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Comic-Besprechung - Reddition 65

Geschichten:
Reddition 65: Francois Schuiten und Andreas
Biographie Francois Schuiten

Autor: Roland Mietz, Volker Hamann

Bibliographie Francois Schuiten

Autor: Volker Hamann

Architektur im Comic: Warum?
Autor: Peter Lau

Biographie Andreas
Autor: Volker Hamann

Andreas, der Geschichtenerzähler
Autor: Achim Schnurrer

Bibliographie Andreas
Autor: Volker Hamann




Story:
Die aktuelle Ausgabe behandelt gleich zwei Zeichenstars: den Belgier Francois Schuiten und den Deutschen Andreas. Dabei werden nicht nur die biographischen Wege nachgezeichnet, sondern auch die Einflüsse, der Stil und die Wirkung auf das Medium behandelt. Zudem bekommen beide eine umfangreiche Bibliographie spendiert. Abgerundet werden die jeweiligen Portraits von Artikeln über die Rolle der Architektur in Comics generell sowie von okkultistische Themen bei Andreas.


Meinung:
Mit der 65. Ausgabe der Reddition liegt ein Doppeldossier vor, welches die beiden Zeichner Francois Schuiten und Andreas vorstellt. Diese Kombination mag nur auf den ersten Blick überraschen. Beide sind Zeichner die in den letzten Jahrzehnten den europäischen Comic revolutionierten und aufzeigten was man formal und inhaltlich mit Comics machen kann. Von den multimedialen Konzepten Schuitens und seines Co-Autors Benoit Peeters die das Universum der Geheimnisvollen Städte nicht nur im Comic gestalteten, sondern auch in fiktiven Museen und Zeitungsartikeln erweiterten bis zu den rätselhaften Alben von Andreas. Letzterer verweigerte sich zunehmend den dramaturgischen Richtlinien, sondern forderte den Leser auf, selber die Zusammenhänge zu erkennen und schuf damit einen ganz eigenen Kosmos, der durch den Auftritt seiner Figuren in anderen Serien einen Verbund, wenngleich keine Kohärenz erfuhr.

Zudem spielt bei beiden Zeichnern die Architektur eine große Rolle. Bei Schuiten ist das natürlich zentral, da er den stilistischen Aufbruch vom 19. In das 20. Jahrhundert thematisiert und ironisch bricht. Seine Alben sind von einer historisierenden Science-Fiction geprägt welche sich dennoch nicht dem Steampunk zuordnen lässt, aber diese Grenzbereiche berührt. Das Schuiten aus einer bekannten Architektenfamilie stammt ist seinen Werken immer anzumerken und so überrascht es wenig, dass er die Wechselwirkung von Architektur auf den Menschen untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt aber darauf wie die Architektur die Menschen formt und ihren Einfluss nicht nur auf das Leben an sich, sondern auch auf die Psyche ausübt. Das ist ein immer wiederkehrendes Thema.

Andreas hingegen nutzt die Architektur die sich bei ihm immer wieder verfremdet, auflöst und nicht immer so ist wie sie scheint, als Spiegelbild der psychischen Prozesse der Charaktere. Bei dem einen formt also die Architektur den Geist, bei dem anderen ist die Architektur die Gestaltwerdung des Geistes.

Wie sehr die beiden Zeichner jeweils die geltenden formalen und dramaturgischen Normen gesprengt haben wird in diesem Dossier sehr gut ausgearbeitet. Zudem werden die Einflüsse benannt, Weggefährten kurz vorgestellt und auch manche Irrwege und Schwierigkeiten der beiden beleuchtet. Neben jeweils längeren Artikeln zu der Biographie der beiden Zeichner gibt es noch jeweils eine Bibliographie und je einen Zusatzartikel. Einer behandelt, was er selber zugibt, die vielfältige Rolle von Architektur im Comic was zwangsläufig etwas oberflächlich bleibt aber schön zu lesen ist und der andere die möglichen Einflüsse auf Andreas wobei insbesondere der Bezug zu dem Okkultismus hergestellt wird. Auch dieser bleibt manchmal etwas oberflächlich und da er von Achim Schnurrer stammt, dem ehemaligen Verleger von Schwermetall worin Andreas dem deutschen Leser vorgestellt worden war, wären doch einige Aspekte zu der damaligen Rezeption und den verlegerischen Umständen schön gewesen. Trotzdem bieten alle Artikel dem Interessierten aber noch genug Raum  um die Alben der beiden so unterschiedlichen und doch ähnlichen Zeichner mit anderen Augen zu lesen und sich selber seinen Beitrag dazu zu denken. Und das ist von der Wirkung her nicht gerade wenig, sondern eben das, was eine Fachzeitschrift anregen sollte. Mission erfüllt.


Fazit:
Wieder mal eine gelungene Ausgabe die sich nicht nur strikt an Fakten hält, sondern auch Einflüsse und Wirkungen untersucht sowie interpretatorische Ansätze liefert. Manches hätte man gerne ausführlicher gelesen, wird dadurch aber angeregt, sich intensiver mit den Werken der beiden Ausnahmekünstler auseinander zu setzen.


Reddition 65 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reddition 65

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 10

ISBN 10:
3946266061

ISBN 13:
978-3946266068

76 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Konzept
  • Interpretatorische Ansätze lösen sich von reinen Fakten
  • Portraits von Einflüssen und Weggefährten
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 03.04.2017
Kategorie: Reddition
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