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Comic-Besprechung - DOCTOR STAR UND DAS REICH DER VERLORENEN HOFFNUNG

Geschichten:
Autor: Jeff Lemire; Zeichner und Tusche: Max Fiumara; Farben: Dave Stewart

Story:
Jim Robinson ist ein junger, ehrgeiziger und aufstrebender Wissenschaftler zu Zeiten des 2. Weltkriegs, dessen Ziel es ist, die Geheimnisse der Sterne zu ergründen. Mit Hilfe der Regierung soll ihm dies auch zu Teilen gelingen: Er wird zum Helden Doctor Star. Doch er hat auch eine Frau und einen Sohn, die ihn lieben. Bald kommt es zum Zerwürfnis, da sich James mehr und mehr seiner Arbeit und Passion widmet, sich aber von seiner Familie entfremdet. Es ist die Geschichte über das Streben nach mehr und den großen Verlust, der manchmal damit einhergeht.

Meinung:
Da ist er, der neue Band aus Jeff Lemires eigenem Superheldenuniversum. Wieder handelt es sich um einen Spin-Off-Band, der aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger SHERLOCK FRANKENSTEIN UND DIE LEGION DES TEUFELS die Hauptgeschichte um die auf einer Farm in einem Paralleluniversum gestrandeten Superhelden nicht weitererzählt. Für alle, die darauf hofften, mag das im ersten Moment ernüchternd erscheinen. In Wahrheit ist es das aber keineswegs, denn der Band  kann dadurch mindestens zwei Lesergruppen uneingeschränkt empfohlen werden: Zum einen der Anhängerschaft, die ohnehin die BLACK HAMMER-Saga verfolgt, denn  immerhin ist Doctor Star auch aus der Hauptserie bekannt. Zum anderen  ist es aber auch ein Band für alle Leser, die einfühlsame Charakterstudien und Familiengeschichten mögen. Und zum dritten, sei der Band auch noch allen Fans von James Robinsons STARMAN-Saga ans Herz gelegt, denn nicht umsonst, gibt Autor Lemire selbst im Bonusteil dieses Bandes zu, dass es sich bei dem Charakter Doctor Star– und damit auch bei der Geschichte des Bandes selbst – um eine „Liebeserklärung an die Serie (Starman) und an James (Robinson)“ handelt.
Tatsächlich geht Lemire sogar soweit, dass er Elemente aus Starman komplett übernimmt. Wie in Robinsons Run der Wissenschaftler Ted Knight, so ist es bei ihm Jimmy Robinson, der sich aufgrund seines Ehrgeizes und dem Streben nach immer neuen Erkenntnissen, seiner Familie entfremdet. Ist Jeff Lemires neue Geschichte damit nicht nur Hommage und Liebeserklärung an bereits bestehende Heldentypen, wie sonst im Black Hammer-Universum, sondern vielleicht sogar eine dreiste Kopie? Wohl kaum, denn wer Lemires Geschichten fernab der Superhelden kennt, weiß, dass er am allerbesten ist, wenn er Familiengeschichten erzählen kann. Und so ist es auch bei DOCTOR STAR, denn trotz aller Superheldenelemente ist und bleibt es eine Familiengeschichte, die zu Herzen geht. Bezogen auf Robinson sei gesagt, dass die Anleihen unverkennbar sind – man vergleiche nur den Namen der Hauptfigur mit dem gehuldigten Autor. Trotz allem sind genug eigene Elemente Lemires in der Geschichte vorhanden, wenngleich es doch ein paar mehr hätten sein dürfen.
Dennoch, beim Lesen fühlt es sich an, als ob Lemire sich die Kernessenz aus Robinsons Saga genommen hat und darum seine eigene Version gebaut hat. Und nichts anderes hat er bisher im BLACK HAMMER-Universum getan, wenngleich es bislang nicht so einfühlsam war, wie in diesem Band. Und wie in den bisher erschienenen Bänden des genannten Superheldenuniversums, sind auch hier wieder Huldigungen an die Silver Age-Helden vorhanden. Dieses Mal handelt es sich um die „Liberty Squadron“, ein Pendant zu DCs Justice Society of America (JSA), die wie ihre Inspirationsquelle zunächst gegründet wird, um die Nazis zu bekämpfen.
Der vorliegende Band ist also wieder vieles in einem – vor allem aber ganz große Comic-Unterhaltung. Denn neben dem Aspekt, dass die Geschichte einen Charakter aus Lemires BLACK HAMMER-Universum näher beleuchtet, funktioniert sie eben auch als Hommage an das Silver Age und an eine tolle Superheldengeschichte aus den 1990er Jahren. Und kann sogar völlig unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.

Grafisch hebt sich auch DOCTOR STAR wieder vom gewohnten Superhelden-Allerlei ab – und das in positiver Weise. Max Fiumara beschreibt seinen Stil im Bonusteil selbst als eine Mischung aus realistischen und cartoonhaften Elementen. Und in der Tat erinnert er bisweilen an den Stil von Guy Davis in den B.U.A.P-Comics aus dem Mignola-Verse. Da kommt es nicht von ungefähr, dass die Zeichnungen von Dave Stewart, einem von Mignolas treuesten Wegbegleitern, kongenial koloriert wurden

Im Großen und Ganzen liegt hier also sowohl storytechnisch als auch in der grafischen Umsetzung ganz große Comickunst vor. Reicht es damit zu einem Klassikerprädikat? Leider nein, denn auch wenn die vorliegende Geschichte als Hommage an Robinsons STARMAN-Saga verstanden werden darf und soll, hätte Lemire sich gerne noch etwas mehr abgrenzen dürfen. Dies ist Mäkeln auf hohem Niveau.
SPITTER dagegen legt den Band in gewohnter hochwertiger Qualität als Hardcover auf, das in Sachen Papier, Druck und Bonusmaterial keine Wünsche offen lässt. Auch an Übersetzung und Lektorat gibt es nichts auszusetzen.
Somit reicht es als Empfehlung nur zu einem uneingeschränkten Aufruf zum „Zugreifen“!

Fazit:
Jeff Lemire hat es wieder getan und mit DOCTOR STAR UND DAS REICH DER VERLORENEN HOFFNUNG ein kleines Comicjuwel in seinem eigens geschaffenen Superheldenuniversum vorgelegt. Dieses Mal hat er sich von DCs JSA und STARMAN im Besonderen inspirieren lassen. Dabei erzählt er aber eine höchst persönliche Charakterstudie und Vater-Sohn-Geschichte, die auch vollkommen ohne Superheldengrund funktioniert und ans Herz geht. Grafisch wird er dabei kongenial von seinen Partnern Max Fiumara und Dave Stewart unterstützt.
Zum Klassiker-Prädikat reicht es trotzdem nicht ganz, da er sich trotz aller Begeisterung für James Robinsons STARMAN-Saga, gerne noch etwas mehr loslösen hätte können. Trotz allem sei der Comic allen Fans des BLACK HAMMER-Universums, James Robinsons STARMAN-Saga und allen Liebhabern von emotionalen Geschichten ans Herz gelegt.

DOCTOR STAR UND DAS REICH DER VERLORENEN HOFFNUNG - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

DOCTOR STAR UND DAS REICH DER VERLORENEN HOFFNUNG

Autor der Besprechung:
Martin Ebert

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3962190392

ISBN 13:
978-3962190392

128 Seiten

Positiv aufgefallen
  • emotionale, persönliche Geschichte, die zu Herzen geht
  • in toller grafischer Umsetzung
  • mit grandiosen Hommagen an das Silver Age und vor allem an James Robinsons STARMAN, ...
Negativ aufgefallen
  • ... die dabei aber gerne noch etwas selbständiger hätte ausfallen dürfen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 25.04.2019
Kategorie: Alben
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