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Comic-Besprechung - Helmut Nickel – Comickünstler und Wissenschaftler

Geschichten:
Text: Reginald Rosenfeldt

Meinung:
Neben Hansrudi Wäscher gehört sicherlich der Zeichner Helmut Nickel zu den deutschen Comicpionieren. Mit seinem zwar überschaubaren Oeuvre hat er dennoch Maßstäbe gesetzt. Vor allem auch, weil er seine Geschichten mit sehr vielen authentischen Details versah, ein Umstand, der Nickel ganz wesentlich von Wäscher unterscheidet. Im Ch. A. Bachmann Verlag ist jetzt eine Monographie zu dem deutschen Ausnahmekünstler erschienen. 
Ich muss es offen zugeben: Helmut Nickel steht bisher noch nicht auf der Liste der Zeichner, deren Werk ich gelesen habe. Umso spannender das Experiment, ob die Monographie auch dann noch fesselt, wenn das besprochene Werk weitestgehend unbekannt ist. Im Fall des vorliegenden Buches kann die Antwort nur lauten: Ja, es funktioniert!
Zunächst erleichtert der stringente Aufbau des Buches dem Leser den Zugriff auf das Werk und das Leben des Künstlers. Der Verfasser, Comicexperte Reginald Rosenfeld, blättert nach einer kurzen Einführung vor dem Leser zunächst das Leben von Nickel auf. Die biographische Darstellung verkommt dabei aber nicht zu einem Lebenslauf in Prosaform. Angereichert mit vielen Zitaten, teilweise aus Interviews mit Nickel entnommen, teilweise aber auch aus der Privatkorrespondenz des Autors mit dem Künstler, wird das biographische Kapitel zu einer lebendigen Darstellung. Der Leser erfährt hier viele private Details aus dem Leben von Nickel. So entsteht eben nicht nur ein Bild vom Comickünstler, sondern der Leser erfährt auch etwas über die schwierige Lebenssituation von kreativen Menschen nach dem Ende des 2. Weltkrieges. 
Der zweite, sehr umfangreiche Teil, setzt sich dann mit den einzelnen Facetten seines Werkes auseinander. Beginnende bei der Serie „Tigerhai“ von 1945, über „3 Musketiere“, „Hot Jerry“, „Titanus“, „Robinson Crusoe“, „Tarzan“ und „Winnetou“ (um nur einige zu nennen) bis hin zu Arbeiten aus dem Jahr 1974, bietet das Buch eine genaue Analyse des kompletten Werkes des Zeichners. Dabei verfährt Rosenfeldt wie schon im biographischen Teil: anhand von Nickels Werk und seiner Entstehungsgeschichte, gibt er einen Überblick über die Comiclandschaft in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben dem allgemeinen Wissen um den deutschen Zeichner Nickel halte ich gerade diese Verallgemeinerungen auf den ganzen deutschen Markt für sehr interessant – auch für Leser, die vielleicht nicht viel mit dem Werk von Nickel anfangen können. Oder sollte ich besser sagen: bisher nichts anfangen konnten? Denn nach der Lektüre des Buches hatte zumindest ich große Lust, mich genauer mit dem deutschen Zeichner zu beschäftigen.
Dieser kulturhistorische Ansatz, den Rosenfeldt zur Darstellung des zeichnerischen Werkes wählt, sorgt dafür, dass das Buch eben nicht nur für Nickel-Fans, sondern für jeden Comicinteressierten viele spannende Details bietet. Dabei versäumt es der Autor auch nicht – und hier schließt sich der Kreis zum Titel des Buches – aufzuzeigen, das Nickel nicht nur Talent zum Zeichnen hatte, sondern auch über ein historisches Thema promovierte – „Das mittelalterliche Reiterschild des Abendlandes". Seine erzählerische Akribie, erwachsen aus seiner studentischen Beschäftigung mit ethnologischen und historischen Themen, wirkte zunächst störend auf den Lesefluss. Erst mit der Serie „Robinson Crusoe“ wandelte sich seine Erzählweise und die Texte wurden zugunsten einer sichtbareren Bildsprache zurückgefahren.



Fazit:
„Helmut Nickel – Comickünstler und Wissenschaftler“ ist eine Monographie über den deutschen Zeichner, die für Kenner und Neuentdecker einiges bereithält. Wer sich für Leben und Werk von Nickel und/oder für den deutschen Comicmarkt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts interessiert, für den ist der Band eine wahre Schatztruhe.



Helmut Nickel – Comickünstler und Wissenschaftler - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Helmut Nickel – Comickünstler und Wissenschaftler

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Christian A. Bachmann Verlag

Preis:
€ 25

ISBN 13:
978-3-96234-010-0

212 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Viele Infos zur deutschen Comicgeschichte
  • Lebendig erzählt
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 23.05.2019
Kategorie: Alben
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