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Comic-Besprechung - Reddition 62

Geschichten:

Reddition 62: Dossier EC-Comics und William M. Gaines
Die EC-Story. Klassiker wider Willen

Autor: Heiko Langhans

Die Zeichner / Autoren von EC und MAD
Autor: Volker Hamann, Bernd Hinrichs, Heiko Langhans

"I worry about it". Interview mit William M. Gaines

Autor: Cuno Affolter

Der Heuschreckenschwarm
Autor: Herbert Feuerstein

Wie der Comics Code den EC-Horror tötete
Autor: Peter Osteried

EC-Comics in Deutschland
Autor: Bernd Hinrichs

Bibliographie deutscher EC-Veröffentlichungen

Autor: Volker Hamann

Porträt Al Feldstein

Autor: Roland Mietz

Porträt Harvey Kurtzman
Autor: Bernd Frenz

Porträt Graham Ingels
Autor: Matthias Hofmann

Porträt Jack Davis
Autor: Marcus Czerwionka

Porträt Johnny Craig
Autor: Roland Mietz

Porträt Bernard Krigstein
Autor: Volker Hamann

Als die EC-Bilder laufen lernten

Autor: Peter Osteried



Story:
In der aktuellen Ausgabe der Reddition wird der legendäre amerikanische EC-Verlag und sein Verleger William M. Gaines näher vorgestellt. Dazu gehört auch die Kontroverse über Comics in den 1950ern und was das für den Verlag und sein Programm bedeutet hatte. Zudem werden einige Künstler des Verlages portraitiert.


Meinung:
Von den EC-Comics hat wohl jeder schon mal etwas gehört. Vor allem wenn man eine Affinität zu dem Horrorgenre hat. Schließlich geben immer wieder einige Prominente an, dass sie wesentlich von den EC-Comics der 1950er Jahre beeinflusst worden sind. Und diese Horrorschaffenden haben dann wiederum das Genre wesentlich geprägt. Unter anderem gehören zu ihnen Stephen King, der die Horrorliteratur revolutionierte, indem er das Grauen in den Alltag einbettete und der Regisseur George A. Romero, der nicht nur die Grenzen des Zeigbaren erweiterte, sondern mit Die Nacht der lebenden Toten nicht nur den Splatter-Film miterfand, sondern auch die Zombies wie man sie heute kennt. Beide sind bekennende EC-Fans und drehten mit Creepshow sogar eine Hommage an die Comics.

Und auch wenn die Comics kaum ihren Weg nach Deutschland gefunden haben, so dürften doch so manchen noch die TV-Serie Tales from the Crypt ein Begriff sein, welche damals eine Sensation war. Noch bevor Serien den Stellenwert hatten den sie heute besitzen, war sie aufsehenerregend da damals erfolgreiche und einflussreiche Regisseure sich daran machten und auch viele damalige und heutige Stars in den Episoden mitspielten und teilweise auch inszenierten. So gab hier etwa Tom Hanks sein Regiedebüt.  Jede Episode basierte dann auf einer Kurzgeschichte aus den EC-Comics.

Das sind nur zwei Beispiele wie einflussreich die Comichefte auf die damaligen Leser sind und bis heute ihre Schockwellen zu spüren sind. Nur waren sie hierzulande kaum zu lesen. Es gab einmal eine Sonderpublikation in Form einer Anthologie mit dem Titel Der beste Horror aller Zeiten und der Hethke-Verlag veröffentlichte einzelne Geschichten in seiner Reihe Phantastische Geschichten. Aber ansonsten sind sie hierzulande, abgesehen von dem Ruf, unbekannt. Ein Grund mehr für das Team der Fachzeitschrift Reddition einmal diese Publikationen unter die Lupe zu nehmen. Wobei der Blick ohne viele Beispiele auskommen muss. Wie es schon vorher durch die Szene geisterte: es fehlen die üblichen Bildbeispiele, da es Ärger mit dem Rechteinhaber gab und so kein Artwork gezeigt werden kann. Was nicht heißen soll, das es hier keine Bilder gibt, sondern nur, das man sich behelfen musste. Allerdings bleibt so natürlich vieles eine Behauptung was man einfach glauben muss. Allerdings kann man das wegen der Querelen nicht der Redaktion zum Vorwurf machen.

Wie üblich erlaubt es die Konzeption des Heftes nicht nur den Verlag EC an sich und den Verleger Gaines zu portraitieren, sondern auch einige der Künstler welche an den Ausgaben gearbeitet haben. Untrennbar ist damit auch die damals aufkommende Comichatz verbunden welche bis heute ihre Auswirkungen haben. Damals wurden vor allem die EC-Comics als Negativbeispiele angeführt. Diese Berichterstattung hatte den Verlag fast ruiniert. EC konnte sich dann mit dem einzigen verbleibenden Titel aus dem Programm, MAD,  aber behaupten und retten. Jedenfalls bekamen damals die Comics ihren schlechten Ruf, der sich erst heute langsam auflöst. Zumindest in Deutschland bekommt der Comic, nicht zuletzt durch die Graphic Novels, immer mehr Akzeptanz auch in der breiteren Bevölkerung. In den 1950ern wurden hierzulande Comics noch verbrannt, obwohl es hierzulande keine EC-Comics gab, sondern alle unter einem Generalverdacht standen. Mit der Bücherverbrennung hatte man in Deutschland ja schon Erfahrung. Und so sah man nicht genauer hin. Da interessierte es auch keinen, dass die Ergebnisse des Dr. Frederic Wertham der mit seinem Buch The Seduction of the Innocent die Comichatz auslöste, gefälscht, verdreht, erfunden und erlogen waren.

All dieses gehört eng mit dem Schicksal des Verlags und seiner Künstler zusammen und so wird es hier auch gut aufgezeigt. Manches wiederholt sich dabei, aber es ist schon gut und knapp dargestellt wie die Zusammenhänge waren und anhand der Künstler werden auch Einzelschicksale beleuchtet. Denn die Comichatz bedeutete für manche Zeichner das Karriereaus.

Wer sich nur entfernt für die Geschichte der Comics interessiert, muss hier einfach zugreifen, da eine zentrale Zäsur zwar nicht das unmittelbare Thema ist, aber ein Wegweiser, der sowohl schlechtes als auch gutes, etwa die Beeinflussung eines Undergrounds, näher beleuchtet.


Fazit:
Anhand eines Portraits des EC-Verlages, seines Inhabers und der beteiligten Künstler kann auch deutlich werden welchen großen Einflüsse die Produkte bis heute haben. Zudem werden die damaligen Kontroversen, die bis heute Auswirkungen haben, vorgestellt. Nicht nur für Interessierte an Comicgeschichte Pflicht.

Reddition 62 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Reddition 62

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Edition Alfons

Preis:
€ 10

ISBN 10:
3946266002

ISBN 13:
978-3946266006

60 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Konzept
  • Erstveröffentlichung eines älteren Interviews
  • Einbeziehung damaliger Kontroversen
Negativ aufgefallen
  • manche Wiederholungen
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Rezension vom: 17.10.2015
Kategorie: Hefte
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