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Comic-Besprechung - Ryuko 1

Geschichten:
Ryuko 1
Autor / Zeichner: Eldo Yoshimizu


Story:
Ryuko ist die Yakuza-Chefin im Mittleren Osten. Sie ist eine knallharte Kriegerin die ihre Organisation mit eiserner Hand führt. Als zwei Untergeben den Bogen überspannen, kommt es zu einem heftigen Feuergefecht mit der Armee. Von einem der Soldaten erfährt Ryuko das ihre tot geglaubte Mutter noch lebt und seinerzeit von der chinesischen Mafia entführt worden ist. Ryuko setzt nun alles daran ihre Mutter zu finden.


Meinung:
Der Mangaka Eldo Yoshimizu stammt ursprünglich gar nicht aus dem Comicbereich, sondern ist ein bildender Künstler. Er hat sich in der internationalen Kunstszene vor allem als Bildhauer einen Namen gemacht und viel beachtete Installationen errichtet. Zudem ist er als Fotograf und als Musiker beschäftigt. All diese Ausdrucksmöglichkeiten scheinen ihn aber nicht auszulasten und so hat er mit der Serie Ryuko nun auch einen Manga geschaffen.

Yoshimizu kennt sich durchaus in der Popkultur aus. Was anderes hätte man bei einem so vielfältig agierenden Künstler nicht anderes erwartet und so findet man in diesem Comic auch einige kleinere Zitate und Verweise. Eine der weiblichen Figuren heißt etwa Sasori, was nicht von ungefähr an die berühmte japanische Filmreihe mit dem gleichen Titel erinnert. Zudem benutzt Yoshimizu ab und an einige psychedelisch angehauchte Bilder die durchaus aus dem Anime-Klassiker Belladonna stammen können. Es ist eine schöne Idee in dem langen, fließenden Haar von Ryuko einige Handlungselemente und Figuren spiegeln zu lassen, auch wenn es manchmal wie ein Selbstzweck wirkt. Zudem huldigt der Mangaka in einigen Actionszenen der japanischen Kunst des Holzschnitts. Dieser eklektische Stil hat seinen Reiz, kann aber auch einige potentielle Leser überfordern. Vor allem wenn man Mangas nicht gewöhnt ist und ansonsten nur einen westlichen Stil bevorzugt hat oder aus der zeichnerisch gesehen stilistisch reduzierten Ecke der Romantic Love Stories kommt. Immer wieder gibt es gute Ideen, aber der Band hat auch einige mehr als deutliche Schwachstellen.

Gerade in den Actionszenen wäre weniger mehr gewesen. So sind sie viel zu dunkel ausgefallen und der Gebrauch von Speedlines ist nahezu inflationär weswegen man in manchen Szenen stellenweise schon so gut wie nichts mehr erkennen kann. Die Panelführung ist dann auch innovativ und verweigert sich der Linearität wobei dann der Stil vor Inhalt siegt, da es das Anschauen nicht gerade erleichtert.

Auch trägt die Handlung nicht zum Verständnis bei, denn die ist äußerst dünn und passt auf einen Bierdeckel. Ryuko ist die Chefin einer Gangsterorganisation die sich zwei jungen Frauen angenommen hat die gerne über die Stränge schlagen. Aber dieser Handlungsfaden verliert sich im Bleigewitter und die schöne Heldin muss erkennen, dass ihre Mutter noch lebt und irgendwie von irgendwem aus verschiedenen Gründen entführt worden ist. Es werden nur so wenige Anhaltspunkte gegeben das man selbst vor einer so rudimentären Story etwas ratlos steht. Es wird zu viel angerissen und zu wenig verdeutlicht und man bekommt den Eindruck dass die Story den Künstler nicht interessierte, sondern hauptsächlich dazu diente, ihm eine Plattform für den visuellen Ausdruck zu geben. Was an sich nicht verwerflich ist, aber man bleibt als Leser auf Distanz, erfreut sich an der zeichnerischen Technik, aber ein reines Lesevergnügen will sich so nicht einstellen. Dennoch ist dieser Auftakt einen Blick wert.


Fazit:
Ein faszinierender Stil der einen aber auch schnell überfordern kann. Leider kann da die äußerst dürftige Handlung nicht mithalten und so sind es allein die Zeichnungen welche den Betrachter fesseln. Und sei es, dass man versucht etwas zu erkennen.

Ryuko 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ryuko 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 14,99

ISBN 10:
3551726655

ISBN 13:
978-3551726650

256 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zitate und Anspielungen
  • eklektischer Stil
  • Action
Negativ aufgefallen
  • wirre und dürftige Story
  • Zeichnungen teils überladen und schwer entzifferbar
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Rezension vom: 28.06.2018
Kategorie: Mangas
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