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Comic-Besprechung - Waisen 6: Zurück zur Erde

Geschichten:
Orfani 11 & 12
Autor:
Roberto Recchioni
Zeichner: Luigi Cavenago, Werther Dell' Edera, Emmiliano Mammucari
Farben: Giovanna Niro, Alessia Pastorello, Lugi Cavenago, Annalisa Leoni

Story:
Um die Welt die Wahrheit erfahren zu lassen, müssen Juno und Ringo erst einmal zur Erde zurück finden. Und das gegen die restliche Raumflotte und Jonas, der sich noch auf dem geenterten Raumschiff befindet. Juno geht volles Risiko und wagt den Sprung ohne den Schutz einer Eindämmungskammer. Gibt es am Ende überhaupt jemanden, der eine kontrollierte Landung zustande bringen kann? Von ihrer abschließenden Konfrontation lassen sich Jonas und Ringo aber in keinster Weise abbringen und es kommt zum Showdown auf Leben und Tod. Das Schicksal der Welt entscheidet sich hier.


Meinung:
Wer dachte, dass Ringo einer der ganz Harten ist, dann hat er nicht die Bekanntschaft von Juno gemacht. Auch wenn es am Schluss natürlich zum Showdown zwischen den beiden unterschiedlichen Naturen Jonas und Ringo kommt, steht in Waisen 6 eindeutig Juno im Mittelpunkt.

Wie in Waisen 1 bis 5 inzwischen tradierte Übung wird man als erstes in die Vergangeheit entführt, wo Juno eine traumatische Episode während ihres Aufenthaltes in der Eindämmungskabine für den Raumflug. Die Raumschiffe selbst befinden sich gerade erst in der Konstruktion und die Kabinen sollen vor den Auswirkungen der extremen Beschleunigungen schützen. Wer eignet sich besser als Versuchskaninchen, denn einer der Waisen. Was vielleicht Sinn macht, um Juno in die darauf folgende traumatische Episode zu stürzen, aus praktischen Erwägungen jedoch eher weniger, da normale Soldaten die Kabinen ebenfalls nutzen müssen und nicht über die Widerstandskräfte der Waisen verfügen. Aber was soll es, so gelingt zumindest die zweite nahezu metaphysische Reise in Waisen.

Die kurz darauf von der zweiten gefolgt wird. Der seltsame Baum aus Waisen 3 ist wieder da. Anscheinend dient er als durchgehendes Symbol, weil nicht nur hatten ihn bereits Rey und Ringo kennengelernt, sondern jetzt auch Juno, die daneben die bisher verschiedenen Kameraden trifft. Der Todesbaum verlangt wieder nach einem Opfer und Juno könnte die nächste sein. Denn sie wagt den Raumsprung ohne den Schutz der Eindämmungskabine. Bewundernswert, was sie und Ringo alles auf sich nehmen, um die Wahrheit zu schützen und zu verbreiten. Alle Konditionierung der Welt konnte hieran nichts ändern.

Dabei läuft so und so alles auf die finale Konfrontation zwischen Ringo und Jonas hinaus, die diesmal überflüssigerweise wieder von einer Rückblende eingeleitet wird, die ebenfalls eine ähnliche Begebenheit aus der Vergangenheit zeigt. Hier verharrt Roberto Recchioni zu sehr in dem etablierten Schema, obwohl Waisen 6 am besten geeignet gewesen wäre dieses aufzubrechen. Warum sich hier nicht mehr Freiheiten gelassen wurde, gerade wo der Zyklus zu einem Abschluss kommt, bleibt ein Rätsel. Bis auf die Möglichkeit, dass man eventuell Zeit schinden wollte. Denn der Kampf zwischen Jonas und Ringo ist schon sehr breit angelegt und knallhart. Denn man weiß ja, hier stehen sich zwei vollkommen unterschiedliche Denkwelten gegenüber. Allein schon das Intro für diese Auseinandersetzung gemahnt an Star Trek Into Darkness, als sich Khan aus dem abgestürzten föderalen Raumschiff befreit. In dieser Hinsicht bietet Waisen 6 einige große Szenen, die einen endlich mal die Größe und Weite der Erzählung aufzeigen, da die Perspektive endlich mal häufiger in die Totale gezogen wird.

Dies wird natürlich hauptsächlich durch Luigi Cavenago, den bereits häufiger vertretenen Werther Dell' Edera und Waisen-Mitschöpfer Emmiliano Mammucari. Während sich die Erzählung bei Ringo und Jonas zugleich fokussiert, auf der anderen Seite jedoch auf metahysische Ebene weitet, sind es die Zeichner, die es dem Leser erst bewusst machen.

Natürlich ist Emmiliano Mammucari für das Finale zuständig. Seine Fähigkeiten hat er bereits in Band 1 und dem Grunddesign bewiesen. Seine Vielseitigkeit beweist er jetzt durch eine Variation seines Stiles für die unterschiedlichen Zeitebenen, selbst wenn man sich für den Abschluss ein wenig einen raueren und schmutzigeren Stil gewünscht hätte. Ausgeglichen wird dies durch die Farbgebung, die für das Finale eigentlich nur noch zwischen kühlen grün/blauen Tönen oder zornigroten schwankt. Der Kampf lässt dann nichts zu wünschen übrig, bleibt dicht an den Protagonisten und fühlt sich wirklich wie ein Close Combat an. Man glaubt die Schläge zu spüren und sieht die übermenschliche Stärke, die im Spiel ist. Da wirken die ruhigeren Abschnitte zum Schluss auf einmal wie ein Aufatmen und Lichtblicke zwischen düsteren Wolken. Schöne Kontrastarbeit.

Ähnlich abwechslungsreich durfte es auch bei Luigi Cavenago und Werther Dell' Edera, wo die Schauplätze nicht unterschiedlicher sein könnten. Kämpfe in und um das mit den "Verrätern" besetzte Raumschiff auf dem Ringo und Juno fliehen wollen. Die Situation muss Juno quasi im Alleingang angehen. Abgleiten in Albträume mit dem längst toten Bruder und so weiter. Der gröbere Strich Dell' Edaras passt ebenso gut, wie die saubereren Linien Cavenagos, der sich gerade bei den Hintergründen mehr Mühe gibt und man bei den Raumschiffkämpfen und den Innenansichten mal wirklich die SF spürt.

Wirklich Bahnbrechendes kann man jedoch nicht erwarten, da sich unabhängig von Ringos Sieg oder Niederlage nicht viel ändern wird. Das Ende stellt dennoch zufrieden, weil es vor allem um das Schicksal der Charaktere geht. Auch wenn die künftige Führungsfigur der Erdregierung dann etwas weit hergeholt ist. Doch irgendwie muss man ja das Gut/Böse-Schema für die kommende Serie über Ringo zurechtlegen. Und wenn die letzten Seiten irgendein Indikator sind, wird der "neue" Zyklus etwas geerdeter sein und könnte von der bisherigen Military-SF sehr abweichen.

Als Extras gibt es kurze Kommentare von den Zeichnern, einige Skizzen und Entstehungsgeschichten zu manchen Covern (die bei der deutschen Fassung gar nicht genutzt wurden). Nicht viel Neues, wenig Aufschlussreiches.

Mit Waisen 6 ist der erste Zyklus abgeschlossen, das Feld bereinigt und der Weg frei für Ringo 1. Im Rückblick kann man sagen, dass Waisen zwar weder das Genre der SF beziehungsweise Military-SF neu erfindet oder eine gänzlich neue Geschichte erzählt, die Herangehensweise aber zumindest frisch wirkt und die Charaktere interessant genug sind, ihren Abenteuern weiter zu folgen. Dabei hilft insbesondere das hohe Erzähltempo, welches einen ganz schön bei der Stange hält und die Wechselspiele zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die einen schnellen Zugang ermöglichen. Daneben überraschte auch der stramme Erscheinungsrhythmus der Serie, den Cross Cult gut durchgehalten hat. Einziges Manko bleibt hier, aber das wird sich bei der Aufmachung kaum ändern lassen, der dann recht ordentliche Preis für ein kurzes Lesevergnügen.



Fazit:
Fiiinaale, ohohhh! Jetzt geht es richtig los. Von Kämpfen im Weltraum bis zu knallharten Fights von Mann zu Mann ist in Waisen 6 alles dabei. Ein würdiges und abwechslungsreiches Ende für den ersten Zyklus, dem schon bald der nächste folgen wird. Der satten Action kann man sich nur schwer entziehen und es wird nichts mehr so sein, wie es war.


Waisen 6: Zurück zur Erde - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Waisen 6: Zurück zur Erde

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 16,80

ISBN 13:
978-3-86425-395-9

208 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Action satt und großes Kino
  • nach Ringo die Sintflut
  • knallharte Juno
  • würdiger Abschluss des ersten Zyklus
Negativ aufgefallen
  • überflüssige Rückblende
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Rezension vom: 04.07.2015
Kategorie: Waisen
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