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Comic-Besprechung - Rip Kirby 1950-1951

Geschichten:
Rip Kirby: Die kompletten Comicstrips 4: 1950 - 1951
Autor: Alex Raymond, Ward Greene, Zeichner: Alex Raymond


Story:
Nachdem Rip seinen Diener und Freund Desmond aus den Fängen einer Heiratsschwindlerin retten konnte, bekommt er es mit einem alten und gefährlichen Feind zu tun: der Mangler ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und hat Rache geschworen. Auch in Italien wo es Rip mit einem verschwundenen Schatz zu tun bekommt, ist er nicht sicher. Auch ein Guru wird gefährlich und bei der Jagd auf einen Bankräuber gerät der smarte Detektiv zwischen die Fronten zweier Banden.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Es wurde hier schon erwähnt das in der Serie Rip Kirby einige sehr melodramatische Aspekte vorkommen die vor allem der Entstehungszeit geschuldet sind. So werden auf der zeichnerischen Ebene aufgerissene Augen geboten, theatralische Gebärden und große Gefühle. Große Gefühle? Ja, aber Raymond umschifft mit einer geschickten Stilistik jeden Kitsch. Wenn, vor allem bei den weiblichen Figuren, eine Träne vergossen wird, so wenden sich die Damen von dem Gesprächspartner ab und dem Betrachter zu und in dieser zarten Abkehr von der fiktionalen Figur wird jeder Kitsch vermieden, sondern vielmehr die Leserinnen und Leser dazu eingeladen ihre Emotionen nachzuvollziehen. Das ist eine Einbindung, aber auch ein Kunstgriff um die Story nicht zu überfrachten. Andererseits sind oft auch die Storys etwas melodramatisch.

Wem das bislang übel aufstieß kann aber beruhigt den vierten Band der gesammelten Tagesstrips zur Hand nehmen. Abgesehen von der Geschichte in der eine Sängerin verschwindet und aus emotionalen Gründen zum Gesang gezwungen wird, so weichen die anderen Storylines doch von dem Melodram ab. Gut, es kommen immer auch Irrungen und Wirrungen des Herzens hinzu, drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Schließich ist dieser Band sehr actionbetont und wenn Rip Kirby es mit wirklichen Gangstern zu tun  bekommt, die keine Gentlemen sind, sondern auch schnell mit den Waffen zur Hand sind, so ist das durchaus spannend und temporeich. Hier zeigt Kirby auch einige Härte und ist nicht der reine, glatte Held was schnell zu einer Konturlosigkeit verkommen kann. Vielmehr tötet er hier auch. Zwar in Notwehr, aber dennoch greift er zum letzten Mittel. Auch ist er bereit, den Tod anderer Gangster in Kauf zu nehmen da er abwartet und sich die Verbrecher gegeneinander ausspielen lässt um die Reihen auszudünnen.

Hier gibt es eine gekonnte Mischung verschiedener Topoi was vor allem in der Geschichte mit dem italienischen Grafen zur Geltung kommt, in der nicht nur ein Erbschleicher, brutale Gangster, eine Schatzsuche und ein Rückbezug auf den Zweiten Weltkrieg vorgenommen wird, aber auch einige Sozialkritik klingt wieder an. So gibt es in der letzten Geschichte einen Guru der eine Art Sekte gründet, sich aber als Verbrecher entpuppt. Damit war Raymond seiner Zeit weit voraus, denn der Boom von Sekten nahm vor allem in den 1960er und 1970er Jahren überhand.

Trotz all dieser Action und Spannung kommt aber auch der Humor nicht zu kurz und es gibt einige schöne ironische Szenen. Nicht nur mit dem verliebten Desmond dessen Erlebnisse aus dem letzten Band hier zu Ende gebracht werden, sondern auch mit dem Bankräuber und wie der nun ein großes Leben führen will. So werden einige Gefühlsduseleien vermieden und machen den Band für ein heutiges Publikum noch lesefreundlicher.

Dazu kommen noch die wunderbaren Zeichnungen. Gerade in den nächtlichen Szenen zeigt sich die Meisterschaft von Raymond da dort die Schwarzflächen und die Schraffuren optimal zur Geltung kommen. Aber ab und an ist es etwas sprunghaft und gerade zu Beginn scheinen manchmal einige Panels für den glatten Leseverlauf zu fehlen. Zudem haben sich da auch einige inhaltliche Fehler eingeschlichen. Als ob Raymond keine Lust mehr hatte auf die Geschichte um Desmond oder er war gerade nicht in Form. Aber der Rest des Bandes macht das mehr als wett.


Fazit:
Der vierte Band ist wohl der lesefreundlichste Teil für ein modernes Publikum da hier die melodramatischen Aspekte zurückgefahren worden sind und Spannung und Action überwiegen.

Rip Kirby 1950-1951 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Rip Kirby 1950-1951

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Bocola

Preis:
€ 25,90

ISBN 10:
3946842143

ISBN 13:
978-3946842149

156 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Action, Spannung und Humor
  • hervorragende Effekte durch Schraffuren und Schwarzflächen
  • Sozialkritik
  • Zurückfahren der Melodramatik
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 04.12.2018
Kategorie: Alben
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