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Comic-Besprechung - Punisher Garth Ennis Collection 10 SC

Geschichten:

The Punisher Garth Ennis Collection 10
Valley Forge, Valley Forge (Punisher Max 55-60)
Tiger, Tiger (Punisher: The Tyger 1)
Die Zelle (Punisher: The Cell 1)
The End (Punisher: The End 1)

Autor: Garth Ennis
Zeichner
: Goran Parlov, Lewis Larosa, John Severin, Richard Corben
Inker
: Scott  Koblish
Colorist
: Lee Loughridge




Story:
Valley Forge, Valley Forge war der Funkruf einer amerikanischen Einheit während des Vietnamkrieges. Doch die angefunkte Basis antwortete nicht mehr, da sie von dem Vietcong überrannt worden war. Nur ein gewisser Frank Castle überlebte. Jahre später wird er von amerikanischen Soldaten gejagt, die ihn nun endlich festnehmen wollen. Was den Punisher in eine gewisse Not bringt: denn er schiesst nicht auf seine Kameraden. Tiger, Tiger ist der Titel eines Gedichts von William Blake, welches Castle als Kind lernt. Aber auch wie mächtig und böse die Mafia ist. Die Zelle scheint ein sicherer Ort für Mafiosi zu sein. Zudem wenn sie direkt verantwortlich für den Tod der Familie Castle sind. Doch der neue Häftling ist niemand anderes als der Punisher. The End ist da. Der Atomkrieg hat die Zivilisation verwüstet und ein Mann schreitet zur endgültigen Strafe: der Punisher.

Meinung:

Mit dem zehnten Band endet die Punisher Collection aus der Feder von Garth Ennis. Bedauerlicherweise hinterlässt ausgerechnet dieser letzte Band einen etwas zwiespältigen Eindruck. Weitab von der oberflächlichen Gewalt und dem tiefschwarzen und absurden Humor gerade der ersten Ausgaben, verstand es Ennis wie kaum ein anderer, den eindimensionalen Helden als Spiegelfläche für viele verschiedene Themen und Ansichten zu nutzen und anhand dieses simpel gestrickten Mannes gerade die Nebenfiguren glänzen zu lassen. Umso enttäuschender ist es, dass ausgerechnet die hier enthaltende Hauptstory Valley Forge, Ennis letzte große Erzählung für den Punisher, ein einziges Selbstzitat ist und nur Sachen erzählt, die man schon genügend aus Ennis Geschichten kennt.

Da wird der einzelne niedrige Soldat hochgelobt, die Vorgesetzten verdammt, die psychische Bewältigung von Gewalt und Kriegstraumata thematisiert, das Kameradentum hochgelobt und Werte wie Ehre und Treue propagiert. Das kennt man alles schon von Ennis und wer das nicht leiden kann, sollte die Finger von diesem Band lassen. Zudem kamen diese Themen selten so träge daher wie hier. Was nicht heissen soll, dass der Band schlecht ist. Nein, er ist gelungen und mit den Texteinschüben eines fiktiven Sachbuches wird die Psyche der Vietnamveteranen, und damit auch diejenige von Frank Castle, beleuchtet. Leider wird die eigentliche Story ohne Tempo, Action oder Humor erzählt. Deshalb ist sie enttäuschend. Immerhin wird ein langer Erzählrahmen geschlossen, indem die losen Fäden von vorherigen Abenteuern wie Mütterchen Russland, Der Mann aus Stein und Barracuda verknüpft werden. Ebenso wenig wie auf Polizisten, schiesst Castle nicht auf Soldaten weil diese Ehre haben, Befehle befolgen und einem höheren Zwecke dienen. Wehe aber, wenn diese Soldaten schlechte Vorgesetzte haben. Die Mächtigen sind hier die Ziele (was sich durch den ganzen Band zieht). Aber da eben die Gegner des Punisher hier keine Ziele sind, ist der Band doch recht lahm.

So enttäuschend die letzte große Storyline ist, so überzeugend sind dann die One-Shots in diesem Band, die ihn empfehlenswert machen. Sie reissen einiges, wenn nicht sogar alles, heraus. Die dramatische Kindheitsgeschichte in der Frank lernt, dass es immer größerer Monster bedarf, um andere Monster in Schach zu halten, ist sehr bewegend und düster und gibt einen guten Blick in das Entwicklungsstadium Castles. Die Geschichte um die Rache an den Mördern von Castles Familie ist ebenso düster, wenngleich gegen Ende etwas merkwürdig distanziert. Sonderlich emotional erlösend ist die vollzogene Rache nämlich nicht bei dem Leser. Da hätte man sich etwas mehr gewünscht. Etwas mehr Gewalt (ja, es sei zugegeben), etwas mehr Emotion und etwas mehr Katharsis. Andererseits trifft dieser generelle Mangel vom Ton her hervorragend die Stimmung Castles, für den mit der Ermordung der verantwortlichen Mafiosi sein Rachekriegszug ja noch lange nicht beendet ist. Seinen Rachehunger kann die hier geschilderte Tat nicht stillen und so ist es schon kongenial das es dem Leser ebenso geht und etwas unbefriedigt wie der Held aus der Erzählung geht.

Der Rachefeldzug endet in der Science-Fiction-Erzählung The End, welche auch die letzte Punishergeschichte von Ennis war. Gezeichnet von niemand geringerem als Richard Corben. In einem schönen ironischen Seitenhieb wird eine Zukunft entworfen, in der keine Mutanten existeren. So wird erwähnt das nichts mehr existiert und selbst so Träume von mutierten Wesen hier zunichte gemacht worden sind. Das ist natürlich mehr als ein kleiner Verweis auf Richard Corbens Geschichten aus der Mutantenwelt oder Vic Blood. Angesichts des Untergangs der Zivilisation richtet der Punisher nun die daran schuldig gewordenen und die Konsequenz ist ernüchternd und zeigt schon fast eine religiöse Komponente auf. Gerade angesichts des letzten Bildes, bei dem der Punisher ironisch dargestellt wie ein personifizierter Racheengel wirkt. Was wieder eine sehr passende Quintessenz der gesamten Ennis-Erzählungen wirkt. Stark.



Fazit:
So enttäuschend und langatmig bis langweilig die Hauptstory ist, umso besser sind die drei zusätzlich hier enthaltenden One-Shots, welche den Band zu einem Pflichtkauf machen. Allein die letzte Geschichte, von Richard Corben gezeichnet, wirkt wie eine Quintessenz des gesamten Schaffens von Garth Ennis an dem Punisher.

Punisher Garth Ennis Collection 10 SC - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Punisher Garth Ennis Collection 10 SC

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 29,95

ISBN 10:
386201441X

ISBN 13:
978-3862014415

300 Seiten

Positiv aufgefallen
  • kongeniale graphische Umsetzungen
  • Emotionen und Düsternis
  • letzte Story eine Quintessenz des ganzen Schaffens
Negativ aufgefallen
  • langatmige bis langweilige Hauptstory
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Rezension vom: 13.12.2012
Kategorie: Punisher
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