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Comic-Besprechung - Die Unheimlichen – Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Geschichten:
Text John Kendrick Bangs
Zeichnungen: Barbara Yelin


Story:
In der Reihe „Die Unheimlichen“ interpretieren deutsche Comiczeichner klassische und moderne Schauergeschichten neu. Herausgegeben wird die „Serie“ von der Comickünstlerin Isabel Kreitz. Harrowby Hall ist in alter Landsitz, wie er nicht passender für Gespenster erdacht werden kann. Er ist umgeben von einem tiefen Graben, umringt von einem düsteren Wald und seine Bewohner leben abgeschieden ohne Kontakt zu anderen Menschen. Kein Wunder, dass es dort spukt. Jeden Heiligabend um Mitternacht entsteigt dem Graben ein Wassergespenst und jagt den Bewohnern des allerbesten Gästezimmers Angst und Schrecken ein. Wobei die Schrecken des Gespenstes im Wesentlichen nasser Natur sind. So geht es über Generationen, bis ein Hausherr sich die Eigenschaften des Wassers zu Nutze macht und dem Spuk ein Ende bereitet.



Meinung:
Vor ein paar Tagen wurde ich nach einem kleinen Geschenktipp befragt. Irgendwas kleines, ohne großes Tam-Tam. Ja, ein Buch könne man sich vorstellen, aber was die Dame lese, sei völlig unbekannt. Ich gab dann den Hinweis auf die Reihe „Die Unheimlichen“, mit dem Argument, damit wirklich etwas Überraschendes in den Hände zu halten. Schenker und Beschenkte waren – so mein Kenntnisstand – gleichermaßen zufrieden. Und das ist auch kein Wunder, denn mit der Serie fördert der Carlsen Verlag kleine aber feine Texte zu Tage. Diese werden in wirklich ansprechender Form umgesetzt.
Der neueste Band, „Das Wassergespenst von Harrowby Hall“, ist bereits der vierte Band der Serie. Zugrunde liegt eine Geschichte von John Kendrick Bangs, einem amerikanischen Schriftsteller, Satiriker und Humorist. Christoph Dallach führt in seinem Nachwort völlig zu Recht aus, dass es sich bei Bangs um einen Schriftsteller handelt, „der die rare Gabe besaß, traditionelle Gruselgeschichten mit zeitgemäßem Humor zu kreuzen“. Denn die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, in der Bangs schrieb, war gezeichnet davon, dass alte Vorstellungen, Aberglaube und alles Mythische von der Welt verschwand und ersetzt wurde durch einem unerschütterlichen Glauben an den technischen Fortschritt.
„Das Wassergespenst von Harrowby Hall“ beginnt wie jede Gruselgeschichte. Von Wilde über Shelly bis Stoker sind es vor allem die einsamen, großen Landsitze, auf denen Geister ihr Unwesen treiben. Entsprechend zeigt das ganzseitige Einstiegspanel ein dunkles Haus, das sich im unergründlichen Wasser des ihn umgebenden Grabens wiederspiegelt, an dem ein paar kahle Bäume stehen. Diejenigen Leser, die bis hierhin immer noch nicht gemerkt haben, dass Bangs uns gruseln will, ist der vielsagende Satz „Das Problem an Harrowby Hall war, dass es darin spukte.“ Und schon taucht der Leser ab in eine düstere Welt. Nur um wenige Panels später mit einem hämischen Grinsen wieder aufzutauchen, wenn der Gutsherr zum spukenden Geist meint: „Es liegt mir fern, Madame, unhöflich zu sein, aber ich gestehe, dass ich es vorzöge, wenn sie ihre Besuche in meinem Haus einstellten. Es ist ein wenig…äh…ungemütlich“. Denn statt Schrecken Verbreiter das Gespenst überall Wasser! So kann der Band auch als eine wunderbare Satire auf die Schauerromantik gelesen werden.
Wunderbar geschildert sind die Versuche, sich des Gespenstes zu entledigen beziehungsweise seinen Schrecken abzumildern. Von Taucheranzügen bis Feuer lassen die Schlossherren nichts unversucht.
Die zwar überaus feuchten, aber dafür umso weniger gruseligen Auftritte des Gespenstes wurden von Barbara Yelin perfekt eingefangen. Denn ihr Artwork ist ein Fließen. Formen gehen ineinander über. Alles scheint wässrig zu sein. Das wird noch unterstützt dadurch, dass die einzige Farbe in dem ganzen Band Wasserblau ist.  
Der Band, der wie auch die anderen Bände im handlichen 12,5 x 19,5 cm-Format erscheint, ist in Format und Aufmachung gelungen und es bleibt spannend, wie sich diese Reihe weiterentwickelt.



Fazit:
Die schöne Reihe „Die Unheimlichen“ ist um einen Band reicher. Die ebenso lustige wie geistreiche Erzählung ist in schönen Bildern von Max und Moritz-Preisträgerin Barbara Yelin umgesetzt worden.



Die Unheimlichen – Das Wassergespenst von Harrowby Hall - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Unheimlichen – Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12

ISBN 13:
978-3-551-71350-6

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Satire auf Schauerromatik
  • Schöner Prosatext
  • Kleine, feine Aufmachung
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 06.12.2018
Kategorie: Alben
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