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Comic-Besprechung - Die Unheimlichen – Der Fremde! Störenfried der Ruhe eines Sommerabends der Ruhe eines Friedhofs

Geschichten:
Text: Elfriede Jelinek
Zeichnungen: Nicols Mahler


Story:
In der Reihe „Die Unheimlichen“ interpretieren deutsche Comiczeichner klassische und moderne Schauergeschichten neu. Herausgegeben wird die „Serie“ von der Comickünstlerin Isabel Kreitz. In dem Band berichtet Elfriede Jelinek davon, wie ein Fremder in einem abgelegenen österreichischen Dorf erscheint. Von den Bewohnern mit Misstrauen beäugt, stellt sich erst nach und nach heraus, was es mit dem Fremden wirklich auf sich hat.


Meinung:
Autorin des Bandes mit dem etwas umständlichen Titel „Der Fremde! Störenfried der Ruhe eines Sommerabends der Ruhe eines Friedhofs“ ist Elfriede Jelinek. Ja, genau. Die Elfriede Jelinek. 1946 in der Steiermark geboren und 2004 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Das kurze Prosastück, das für den Band verarbeitet wurde, dürfte einer der ersten Veröffentlichungen der Autorin sein und entstammt der Anthologie „Der gewöhnliche Schrecken. Horrorgeschichten“, die 1969 von Peter Handke herausgegeben wurde.
Der Text wurde für die vorliegende Veröffentlichung bewusst nicht das Schema „Sprechblase und erläuternder Text“ gepresst. Stattdessen erhält der Leser einen dunklen-mystischen Text, der mit eben solchen Bildern begleitet wird. Dass die Herausgeberin darauf verzichtet hat, hier mit Ummontagen dem klassischen Comic näher zu kommen, tut dem Band sehr gut, da auf diese Weise Jelineks Kunst erhalten bleibt.
Der Text, obwohl nicht sonderlich bekannt, zeigt schon die poetische Schärfe und die witzig-ironische Fabulierkunst, für die die Österreicherin so gelobt wird. Das Grauen, dass in Form eines Vampirs über die kleine Dorfgemeinschaft hereinbricht, ist in jedem Satz greifbar. Das schafft Jelinek auch dadurch, dass sie den Mitgliedern der eingeschworenen Gemeinschaft keine Namen gibt. Stattdessen ist die Rede vom jungen Zahnarzt, der Bäckersfrau oder dem Gendarmen. Die so geschaffene Distanz lässt ein Gefühl der Kälte und des Unbehagens entstehen. Selbstverständlich würde es sich nicht um einen Jelinek Text handeln, wenn nicht auch teils mit einem spöttischen Auge auf di Geschehnisse geblickt wird. 
Eingefangen in Bilder wird die Geschichte von Nicolas Mahler, der nicht nur Landsmann von Jelinek ist, sondern sich in der Branche bereits durch zahlreiche Veröffentlichungen einen Namen gemacht hat. Seine Bilder bieten das passende Äquivalent zum Prosatext. Sein Artwork erinnert an den filmischen Klassiker „Nosferatu – eine Sinfonie des Grauens“ von Murnau. Wie im Film von 1922 nimmt man Mahlers Vampir auf dem Papier ab, dass er sich ungelenk bewegt. Seine ausfahrende Hand, die nach einem jungen Mädchen greift scheint direkt aus der cineastischen Version zu stammen.
Der Band, der wie auch die anderen Bände im handlichen 12,5 x 19,5 cm-Format erscheint, fördert einen frühen Jelinek Text wieder zu Tage. Format und Aufmachung sind gelungen und es bleibt spannend, wie sich diese reihe weiterentwickelt.


Fazit:
Eine spannende neue Reihe bei Carlsen, die ihre Berechtigung noch unter Beweis stellen muss. Der Band von Elfriede Jelinek macht definitiv Lust auf mehr. Ein Kleinod, dass lohnt öfters in die Hand genommen zu werden.


Die Unheimlichen – Der Fremde! Störenfried der Ruhe eines Sommerabends der Ruhe eines Friedhofs  - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Unheimlichen – Der Fremde! Störenfried der Ruhe eines Sommerabends der Ruhe eines Friedhofs

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12

ISBN 13:
978-3-551-71349-0

4 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Düstere Atmosphäre
  • Schöner Prosatext
  • Kleine, feine Aufmachung
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 12.06.2018
Kategorie: Alben
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