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Comic-Besprechung - Die Traumfabrik 2: Die Stumme und der Gauner

Geschichten:
Die Traumfabrik 2: Die Stumme und der Gauner
Autor: Laurent Galandon, Zeichner: Frédéric Blier, Colorist: Sébastien Bouet


Story:
Zusammen mit einigen anderen Begeisterten schafft es Célestin heimlich seinen Film zu drehen. Die ersten Szenen sind sehr vielversprechend und das Beschaffen von Material und weiteren Darstellern mutet manchmal abenteuerlich an. Bis sie verraten werden und nicht nur die möglichen Karrieren auf dem Spiel stehen, sondern auch ein Verbrechen aus der Vergangenheit auf einmal wieder eine Rolle spielt.


Meinung:
Der erste Band der Serie Die Traumfabrik bezauberte vor allem durch die Milieuschilderung und wie trotz aller Widrigkeiten ein Traum verfolgt worden ist.  In einem realistischen und detaillierten Strich wurde das Paris der 1920er Jahre wieder zum Leben erweckt. Ohne es dabei zu verklären, sondern man zeigte auch die dunklen und schmuddeligen Ecken, was zum Inhalt passte. Zwar handelt es sich nicht um einen Krimi, aber es geht um die Geburtsstunden des Kinos und das war zu Beginn noch eher eine Jahrmarktssensation und gegenüber den anderen Künsten in die Ecke gedrängt. Das Zwielichtige der Anfangszeit, die auch durch wirtschaftliche Hasardeure und Abenteurer geprägt worden war, wurde schön auf eine atmosphärische Art und Weise verdeutlicht. Zudem wurde der Pioniergeist spürbar gemacht, indem ein Held eingeführt worden war, der aufgrund seiner Tollpatschigkeit etwas Tragikomisches an sich hat, der seinen Traum Regisseur zu werden hartnäckig verfolgt, aber nie an Sympathien verliert.

Bei der Fortsetzung, auf die man sich durchaus gefreut hatte, macht es sich negativ bemerkbar das nun eine Geschichte erzählt werden muss. Man kann sich nicht wie im ersten Band auf die Milieuschilderung und die Charaktere konzentrieren, sondern muss diese schließlich zu einer Entwicklung bringen. Das Ende des ersten Bandes gab verschiedene Richtungen vor: Liebesgeschichte, Drama, Krimi und Sozialstudie. Nun ist es von Nachteil, dass die sich entfaltende Story alles genannte in sich vereint. Das funktioniert zwar, aber einerseits kommt sie altbacken melodramatisch daher, andererseits passt  sie aber auch zu der Zeit in der die Geschichte spielt. Das klingt paradox. Alle Elemente wirken völlig überladen, überkonstruiert, wenn so ziemlich alle Akteure eine gemeinsame Vergangenheit haben und Ungerechtigkeiten aufgedeckt werden. Das ist alles Klischee und man könnte das Übertriebene, durch die Häufung, auch schon als Ironie werten. Aber ein Klischee entwickelt sich dadurch, dass durch ewige Wiederholung verschiedene Elemente zum Kanon werden. Was damals neu und innovativ war, ist heutzutage ein Klischee, weil man es zu oft gesehen hat.  So ist es passend, dass die damals gerne verwendeten Stoffmotive des Stummfilmes  eingebaut und ironisch genutzt werden. So ist auch die Verwendung altbackener Klischees eine einzige Hommage an den Stummfilm. Was auch in kleinen Andeutungen  und Verweisen deutlich wird, wenn Kinoplakate zu sehen sind und sich am Ende der Tonfilm ankündigt.

 So entwickelt die kleine Serie, die mit dem zweiten Band, zumindest von dem ersten Storybogen her, abgeschlossen ist, einen ganz eigenen Zauber. Der sich manchen aber nicht erschließen dürfte, da er im besten Sinne altmodisch ist. Es dürfte manchen viel zu überladen und überkonstruiert erscheinen, zeigt aber gleichzeitig auch die Wechselwirkung von Kunst und Leben auf. Schließlich weiß man irgendwann nicht mehr genau wo die Grenzen sind und ob nun das wirkliche Leben die Kunst inspiriert oder das Leben die Kunst imitiert. Insofern ist es wieder eine gelungene Hommage die aber gegenüber dem ersten Teil deutlich abfällt.


Fazit:
Die Hommage wird weitergeführt und alles an dem Comic atmet die Bewunderung und das Feiern der Anfangstage des Kinos. Allerdings muss nun eine Geschichte erzählt werden die sehr melodramatisch und überladen ist und deswegen kann die Fortsetzung mit dem Auftakt nicht mehr mithalten.


Die Traumfabrik 2: Die Stumme und der Gauner - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Traumfabrik 2: Die Stumme und der Gauner

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16

ISBN 10:
374160674X

ISBN 13:
978-3741606748

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Hommage
  • Gestaltung Milieu und Setting
  • viele Verweise
  • interessante Charaktere
Negativ aufgefallen
  • melodramatische Übertreibungen
  • teilweise überkonstruiert
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Rezension vom: 06.06.2018
Kategorie: Alben
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