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Comic-Besprechung - Road Rage

Geschichten:

Road Rage

Vollgas
Autor
: Stephen King, Joe Hill, Chris Ryall
Zeichner / Colorist: Nelson Daniel

Duell
Autor
: Richard Matheson, Chris Ryall
Zeichner / Colorist: Rafa Garres



Story:
Vollgas gibt eine Bande von Bikern, um Geld einzutreiben, welches sie durch einen gescheiterten Drogendeal verloren haben. Doch dann macht ein Truckfahrer Jagd auf sie. Der ungleiche Kampf zwischen Motorrädern und einem schweren Laster beginnt. Auch ein Handelsvertreter geht ein mörderisches Duell ein, als er auf einsamen Highways ohne einen ersichtlichen Grund von einem Truck bedrängt wird. Langsam steigert sich der Nervenkrieg zu einer tödlichen Gefahr.

Meinung:

Auch wenn man es anders verstehen kann, so sind die beiden hier versammelten Geschichten in Road Rage nicht exklusiv als Comics entstanden. Vielmehr handelt es sich um die Comicbearbeitung zweier Kurzgeschichten. Immerhin können sich da die Autoren, Richard Matheson und Stephen King zusammen mit seinem Sohn Joe Hill, sehen lassen. Thematisch sind sie sich ähnlich, was wenig überrascht, schließlich haben King und Hill ihre Geschichte erstmals in einem Tributeband für Matheson veröffentlicht und eine Hommage an die Geschichte Duell geschrieben, von der sie nicht zuletzt durch die frühe Verfilmung von Steven Spielberg beeindruckt gewesen waren. Dann wurde natürlich passend als Quelle Duell selber adaptiert. Insofern hat der Band keine thematisch große Bandbreite und spricht ein sehr eingeschränktes Publikum an. Man muss eben den Geruch von brennendem Gummi und die Weiten der Highways mögen. Aber auch abseits davon ist der Band recht spannend, wenngleich nicht gerade überaschend.

Ist die Thematik also große Geschmackssache und dürfte vor allem Fans von Formel 1, Road Movies und Biker zufrieden stellen, so besteht ein weiteres Problem darin, dass Action eher ein filmisches Element ist und nirgends so gut funktioniert wie im Film. Aufgrund der Bildhaftigkeit stehen Comics aber von der Wirksamkeit direkt an der zweiten Stelle, während in Romanen an Action die Sprache allzu häufig versagt (eben weil Action visuell ist). Folglich geht immer etwas verloren. Dennoch haben beide Adaptionen, wenn schon die Stories inhaltlich mehr als dürftig sind, ihren visuellen Reiz.

Wie es sich für eine Hommage gehört, strotzt die Geschichte von King / Hill auch graphisch nur so vor Anspielungen. Geschickt wird bei dem Aufdruck des Trucks der Wortbestandteil Laugh (Lachen, Freude) des Firmennames Laughlin betont und somit der Spaß an der Sache deutlich gemacht. Das T-Shirt einer jungen Frau bezeugt ihre Zugehörigkeit zu der Corman University. Was eine schöne Ironie ist, denn diese Anspielung zielt auf den Trash-Produzenten und Regisseur Roger Corman, der in den 70ern die Blütezeit der Bikerfilme erschuf. Das einer der berüchtigsten Produzenten und Regisseure, der zwar wegweisend und innovativ war (manche meinen auch: ist), aber größtenteils doch nur Trashfilme herstellte, als Namensgeber einer Universität fungiert, ist eine ironische Referenz an die Popkultur insgesamt. Einer der Biker sieht nicht nur so aus, sondern trägt auch den Namen von Lemmy, dem legendären Bassisten, Sänger und Mastermind von Motörhead. Wobei diese Band auch den geeigneten Soundtrack zu dem Band impliziert. Die Bilder sind sehr grob gerastert und erinnern
dann an das zeichnerische Äquivalent der unscharfen, körnigen Bilder des Grindhousekinos wie man sie in Bahnhofkinos vor allem der 1970er finden konnte. Alles im allem ist die ganze Geschichte, nicht nur von der literarischen Vorlage her, eine einzige Hommage und ein postmoderner Verweis. Schade, dass sie inhaltlich nicht überraschend ist, sondern "nur" visuell funktioniert.

Ähnlich geht es dem Leser mit Duell, Mathesons klassischer Kurzgeschichte. Matheson gehört zu den ganz wenigen, die Action schreiben können und somit ist die Erzählung etwas besonderes. Nur geht das in der Adaption natürlich verloren. Dafür ist die leicht expressionistische Gestaltung zwar gewöhnungsbedürftig aber gelungen, da sie schön den inneren Zustand darstellt und die aus den Fugen geratene Welt. Der ganze Irrsinn und die Willkür des niemals zu sehenden Truck-Fahrers wird so unterstrichen und es wird geschafft, ein hohes Tempo herzustellen. Aber eine ausgeklügelte Story suchte man hier schon immer vergebens, aber die ist auch nebensächlich, da es Matheson allein um die Grundidee und deren sprachliche Umsetzung ging.

Insgesamt nur ein netter Band für zwischendurch, den man gerne während einer längeren Bahnreise lesen kann. Auf der Autobahn dann doch besser nicht.



Fazit:
Die Comicadaption zweier Kurzgeschichten, unter ihnen die berühmte Story Duell von Richard Matheson, kann graphisch zwar überzeugen, hat aber extrem dünne Handlungsfäden, an denen sich allein die Action aufreiht. Ist die Geschichte von King und Hill voller zu entdeckender Zitate und damit ein Vergnügen, so punktet die Mathesonadaption mit der geradezu expressionistischen Umsetzung.



Road Rage - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Road Rage

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,95

ISBN 10:
3862013669

ISBN 13:
978-3862013661

100 Seiten

Positiv aufgefallen
  • expressionistische Zeichnungen
  • postmoderne Verweise
  • visuell gut umgesetzte Action
Negativ aufgefallen
  • äußerst dürftige Handlungen
  • wenig Überraschungen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 10.10.2012
Kategorie: One Shots
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