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Comic-Besprechung - Vasco 26: Die verschüttete Stadt

Geschichten:
Vasco 26: Die verschüttete Stadt
Autor: Dominique Rousseau, Gilles Chaillet, Zeichner: Dominique Rousseau, Colorist: Chantal Defachelle

Story:
Vasco hält sich noch immer im Dorf Torre del Greco am Fusse des Vesuvs auf. Durch die Steuereintreibung und die folgenden Ereignisse wurde die ansässige Adelsfamilie ausgelöscht, was die Feindschaft der Dorfbewohner weckt. Gerade Vascos Freund, der Seneschall Niccolo, macht sich durch seine Unnachgiebigkeit weitere Feinde. Und die Gegend wird durch marodierende Kinder unsicher gemacht, welche anscheinend von einem Unbekannten gelenkt werden.


Meinung:
Obwohl mit dem 26. Band von Vasco der Abschluss eines Zweiteilers vorliegt, ist die Handlung erstaunlich hektisch. Das Format eines Zweiteilers wird ja eben oft gewählt, damit man sich Zeit nehmen kann. So findet man dann eher episch angelegte Storylines innerhalb einer Serie oder die Charaktere werden etwas näher betrachtet. Man findet Ruhe und Muße um eben manches zu vertiefen, was ansonsten in dem starren Format von 48 Seiten vernachlässigt worden wäre.

Merkwürdigerweise ist das hier nicht der Fall. Für Einsteiger die den zuvor erschienenen Band nicht gelesen haben ist das hilfreich da die Kenntnis des Vorgängers nicht unbedingt vonnöten ist. Andererseits lässt eben das auch einen an dem Sinn eines Zweiteilers zweifeln. Wofür braucht man das, wenn nicht beide Bände eine harmonische Einheit ergeben? Gut, manche Ereignisse, die für die Handlung wichtig ist und diese voraussetzen, werden hier nicht geschildert, aber man kommt gut herein.

Viel schwerwiegender ist aber die Tatsache, dass man sich für manche dramatischen Entwicklungen keine Zeit nimmt. Vieles wird sehr schnell abgehandelt. So ist etwa die verrückte Königin Johanna nur kurz zu sehen und wie sie manipuliert wird. Aber was der Zweck dieser kleinen Intrige ist, wird nicht klar und später nicht mehr aufgegriffen.  Was aber nicht zu verzeihen ist, ist die Tatsache wie man damit umgeht das ein alter Bekannter innerhalb der Serie sich verabschiedet. Womit nicht das Ableben an sich gemeint ist, sondern wie nebensächlich das geschieht. Nur wenige Panels befassen sich damit und die Reaktion Vascos mit Trauer, Wut und Schmerz ist auch nicht von langer Dauer. Was nicht glaubwürdig ist. Man kann es einfach nicht genügend oft wiederholen: man hätte sich mehr Zeit nehmen sollen. So bleibt im Endeffekt leider manches völlig offen und anderes wieder sehr oberflächlich. Wer denn nun eigentlich der geheimnisvolle Reisende in der Kutsche ist, wird nicht mehr geklärt.

Symptomatisch für diese Art von Hektik ist vor allem das Ende. Dieses  ist mit einem großen Deus ex Machina Effekt versehen und demnach ziemlich enttäuschend. Im Moment größter Gefahr und Ausweglosigkeit einfach einen Vulkan ausbrechen zu lassen zeugt nur von einer dramaturgischen Hilflosigkeit. Alle persönliche Dramatik zwischen den zwei Hauptfiguren wird dadurch obsolet. Geklärt ist dann nichts und alles Potential wird in der Lava begraben.

Zu den Stärken der Ausgabe gehört es jedoch, dass man bei manchen Szenen emotional stark beteiligt ist. Gerade die historisch realistischen Szenen über die Gnadenlosigkeit der Steuereintreiber, ein Aspekt der  auch heutzutage noch nachvollziehbar ist, und die gesellschaftlichen und politischen Folgen ist sehr aufwühlend. Bei der Bestrafung von Menschen die eigentlich nichts besonders schwerwiegendes wie etwa Mord verbrochen haben, ist der Leser durchaus schockiert und kann die Beweggründe der eigentlich als Schurken aufgebauten Charaktere gut nachvollziehen. Aber konsequent umgesetzt wird das nicht.

Die detaillierten realistischen Zeichnungen sind ein weiterer Pluspunkt da sie einen gut in das Setting einführen. Sie stehen dabei ganz in der Tradition des Erfinders des Serie  Chaillet. Leider sind die Gesichter nicht immer getroffen und die Mimik verzerrt sich dann manchmal und erinnert dabei schon etwas an die Physiognomie der Charaktere von Herrmann, was hier aber nicht sonderlich passen will.


Fazit:
Ein spannendes und aufwühlendes Mittelalterabenteuer was deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. So wird vieles viel zu schnell abgehandelt.

Vasco 26: Die verschüttete Stadt - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Vasco 26: Die verschüttete Stadt

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 13,80

ISBN 10:
3945270170

ISBN 13:
978-3945270172

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • aufwühlende Szenen
  • Setting
Negativ aufgefallen
  • Ende wird von einem Deus-ex-Machina Effekt gelöst
  • Gesichter zu expressiv
  • vieles zu schnell abgehandelt
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 01.02.2016
Kategorie: Vasco
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