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Comic-Besprechung - Magdas Apokalypse

Geschichten:
Text: Chloé Vollmer-Lo
Zeichnungen: Carole Maurel
Farben: Carole Maurel


Story:
Eines Morgens überraschen die Lehrer an Magdas Schule die Schüler mit einer unglaublichen Nachricht: In zwölf Monaten wird die Welt untergehen. Eine Apokalypse, die die ganze Menschheit vernichten soll. Für die 13-jährige Magda und ihre Freunde beginnt eine skurrile und deprimierende Zeit. Einerseits haben sie ständig das Ende vor Augen und andererseits wird versucht ihnen ganz normalen Alltag vorzuschreiben. Die Teenager suchen sich ganz unterschiedliche Ventile um mit dieser beklemmenden Situation fertig zu werden.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Mit „Magdas Apokalypse“ präsentiert Chloé Vollmer-Lo ihren ersten Comicband. Sie legt eine ungewöhnliche Geschichte vor, die der Verlag dem „Coming of Age“-Genre zuordnet. Mit anderen Worten: die Sorte Erzählungen, die die Phase beschreiben, in der ein Jugendlicher in das Erwachsenenalter übertritt. Entsprechend ausgerichtet sind diese Geschichten auf eine spezielle Zielgruppe. 
„Magdas Apokalypse“ ist eine tiefsinnige Geschichte, die ihren Reiz vor allem aus dem Zwiespalt zieht, in dem die handelnden Personen agieren. Da sind einerseits die Heranwachsenden, die bisher noch ihre ganzes Leben vor sich hatten und nun gerade einmal zwölf Monate haben, um ihre Wünsche und Träume zu leben, „die sich wie im Zeitraffer in ein Leber stürzten das ihnen geraubt werden sollte“. Vom Drogenrausch, über das Leben als Gesetzloser, vom Zigaretten rauchen bis hin zu sexuellen Entdeckungen. Die Arten wie Magda und ihre Freunde auf die drohende Apokalypse reagieren sind genauso mannigfaltig, wie die Sehnsüchte der Teenager selber. 
Auf der anderen Seite stehen die Erwachsenen, die getrieben werden vom Wunsch, möglichst alles planbar und normal ablaufen zu lassen, bis zum Untergang. Da wird der Schulstoff weiter durchgeboxt und im inneren Kreis der Familie wird weiterhin auf gutes Benehmen geachtet. Und selbst am Abend vor dem Untergang hat man als Teenager pünktlich zuhause zu sein, sonst setzt es eine Ohrfeige – Hilflosigkeit im Anbetracht der Katastrophe.
Chloé Vollmer-Lo gelingt es ihre Heldin in diesem Umfeld glaubwürdig zu handeln. Magdas Wege sind gekennzeichnet von dem Wunsch nach Halt. Einen Halt, den sie zuhause nicht mehr finden kann. Spätestens mit dem Fortgang ihres Vaters und dem daraus resultierenden Verhalten ihrer Mutter, verliert Familie für sie an Bedeutung. Auch Leon, von dem sie sich zunächst Halt erwartet, entpuppt sich nicht als gefestigt genug. Denn im Angesicht der näher kommenden Apokalypse sucht er sein Heil im Drogenrausch. Aber dies ist nicht Magdas Weg. 
Erst Silvere, ein kleiner Dealer, scheint ihrem Leben noch Sinn und vor allem Halt zu geben. Sie entfernt sich immer weiter von Zuhause, blendet die dunklen Seiten ihres neuen Freundes aus und verliert sich in seiner Welt. Erst als die Dinge in der letzten Nacht eskalieren und Magda den wahren Charakter ihres Freunde erkennt, reißt sie das Ruder rum.
Für eine „Coming of Age“-Geschichte, inklusive entsprechender Zielgruppe, ist der Ausgang des Comic ungewöhnlich. Als mich beispielsweise vor Jahren eine Kundin in der Buchhandlung einmal fragte, was man einem nachdenklichen und deprimierten Teenager für ein Buch schenken könne, gab ich den Tipp, dass es sich um ein Buch handeln müsse, dass die junge Frau in ihren düsteren Gedanken packt und ihr einen positiveren Ausblick liefert, etwa Hermann Hesses „Siddhartha“. Mit der entsprechend Beschenkten führte ich später lange Gespräche über das Werk, das seinen Sinn erfüllt hatte. „Magdas Apokalypse“ startet hingegen nicht nur beklemmend, sondern bleibt es bis zum Schluss. Zwar mit einem Ende, das den Leser lange nicht loslässt, aber Hoffnung sucht man in ihm vergebens. Großartig erzählt und deprimierend zugleich ist der Comic nicht diskussionslos für Teenager geeignet.


Fazit:
„Magdas Apokalypse“ ist ein bewegender Comic. Er bietet mitreißende Unterhaltung nicht nur für Teenager. Eine glaubwürdige Geschichte zu einem unerhörten Thema.


Magdas Apokalypse - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Magdas Apokalypse

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 24,80

ISBN 13:
978-3-96219-026-2

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Glaubwürdige Protagonisten
  • Spannende Handlung
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 21.12.2017
Kategorie: Alben
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