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Comic-Besprechung - Plume 1

Geschichten:
"Plume - Band 1: ... wie eine Rauchwolke"
Story und Zeichnungen:
K. Lynn Smith

Wer oder was ist Plume? Dass Jano Rohleder seit Gründung von dani-books immer wieder kleine Perlen an die Oberfläche holt, hat er mit Daffodil und Monster Allergy sehr gut bewiesen, wobei Letzteres über eine etwas komplexere Hintergrundgeschichte verfügt.
Bei Plume hat sich der Verleger auf dem amerikanischen Webcomicmarkt umgeschaut und dort ein ganz heißes Eisen entdeckt. Die Story von K. Lynn Smith hat in kürzester Zeit tausende von Fans gefunden und kann auch schon mit der typischen Fanart aufwarten, was meistens ein Zeichen dafür ist, dass der Webcomic wirklich Leute bindet und nicht nur nebenbei konsumiert wird.

Im Mittelpunkt der Story steht Vesper Grey, die mit ihrem Vater, einem Archäologen mit Hang zu mysteriösen Gegenständen, in den Wilden Westen reist. Begleitet wird sie dabei von Corrick, einem jungen Mann, der den Beschützer von Vesper spielt, dabei aber mit magischen Kräften ausgestattet ist. Dies allein ist bereits eine verrückte Kombination, die anfangs etwas an altbekannte Djinn-Themen anknüpft, sich dann aber schnell sehr weit davon entfernt. Die schöne Reise endet abrupt, als ein paar Ganoven die Kutsche der Greys ausrauben und  bereits einer der Hauptfiguren das Zeitliche segnet.

Und spätestens hier wandelt sich die nette Geschichte, die etwas von einer Lovestory haben könnte, ohne Umschweife zu einem actionlastigen und stellenweise sogar recht blutigen Abenteuer, das mit hoher Geschwindigkeit erzählt wird und dem Leser kaum Luft zum Atmen lässt. Das Mädchen Vesper Grey agiert dabei wie eine Furie, die auch mal unbewaffneten Männern einfach den Kopf wegbläst ohne mit der Wimper zu zucken. Komischerweise wird von der Autorin dieser extreme Sinneswandel auch noch glaubwürdig beschrieben, was der Handlung einen enormen Schub verleiht. Zudem macht Smith damit klar, dass sie sich nicht lange mit Vorgeplänkel und Debatten aufhält. Stattdessen werden in Plume Standpunkte mit der Waffe vertreten und eben auch mal Figuren geopfert, die gerade erst eingeführt wurden sind. Das ist unterhaltsam und verpasst der Serie sehr viel Potential, da selbst nach über 150 Seiten nicht klar ist, wohin die Reise geht. Mit diesem Erzählstil ist wirklich alles noch offen und der Leser lechzt geradezu nach weiteren Episoden.

Glücklicherweise hat Smith mit Vesper Grey und Corrick keine Figuren geschaffen, die irgendwelche Stereotypen darstellen. Das tollpatschige Mädchen, das einen Beschützer braucht, sucht der Leser hier vergebens und auch Corrick ist nicht der unbesiegbare Typ, der mit einem Fingerzeig ganze Landstriche einebnet. Smith schränkt sich bewusst nicht so stark ein und lässt noch viel Platz für mögliche Veränderungen. Alles scheint möglich zu sein. Und genau diesen Standpunkt spürt der Leser bereits in den ersten Kapiteln, die von plötzlichen Wendungen leben und dem Leser mehr und mehr an Plume binden.

Genau wie beim Inhalt, setzt die Künstlerin auch die Figuren bei den Zeichnungen in den Mittelpunkt. Es gibt kaum ein Panel wo Vesper oder Corrick keine Rolle spielen. Die Charaktere werden mit einem zuweilen recht zackigen Strich gezeichnet, was die Grafik recht dynamisch gestaltet. Die Farbgebung, gemäß eines Webcomics natürlich am PC gestaltet, ist jedoch das eigentliche Highlight des Bandes. Goldene Ketten, grüne und blaue Augen oder Corricks goldene Ausstrahlung, diverse Details fallen sehr stark ins Gewicht, was durchweg ein echter Hingucker ist. Smith überlädt das Layout nicht mit grellen Farben, stattdessen setzt sie auf ein eher zurückhaltendes Farbkonzept, das zwar nicht sehr poppig ist, dafür aber der natürlichen staubigen Umgebung entspricht. Lediglich die Hintergrundgestaltung ist oftmals eher rudimentär ausgebildet. Zeigen sich anfangs noch aufwendig designte Tapeten und teures Mobiliar, so gibt es im Wilden Westen leider nur verwischte Farbübergänge und einfache Einrichtungen.

Der erste Plume-Band kann aufgrund eines aufgeweckten und überraschend-abwechslungsreichen Inhalts überzeugen. Die Story um das Mädchen Vesper Grey und dessen Begleitung Corrick bietet einige sehenswerte Wendungen und hat viel Potential für zukünftige Abenteuer. Magische Artefakte, eine skrupellose Hauptdarstellerin und sehr viel Action sorgen für einen wohlschmeckenden Cocktail, der Lust auf mehr macht.

Plume 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Plume 1

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
dani books

Preis:
€ 14,00

ISBN 13:
978-3-944077-31-4

152 Seiten

Positiv aufgefallen
  • einfallsreicher Inhalt ohne Stereotypen
  • plötzliche Wendungen
  • interessantes Storykonzept bietet Raum für lange Abenteuer
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3.5
(4 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 18.12.2013
Kategorie: Plume
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