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Comic-Besprechung - X-Men Sonderband: Die neue X-Force 5: Dark Angel Saga 2

Geschichten:
Dark Angel Saga 5 - 8
Autor:
Rick Remender
Zeichner: Jerome Opeña, Esad Ribic
Farben: Dean White, Jose Villarubia, James Campbell

Live with this – chapter 1
Autor:
Rick Remender
Zeichner: Robbi Rodriguez
Farben: Dean White, James Campbell

Story:
Die neue Evolution kann beginnen. Der neue Apocalypse, ehemals unter dem Namen Angel bekannt, steht kurz vor der Verwirklichung seiner Vision für die Zukunft. Mit dem Lebenskeim der Celestials steht ihm eine unglaubliche Macht zur Verfügung, die das Schicksal der Welt für immer verändern kann. Und vermutlich auch wird, denn die Helden scheinen bereits geschlagen und befinden sich in einem Kampf am Abgrund, wo jeder Schritt ins Verderben führen kann. Wenn die Kameraden sterben wie die Fliegen und sogar auf die Seite des Bösen wechseln, was bleibt einem da anderes übrig als Verzweiflung. Aber ist die Verzweiflung so groß, dass man bereit ist ein möglicherweise großes Übel loszulassen, um ein anderes zu bekämpfen?


Meinung:
Ein ganzer Comic mit Jerome Opeñas Zeichnungen. Ein ganzer? Nein, ein kleines Kapitel wehrte sich tapfer gegen seine Vereinnahmung und kann dadurch zwar nicht an die Qualität der von Opeña gestalteten Dark Angel Saga heranreichen, setzt sich aber durch den etwas stärker verfremdenden (aber nichtsdestotrotz weiterhin sehenswerten) Stil von Robbi Rodriguez vom Rest des Bandes ab. Gerade richtig für den Beginn eines neuen Abschnitts für die X-Force. Aber erstmal zurück zu Opeña, der in X-Men Sonderband: Die neue X-Force 5 – Dark Angel Saga 2 (was ein Titel) wirklich eine meisterliche Leistung vollbringt.

Der Grad an Realismus und Detailreichtum ist wirklich bewundernswert und hebt die Dark Angel Saga auf einen ganz anderen Level, als die unzähligen anderen Serien mit dem X im Namen. Die Geschichte wendet sich eindeutig an ein reiferes Publikum, welches mit dem Age of Apocalypse vertraut ist und dies spiegelt sich in den Zeichnungen wieder. Und es sind nicht nur die feinen Striche Opeñas, sondern in Die neue X-Force 5 kann man schön sehen, wie Zeichnungen und Farben Hand in Hand gehen können. Viele Schraffuren sind nicht mit Tusche, sondern mit Farbe umgesetzt worden, was den Grad an Realismus nochmals zu verstärken scheint und die Szenerie und ihre Figuren erstaunlich lebendig werden lässt.

Schon wegen dieses Augenschmauses ist der Band sein Geld wert, doch auch Rick Remender zeigt, dass der Quell genannt Age of Apocalypse noch lange nicht ausgeschöpft ist. Im Grunde hat man hier endlich mal ein richtiges Event vor sich, welches sich vor den serienübergreifenden Großereignissen nicht zu verstecken braucht und zu Unrecht in deren Schatten zu stehen scheint. Wenn man der Saga überhaupt irgendetwas vorwerfen mag, so dass sie manchmal zu verdichtet erscheint. Aber wer möchte bei dem Angebot an zumeist recht dünnen Süppchen auf dem Superhelden-Comicmarkt da eigentlich meckern?

Zuletzt sah es für das Anliegen der Helden nicht sehr gut aus. Ungehindert konnte Warren Worthington, jetzt der neue Apocalypse, eine Kleinstadt auslöschen. Was andernorts schon einen Civil War auslöste, hier kann der Bösewicht einfach seine Pläne weiterverfolgen und mithilfe des Lebenskeims der Celestials eine ganz neue Evolution anstoßen. Eine im Sinne von Apocalypse. Denn was hier im kleinen beginnt, soll bald einen ganzen Sturm über die Welt antreten. Wo sind die Helden, um dies zu verhindern?

Um die steht es nicht allzu gut. In die Flucht geschlagen, ausgehungert, nahezu in ihre Einzelteile zerlegt oder gefügig gemacht. Man könnte meinen die X-Force befindet sich in einem Rückzugsgefecht, welches sie nicht gewinnen kann. Kann der Mut der Verzweiflung da eventuell die Wende bringen? Die Ärmel hochgekrempelt und die Messer gewetzt. So ein Kampf wird richtig schmutzig. Davon kann Fantomex ein Lied singen, der an einer Stelle des Blob landet, wo die Sonne nicht scheint.

So gänzlich aller Fessel befreit gestalten sich die Kämpfe recht gewalttätig und blutig. Da werden Messer durch Schädel gerammt, Glieder amputiert, Menschen gespalten und verbrannt. Ein mehr als düsteres Szenario erhebt sich aus den Seiten des Bandes und die „Geheimpolizei“ in Gestalt der X-Force hat alle Hände voll zu tun die Welt vor dem Untergang zu retten und die Realisierung von Apocalypse Vision zu verhindern. Die Helden laufen einen Angriff gegen den Berg und das auch noch in Unterzahl mit dezimierten Reihen, was die Spannung auf ein Höchstmaß bringt. Eigentlich können sie diesen Kampf gar nicht mehr gewinnen und es scheint Apocalypse hat endgültig nach etlichen Wiederauferstehungen seinen Sieg davongetragen. Und als dann auch noch Psylocke halb gezwungen wird die Seiten zu wechseln und sich Fantomex, Deadpool und der Cyborg in Nebenkämpfen verstrickt sehen, ist das Ende des X-Univerums wie wir es kennen wohl bereits besiegelt.

Ernster Tobak den Rick Remender da bereitet und der damit das Age of Apocalypse konsequent weiterdenkt und zu seinem neuen Finale führt. Angesichts der bevorstehenden Postapocalypse ist es schon erstaunlich, wie es ihm dabei dennoch gelingt die inneren Konflikte der Helden zu thematisieren und sie für die Geschichte fruchtbar zu machen. Seien es Psylockes widersprüchliche Gefühle für Warren und ihre auf der anderen Seite wachsende Zuneigung zu Fantomex oder Logans Bindung an die Phoenix aus dem Zeitalter der Apokalypse. Erstaunlich ist auch, dass Remender sogar ein paar humorvolle Sprenkel in die Suppe zu rühren vermag, wozu er sich selbstverständlich Wade Wilsons a.k.a. Deadpools bedient. Obwohl dieser dank Famine mehrmals Probleme mit seinen Kalorien hat, rutscht ihm mal wieder in den unpassendsten Momenten der ein oder andere Spruch über die Lippen. Schön zu sehen, dass Deadpool auch am Rande des Abgrundes seinen Humor nicht verliert.

Wie bereits angedeutet kann man der Dark Angel Saga allerhöchstens den Vorwurf machen, dass sie einfach zu dicht gepackt ist und soviel in sich aufnehmen möchte, wie nur irgend möglich. So viele Ideen und Ereignisse laufen parallel ab und werden immer weiter in das Geschehen geworfen, dass die Dark Angel Saga zu keiner Lektüre für Zwischendurch wird. Wer hier mitkommen und die ganze Dramatik nachvollziehen will, muss nicht nur auf dem Laufenden, sondern auch konzentriert bei der Sache sein, da ihm sonst viele Nuancen und Wendungen der Geschichte verloren gehen. Vom Umfang her hätte die Saga durchaus mehr Kapitel umfassen können und es ist vermutlich allein Remenders Können zu verdanken, wenn dieses Kapitel in der Geschichte der X-Force aufgrund seiner Dichte und Intensität nicht unleserlich wird.

Wenn es dann zum schlussendlichen Finale kommt, nimmt die Dramatik nochmals zu und die Protagonisten sind zu Entscheidungen gezwungen, die ihr Leben und ihre Zukunft für immer verändern werden. Da bleibt kein Auge trocken. Aber das kommt davon, wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will. Untergangsvisionen im Comicformat. Der neuen X-Force kann man da nichts vormachen.


Fazit:
Ein Comic, der sich an ein reiferes Publikum der Superhelden-Leser wendet. Wer die immense Vorgeschichte nicht kennt, wird sich angesichts der Vielzahl an wichtigen Ereignissen bald ziemlich verloren vorkommen. Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen wird Die neue X-Force 5 aber zu einem herausfordernden und herausragenden Leseerlebnis, welches in dieser Intensität seinesgleichen sucht. So und nicht anders sollten Großereignisse aussehen.


X-Men Sonderband: Die neue X-Force 5: Dark Angel Saga 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

X-Men Sonderband: Die neue X-Force 5: Dark Angel Saga 2

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,95

ISBN 10:
4-192359-512955

116 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Das Age of Apocalypse findet hier seinen würdigen Nachfolger
  • grandiose Zeichnungen von Jerome Opeña
  • dramatisch in allen Belangen
  • packendes Finale
Negativ aufgefallen
  • wirklich nur für Kenner (was eigentlich nicht wirklich negativ zu werten ist)
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Rezension vom: 06.11.2012
Kategorie: X-Force
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