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Comic-Besprechung - Zauber 2

Geschichten:
Zauber 2

Autor: Jean Dufuax
Zeichner: Jose Luis Munuera
Colorist: Sedyas


Story:
Durch Verrat verliert die entmachtete Königin Blanche die entscheidende Schlacht, kann sich aber mit Müh und Not retten. Verzweifelt und verbittert beginnt sie einen Guerillakrieg gegen ihre Mutter und ihren Bruder, welche nun ihre Macht festigen wollen. Einen Verbündeten findet sie in dem gestürzten Höllenfürsten Maldoror, der aber, bevor er zu Hilfe kommen kann, seinen Thron selber wieder zurückerobern muss.


Meinung:
Der Starautor Jean Dufaux hat ein spezielles Händchen dafür mit den Genres zu spielen und das macht zu einem großen Teil seinen Erfolg aus. Er nimmt immer wieder bekannte Versatzstücke eines Genres, verweigert aber den Klischees sich zu entfalten. Dadurch wirken die Sujets zwar vertraut und bedienen sich der Regeln und der Archetypen und können doch immer wieder etwas Neues bieten und machen alles wieder sehr spannend.

So nimmt Dufaux in seiner Serie Zauber klassische Figurenkonstellationen wie man sie von historischen Stoffen oder Märchen kennt und mengt diese mit einem Fantasyeinschlag an. Das ist nichts Neues, da die dynastischen Kämpfe innerhalb einer Königsfamilie in der Geschichte der Menschheit immer wieder auftraten. Wenn man nun daraus keinen historischen Stoff webt, sondern dieses mit Fantasy vermengt, so ist das nur ein Shakespearedrama mit Monstern. Das hat zwar auch seinen Reiz wäre aber reines Klischee. Schon im ersten Teil nahm Dufaux seine Figuren und ordnete sie anders an. So ist die  nicht standesgemäße Liebe, wie man sie etwa aus fast allen Märchen kennt, schon auf den ersten Seiten des ersten Teils beendet gewesen und der Leser blieb überrascht mit seiner enttäuschten Erwartung zurück und freute sich auf das was kommt. Allerdings ordnet Dufaux hier nur die Figuren anders an, was etwas zu Lasten der Identifikationsmöglichkeit der Leser geht. Die Heldin, eindeutig die Sympathieträgerin, wird hier im Laufe des Kampfes immer stärker korrumpiert und erliegt immer stärker ihrem Hass und ihrer Wut, so das sie am Ende sogar einen erschreckenden Schritt macht, der den Leser gebannt und schockiert zurücklässt. Als Ausgleich dazu wird der Böse etwas mehr zum Guten bekehrt und der Dämon bekommt in Kontakt mit der Liebe und, bisheriger, Unschuld positivere Aspekte. Wenn man mit etwas konträrem konfrontiert wird, nimmt man immer etwas davon an und integriert es. Ist das vielleicht mit dem Titel Zauber gemeint? Oder etwa der Aspekt, dass uns Leser immer noch die immer gleichen Sujets faszinieren? Schließlich nimmt Dufaux eindeutig die Jungschen Archetypen wie sie seit den steinzeitlichen Lagerfeuergeschichten erzählt werden und wir deren niemals müde werden.

Im Großen und Ganzen ist die Story, trotz der Neuerungen, hier im zweiten Band nicht sonderlich auffällig, wenngleich unterhaltsam und spannend und routiniert erzählt. Auffälliger sind da schon die Zeichnungen von Munuera. Wobei das nur bedingt als Kompliment gemeint ist, denn die Stile vermischen sich wild untereinander und ergeben dadurch zwar eine interessante Mixtur, die aber nicht unbedingt gelungen ist. Man erkennt manche Anspielungen und die ganze Technik wirkt wie aus einem Zeichentrickfilm. So ist die böse Hexe durchaus etwas mit der bösen Königin aus dem Zeichentrickfilmklassiker Schneewittchen von Walt Disney verwandt. Manche Figuren sind arg kindlich dargestellt und haben damit etwas cartoonartiges, wohingegen die Dekors, die Hintergründe und beiläufige Figuren sehr realistisch dargestellt sind. Da bekommt man den Eindruck, wie aus früheren Zeichentrickfilmen, das die aufwendig gestalteten Hintergründe starr sind: eine Platte vor der sich die simpler gestalteten und damit zeitlich ökonomischer zu behandelnden Figuren bewegen. Schließlich sind einfach gehaltene Figuren schneller zu zeichnen. Dazu passt auch die traumhafte Kolorierung, welche manchmal schon in den Kitschbereich zu kippen droht. Dem widerspricht die teils sehr explizite Gewalt und die zunehmende moralische Verderbtheit der Charaktere. In dieser Mischung wirkt das etwas krude, aber so langsam keimt einem der Verdacht auf, das Dufaux und Munuera hier einen Anti-Disney vorlegen wollen. Und in der Hinsicht ist das wieder sehr gelungen.

Fazit:
So langsam entwickelt sich die Serie zu einem Gegenentwurf zu Disneys Zeichentrickmärchen. Die Figuren werden zunehmend korrumpiert und können den Leser manchmal schocken, aber so richtig schlau wird man nicht aus der Angelegenheit. Vor allem da die graphische Umsetzung nicht sonderlich einheitlich ist.

Zauber 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Zauber 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 15,00

ISBN 10:
3770437020

ISBN 13:
978-3770437023

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Anti-Disney
  • Entwicklung der Figuren
  • Spiel mit Klischees
Negativ aufgefallen
  • uneinheitlicher Zeichenstil
  • unaufgeregte Story
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Rezension vom: 05.04.2014
Kategorie: Zauber
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