splitter-Books-Format der markanten Artwork schadet, wird leider ausgespart.

Er kann auch anders. Das hat er Monat für Monat bewiesen. Aber diesmal war wohl entweder die lähmende Hitzewelle, die Deutschland im Juli im Griff hatte oder die allgegenwärtige Fußball-Weltmeisterschaft Schuld. Oder eine Kombination aus beidem. Kann vorkommen und ist übers Jahr gesehen nicht schlimm.



Fazit:

Seit einigen Monaten schon bietet ZACK bei den Comics konstantes Niveau. So kann es weitergehen, da kommt Freude auf. Das nächste Heft kann kommen.



ZACK 134 (Nr. 08/2010) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

ZACK 134 (Nr. 08/2010)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Mosaik Steinchen für Steinchen

Preis:
€ 7.90

84 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ES WAR EINMAL IN FRANKREICH
  • SOLO
  • WYOMING DOLL
  • gelungene Comic-Mischung
Negativ aufgefallen
  • INVERSION tritt auf der Stelle
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 02.08.2010
Kategorie: ZACK
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