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Comic-Besprechung - The Strain 1

Geschichten:
The Strain 1 - 6
Autor:
Guillermo del Toro, Chuck Hogan
Skript: David Lapham
Zeichner: Mike Huddleston
Farben: Dan Jackson

Story:
Ein Flugzeug landet auf dem JFK Flughafen in New York. Es steigt niemand aus und bald wird klar, die Maschine hat sich in einen übergroßen Sarg verwandelt. Alle Passagiere sind tot. Dr. Ephraim Goodweather soll im Auftrag der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC diesen Vorfall untersuchen. Eine Krankheit oder Seuche kännte verantwortlich sein und tatsächlich mehren sich seltsame Vorkommnisse in der Stadt. Aber erst als Goodweather den betagten Vampirjäger Setrakias kennen lernt und die Toten plötzlich blutlüstern durch die Straßen ziehen, erkennt er das wahre Ausmaß der Katastrophe.


Meinung:

„Dark Horse does Vampires right!“ lief einige Zeit bei Dark Horse, dem herausgebenden Verlag von The Strain, als Slogan. Damit waren nicht nur bekannte Franchise gemeint, wie Buffy the Vampire Slayer, Spike, Angel & Faith, sondern neben Baltimore und House of Night eben auch das jetzt auf deutsch vorliegende The Strain. Die Kampagne lief während des (unsäglichen) Twilight-Runs und wollte sich bewusst von den glitzernden Mormonen-Vampiren und ihrer Welt mit verklemmter Sexualmoral abgrenzen. Während einige der genannten Serien dabei durchaus die bekanntere und kultiviertere Variante der Blutsauger präsentierten, ging The Strain genau in die entgegengesetzte Richtung.

Dazu muss man sagen, dass The Strain ein Geistes Kind des Regisseurs Guillermo del Toro ist, der zusammen mit Chuck Hogan eine Buchtrilogie zu dieser Geschichte herausbrachte. In dieser Form liegen sie mit den Titeln Die Saat, Das Blut und Die Nacht hierzulande bereits komplett vor. Es fehlte lediglich die Comic-Umsetzung. Angesichts des Arbeitspensums von Del Toro kann man sicherlich davon ausgehen, dass es insbesondere Chuck Hogan war, der die Finger über die Tasten fliegen lassen musste, während sein Kompagnon quasi als Ideenlieferant und Ausarbeiter der Rahmenhandlung gelten dürfte. Damit tut man dem werten Regisseur, zuletzt mit Pacific Rim im Kino, sicherlich nicht unrecht, tropft doch seine einzigartige Ideenwelt durch jede Pore der Geschichte.

Natürlich ist auf den ersten Blick eine sehr starke Ähnlichkeit zu den Vampiren aus Kinofilm Blade 2 nicht zu verleugnen. Guillermo del Toro hält sehr viel auf seine sehr urtümliche Vampirform und lässt ihr in der Geschichte genügend Raum sich zu entfalten. Doch kommen wir jetzt auch endlich mal auf den Comic zu sprechen, der David Lapham und Mike Huddleston ans Ruder lässt. Ersterer ist bekannt für seine anspruchsvolle Comic-Serie Stray Bullets und aktuell das weniger anspruchsvolle (da allein auf brutalste Gewalt setzende) Crossed. Daneben natürlich diverse andere Titel für verschiedenste amerikanische Verlage und jetzt eben The Strain.

Ihm zur Seite steht Mike Huddleston, der seine Comic-Karriere recht stockend begann. Nach einem kurzen Engagement bei DC Comics, folgte eine etwas längere Pause mit wenig Output, bevor er in den letzten Jahren wieder durchstarten konnte. Seine letzte Arbeit an Butcher Baker the righteous Maker bremste ihn dann aber zunächst mal wieder aus. Mit viel Wumms startete diese Serie, überstand dann aber die berüchtigten kreativen Differenzen (nun gut, ging vor allem um verpassten Deadlines und Joe Caseys wenig diplomatische Äußerungen hierzu) zwischen dem Autor Joe Casey und Zeichner Mike Huddleston nicht. Mit The Strain scheint er jedoch nicht nur seinen Tritt gefunden zu haben, sondern auch einen ansprechenden Stil, den er selbst in seinen eigenen ersten Arbeiten vermisste.

Und dafür, dass er trotz seiner Erfahrungen innerhalb und außerhalb des Mediums weiterhin als Neuzugang gewertet werden kann, lässt sich seine Arbeit an The Strain mehr als sehen. Insbesondere wird seine Vielseitigkeit deutlich, wenn man einmal seine Zeichnungen aus Butcher Baker daneben stellt. Seine überbordende Gestaltung hat er zugunsten eines sehr viel beherrschteren Seitenaufbaus zurückgestellt, der sich zu den richtigen Momenten nicht mit der bereits bekannten kinetischen Energie zurückhält. Huddleston hat genau die Anforderungen von The Strain erkannt und eine düstere Tapestrie entworfen, vor der die an Volkssagen erinnernden Rückblicke des Holocaust-Überlebenden Setrakian ebenso gut aufspielen können, wie die ersten Ausbrüche der Vampirseuche in der Gegenwart.

So wird die Handlung gut unterstrichen, die von Anfang an einen bedrohlichen Unterton hat und sich nicht zurückhält schnell zum Punkt zu kommen. Schließlich ist das Szenario in seinen Grundzügen bereits bekannt, nur das Wie bleibt erst einmal im Dunkeln. Hierbei bietet die Geschichte viel, was bei aller Bekanntheit von derartigen Vampirerzählungen, offen bleibt. Der Überträger des Vampirvirus ist diesmal ein wurmartiger Parasit, der sein Opfer quasi für seine Zwecke umgestaltet. Dadurch ist er einem blutgierigen Zombie im Grunde ähnlicher, als einem Vampir. Daneben gibt es aber auch so etwas wie den klassischen Urvater der Vampire in Gestalt von Meister Sardu, den Setrakian seit seiner Zeit im KZ jagt.

Bis jetzt ist diese Mischung recht süffig. Ist auf der einen Seite nicht allzu tiefgehend, so wie auch die Bücher eher leichtere Unterhaltung für zwischendurch und zum schnellen Lesen sind. Auf der anderen Seite könnte die Reihe in Zukunft einige Elemente aufnehmen, wenn die Bücher hier ein Fingerzeig sind, die einen ab und an mit den Zähnen knirschen lassen, da sie so gar nicht zu der etablierten Stimmung passen und etwas seicht für eine Horrorgeschichte sind. Da kommt dann die typische Hollywood-Storylogik durch.

Doch genug der sorgenvollen Vorahnungen. Bis jetzt baut The Strain erstmal ordentlich Stimmung auf und zwar nicht zu knapp. Die Vampire sind furchterregend und die Katastrophe schleicht sich wie ein Gift in den Corpus der Geschichte. Die Hauptfiguren sind greifbar, wenn sie auch dem üblichen Raster problemgeplanter Figuren entspringen beziehungsweise dem stets präsenten Bild des Van Helsing als Gegenpart zur Vampirseuche. Dafür gibt es in den Nebenhandlungen einige überraschende Wendungen, wie die Menschen mit der schleichenden Veränderung umgehen.

The Strain wird gerade als TV-Serie ausgearbeitet für den Sender FX, der sich daneben auch für American Horror Story und Sons of Anarchy verantwortlich zeigt. Damit ist die Geschichte vermutlich genau da, wo sie eigentlich sein sollte. Denn Guillermo del Toro kann trotz allem nicht verbergen, dass er The Strain für die Kamera konzipiert hat beziehungsweise er den Regisseur in ihm nicht aus seinen Adern bekommt. Doch wenn sie so köstlich voll des roten Nektars pulsieren, wer will da widerstehen wollen?

Dark Horse does Vampires right? Yes, it does!



Fazit:
Stimmungsvoller Start eines frischeren Vampirkonzeptes und eine gute Umsetzung der Buchvorlage. Lapham und Huddleston geben sich viel Mühe der Comic-Geschichte eine große Portion Eigenständigkeit zu verleihen und erschaffen eine beständig düster-brütende Atmosphäre, die echte Momente von Horror gebiert. Wenn den Machern dann noch gelänge manche schwache Stelle der Bücher auszugleichen, wäre hier eine spannende Serie in der Arbeit.


The Strain 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Strain 1

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
4-198377-916959

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • spannende Story mit echten Horrormomenten
  • Zeichnungen mit Gänsehautfaktor
  • (halbwegs) frischer Wind im Vampirgenre
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 10.10.2013
Kategorie: Hefte
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