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Comic-Besprechung - Little Nemo Gesamtausgabe 1910–1927

Geschichten:
Autor: Winsor McCay Zeichnungen: Winsor McCay

Story:
Nemos Traumreise in die Tiefen des Unbewussten geht auch in diesem zweiten XXL-Band weiter, der nächtliche Abenteuer aus den Jahren 1910 bis 1927 zusammenstellt – insgesamt 329 Episoden einschließlich der legendären Luftschiffabenteuer.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Mit dieser Gesamtausgabe feiert der Taschen Verlag einen der wichtigsten Wegbereiter des Surrealismus und einen der berühmtesten Comicklassiker. Es ist ein richtiges Tea-Table-Book. Denn der zweite Band „Little Nemo – Gesamtausgabe 1910 - 1927“ schließt genau da an, wo der erste aufhörte. Er kommt mit gewaltigen Maßen daher: 35 Zentimeter breit, 44,5 Zentimeter lang und knapp vier Zentimeter dick. Einen echten Prachtband liefert der Taschenverlag da. Nachdem bereits 2014 in dem gleichen Verlagshaus „The complete Little Nemo – 1905–1927“ erschienen war, liegt jetzt eine identische Ausgabe in zwei Bänden vor. Die Complete-Ausgabe war die allererste vollständige Sammlung sämtlicher 549 Episoden von Little Nemo.
Dr. Alexander Braun, Kunsthistoriker, Zeitungscomicexperten und -sammler, ist der Herausgeber des Werkes. „Little Nemo in Slumberland“ lief insgesamt in der Zeit zwischen 1905 und 1927. Dabei erschien die Serie von 1905 bis 1911 im New York Herald, von 1911 bis 1913 im New York American und noch einmal von 1924 bis 1927 in der Herald Tribune.
Little Nemo war zu seiner Zeit ein echter Erfolgscomic. So gab es 1908 bereits ein eigenes Musical und 1911 entdeckte „Little Nemo“ die Kinoleinwand. Das ist umso erstaunlicher, als McCay mit seiner Serie sich fernab vom Mainstream bewegte. Braun erläutert die Situation für den Zeichner, die Fluch und Segen zugleich war: „Was seinen Erfolg betrifft, ist das eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits war er in der Tat sehr erfolgreich, galt als einer der besten Zeichner seiner Zeit, was Hearst viel Geld wert war, dass McCay mit seiner Familie ein großbürgerliches Leben im Wohlstand genießen konnte. Andererseits war seine Arbeit aber auch so einzigartig, singulär und durchaus intellektuell, dass er damit weniger den populären Geschmack der breiten Masse befriedigte, als vielmehr den eines gebildeten Bürgertums. Guckt man sich etwa „Buster Brown“ von Outcault oder „The Katzenjammer-Kids“ von Dirks an, dann ist das der Humor, den die Masse bevorzugte.“
Der Band „Little Nemo – Gesamtausgabe 1910 – 1927“ – und an dieser Stelle sei nochmal daran erinnert, dass die Seiten die Größe einer Tageszeitung haben – bietet die Seiten in der besten Möglichkeit. Druck und Größe überzeugen. Zwar fehlt die umfangreiche Einführung aus dem ersten Band, aber da hat der Kunsthistoriker Braun bereits alles Wissenswerte gesagt. Beim zweiten Band erhält der eigentliche Comic seine ganz besondere Würdigung. Im deutschsprachigen Raum fehlte bisher eine ansprechende Edition von „Little Nemo“. Die Versuche des Fischer Taschenbuch-Verlages und vom Melzer-Verlag konnten alleine schon aufgrund ihrer starken Verkleinerungen und der platten bis brachialen Farbgebung als nicht gelungen bezeichnet werden. Der Carlsen Verlag versuchte es mit seiner sechsbändigen Edition zwischen 1989 und 1994 besser. Seinerzeit waren die Bände im Zuge einer wahren Klassiker-Renaissance erschienen. Neben „Little Nemo“ kamen beispielsweise auch noch „Polly“ oder „Krazy Cat“ zum Abdruck. Aber auch die Carlsen-Ausgabe wusste nicht vollends zu überzeugen. Braun erinnert sich: „Wir haben für die Gesamtausgabe alle Seiten aus aller Welt neu zusammengetragen und vollständig neu gescannt: High End Scan Technik, best of the best. Solche Möglichkeiten hatten die in den 1980ern gar nicht. Die Carlsen Ausgabe war ja auch nie komplett. Außerdem gab es hier und da Datierungs-Fehler.“
Auf den großformatigen Seiten, die im englischen belassen sind, lässt sich der Charme der Serie erfahren. Vor allem die Zeichnungen und die Farben sind von der ersten Seite fesselnd. 



Fazit:
„Little Nemo“ gehört zu den bemerkenswertesten Comic des 20. Jahrhunderts. Die Leistung von Windsor McCay kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er war es, der den Surrealismus bildlich umsetzte, lange bevor dieser kunsthistorische Begriff überhaupt eine Erwähnung fand – ein echter Quantensprung, nicht nur für die 9. Kunst. Davon legt „Little Nemo – Gesamtausgabe 1905 – 1909“ ein beeindruckendes Zeugnis ab.



Little Nemo Gesamtausgabe 1910–1927 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Little Nemo Gesamtausgabe 1910–1927

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Taschen

Preis:
€ 60

ISBN 13:
978-3-8365-7611-6

344 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Farbwiedergabe
  • Coffee Table Book
  • Klassiker
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 10.07.2019
Kategorie: Alben
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