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Comic-Besprechung - Universal War Two 1 - Die Zeit der Wüste

Geschichten:
Universal War Two: Le Temps du Désert
Text/Zeichnungen:
Denis Bajram

Story:
Die Kanaaniter sind durch Raum und Zeit gereist, um die Herrschaft der I.C.C. zu brechen und die Galaxie zu retten. Teil eins des Plans ist abgeschlossen, Teil zwei allerdings noch in Arbeit, da trotz allem technischen Know-How niemand weiß, wie man das Wurmloch zum Kollabieren bringt. Und auch die Kontrolle des irdischen Sonnensystems gleitet den Kanaaniter nach und nach aus den Händen, bis sich eine ziemlich deutliche Klassengesellschaft herausschält. Hiergegen wendet sich Thea, zwar selbst eine Nachfahrin Kalishs, die den Methoden ihrer eigenen Leute aber nichts abgewinnen kann. Als dann der Versuch das Wurmloch zu schließen in einer Katastrophe endet, muss sie mit ansehen, wie das Ende des Sonnensystems eingeläutet wird.


Meinung:
Ende 2006 erschien der erste Band des Sechsteilers Universal War One beim Splitter Verlag und so ganz war gar nicht absehbar, wohin die Reise gehen sollte. Was folgte, entwickelte sich zu einem echten Science-Fiction Kleinod, welches nicht nur Erinnerungen an Klassiker wie beispielsweise 2001 - Odyssee im Weltraum erweckte, sondern auch eine Zeitreisegeschichte präsentierte, die durchdacht war, wie selten eine. Wer wollte, konnte dies im Abschlussband 6 nachvollziehen, der eine sehr genaue graphische Übersicht bot über die Zeitsprünge und ihre Auswirkungen. Und das wirklich schöne? Es war einfach alles stimmig und nahezu paradoxafrei.

Man war soweit zu sagen: Ende gut alles gut, aber wie der jetzt erschienene Band 1 des neuen Universal War Two zeigt, ist mal wieder nicht alles Gold, was glänzt. Das von Kalish versprochene Paradies ist nicht eingekehrt. Nach der Zerschlagung von I.C.C. und dem Ende des ersten universellen Krieges stehen die technisch fortgeschrittenen Kanaaniter vor den Scherbenhaufen des irdischen Sonnensystems. Bei aller Zeitreisetechnologie konnte die Vernichtung der Erde nicht verhindert werden, das Wurmloch innerhalb der Sonne nicht vernichtet werden und die von Kalish großspurig verkündete Schule aller Generationen scheint auch eher Phantasie geblieben zu sein. Gegenüber den Überlebenden im Sonnensystem hat sich dazu schnell eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft etabliert und einige der ehemaligen Retter blicken nur noch mit Verachtung auf die rückständigen und undankbaren (ehemals) Erdlinge.

Der Erste Universelle Krieg schien schnörkellos abgeschlossen. Denis Bajram denkt seine von ihm erschaffene Zukunftswelt mit dem zweiten Zyklus konsequent weiter und schafft es gleich zu Beginn das Epische herauszukitzeln. Dabei bedient er sich der klassischen Themen der Science Fiction und kombiniert die Gefahr des aus der Sonne schießenden Wurmloches mit den Unwägbarkeiten einer Künstlichen Intelligenz. Das Ergebnis? Für alle unvorhersehbar und auch der Leser wird im Unklaren gelassen, was es mit den Entwicklungen auf sich hat.

Durch die Eskalation gleich zu Anfang des ersten Bandes legt Bajram ein höheres Tempo als in UW1 vor, wo die Ereignisse zwar auch enorme Ausmaße hatten, sich jedoch erst nach und nach entfalteten. Daneben gelingt es ihm die ersten Charaktere mitsamt den Konfliktlinien zu etablieren. Dabei benötigt er weniger Exposition, als man von ihm gewöhnt ist. Statt dessen fließt alles harmonisch in die Handlung ein, die dadurch ein komplexeres Bild abliefert. Diese Komplexität wird sich, schließt man mal vom ersten Zyklus her, sicher auch noch auf die großen Ereignisse ausweiten,

Bis dahin war es wohl ein langer Weg. Universal War Two 1 bietet dafür ein paar sehr erhellende Zusatzseiten, die den Werdegang der Serie seit dem Ende des vorherigen Zyklus beleuchten. Das jetzige Erscheinen ist danach nicht als so selbstverständlich anzusehen, wie gedacht. Zwischenzeitlich waren gar ein paar andere Namen mit dem Projekt verbunden und man will gar nicht wissen, wieviel Material schon entwickelt wurde, welches letztlich jedoch bis auf weiteres in der Schublade verschwand.

Dies hatte vor allem mit Bajrams Schwierigkeiten nach Abschluss von UW1 zu tun. Hier ist der Macher ganz offen und gibt zu, dass er sich auf gewisse Weise ein wenig verhoben hatte. Deshalb dauerte es auch knapp 15 Jahre bis er sich an die Fortsetzung machen konnte. Dazwischen lagen Selbstzweifel, Überdruss, Verlagswechsel und der Gedanke vielleicht nur als Texter weiterzuarbeiten. Da wollen wir mal hoffen, dass in mitten in den Arbeiten an Universal War Two eine weitere Sinnkrise erfasst.

Ein paar  Inkonsequenzen ergeben sich (bisher) allerdings, wenn man rückblickend von Universal War Two 1 auf das Ende von Universal War One 6 schaut. In Band 6 spricht Kalish, der Gründer von Kanaan, beispielsweise davon, dass er eine Temporale Universität gründet an der seine späteren Nachfahren mittels Zeitreisen ebenfalls teilnehmen können. So sei sichergestellt, dass der neue Mensch, Homo Memor genannt, die Lektionen der Vergangenheit nicht vergisst. So wirken die Kanaaniter aus UW2 allerdings ganz und gar nicht. Die einzige kleine Hintertür bliebe Kalishs Bemerkung, er wüsste nicht, wohin seine Nachfahren gehen würden. Unter Umständen klärt sich dieser momentane Widerspruch im weiteren Verlauf der Serie auf. Bis dahin muss man aber eventuell ein oder zwei Augen offen halten, ob sich die Geschichten wirklich so nahtlos ineinander fügen.

Abschließend gesagt, wäre es sicherlich vermessen Universal War Two schon nach dem Eröffnungsband als Klassiker zu bezeichnen. Mit ziemlicher Sicherheit wird man es aber nach Erscheinen des letzten Bandes sagen. Hand drauf!



Fazit:
2008 erschien der abschließende Band des ersten großen SF-Zyklus von Denis Bajram. Mit Universal War Two 1 - Die Zeit der Wüste erscheint jetzt die Fortsetzung und Bajram gibt sich wieder nicht mit kleinen Brötchen zufrieden. Wieder darf man die großen Themen der Science Fiction erwarten, die auch noch wunderbar in Szene gesetzt sind. Hier wird wieder an einem Klassiker gewerkelt.


Universal War Two 1 - Die Zeit der Wüste - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Universal War Two 1 - Die Zeit der Wüste

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 14,80

ISBN 13:
978-3-86869-680-6

56 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • ein Klassiker setzt sich vielversprechend fort
  • ganz großes SF-Kino
  • Bajrams Artwork noch ausgereifter
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 16.03.2014
Kategorie: Universal War One
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