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Comic-Besprechung - Paper Girls 1

Geschichten:
Text: Brian K. Vaughan
Zeichnungen: Cliff Chiang
Colorierung: Matt Wilson


Story:
„Paper Girls“ nennt man die Mädchen, die früh morgens, lange bevor das Leben in den Straßen erwacht, die Tageszeitung zu den Abonnementen bringen. Sie fahren mit ihren Fahrrädern an den Häusern der Leser vorbei und werfen die Ausgaben auf die Veranden der amerikanischen Vorstädte. Am Morgen nach der Halloweennacht treffen vier Paper Girls zusammen und beschließen ihre Tour gemeinsam zu fahren: Erin, Mackenzie, kurz Mac, K J und Tiffany. Doch nichts ist an diesem Morgen so wie sonst. Wer sind diese vermummten Typen, die in einer unbekannten Sprache sprechen? Woher kommen plötzlich die Flugsaurier und wo sind überhaupt die ganzen anderen Einwohner der Stadt?


Meinung:
„Paper Girls“ wurde 2016 gleich mit zwei Eisner-Awards ausgezeichnet: als beste neue Serie und für „Best Penciller/Inker“. Und das völlig zu recht.
Es ist schon ziemlich abgedreht, was Vaughan in seiner neuen Serie zusammenschreibt. Und es macht Spaß, ihm auf seinem Horrortrip durch eine amerikanische Kleinstadt zu folgen. Vaughan geht dabei vor, wie Stephen King: Zunächst lässt er sich Zeit, den ganz normalen Wahnsinn in einer amerikanischen Vorstand in der Halloweennacht zu beschreiben. Pubertierende Jungs, die rumpöbeln. Erst nach und nach, in kleinen Schritten, hält das Ungewöhnliche Einzug. Am Anfang scheint noch alles durch abstruse Zufälle erklärbar zu sein. Das erste Auftauchen von drei geheimnisvollen vermummten Gestalten lässt zwar ein leichtes Kribbeln der Ungewissheit im Magen zurück, doch nur für kurz. Denn wenig später taucht ein Streifenwagen auf, mit zwei unfreundlichen Polizisten. Aber ob freundlich oder nicht: Wo Polizisten sind, herrscht Sicherheit, meint der Leser.
Es ist dieser Geschichtenaufbau, den Stephen King schon in seinen besten Geschichten benutzte. Vaughan hat vom Altmeister des Horrors gelernt. Das mag auch daran liegen, das der 1976 in Ohio geborene Autor nicht nur diverse Serien für Marvel und DC textet, sondern direkt an der Adaption von Kings Roman „Under the Dome“ als Fernsehserie beteiligt war – das setzt intensive Beschäftigung mit der Erzählweise voraus. Die Verbindung zu King geht soweit, dass Vaughan in einem Interview als ein Vorbild den Film „Stand by me“ nach der Kurzgeschichte „Die Leiche“ von King genannt hat.
Im Mittelpunkt von „Paper Girls“ steht das Lebensgefühl einer zuende gehenden Epoche. Der Plot spielt 1988 und damit im vorletzten Regierungsjahr von Ronald Reagan. Amerikas Mittelschicht lebt ihr isoliertes Leben und ist auf Erhalt ausgerichtet. Die Schere zwischen progressiver Jugend und altem Establishment ist in jenen Jahren weit auseinander. Soweit sogar, dass der cowboyspielende Präsident bei seiner 2. Amtseinführung darauf bestand, dass die kalifonischen „Beach Boys“ spielen, um so der Jugend zu zeigen: „Hey, ich bin einer von Euch!“. Diese Stimmung findet ihren Niederschlag bei Vaughan – so beispielsweise in der ewigen Auseinandersetzung jung gegen alt.
Dabei ist es Vaughan gelungen ohne die sonst so übliche melancholische „Schön-war-die-Zeit“-Atmosphäre auszukommen. Ein „Public Enemy“-Shirt hier, ein Walkie-Talkie, Walkman, ein paar Anspielungen auf die ersten Telespiele da – mehr nicht. Gerade die 1980er-Jahre rufen dieses Gefühl hervor. Vaughan belässt es bei der Grundatmosphäre und verbindet dies zu einem echten Genremix. Ein bißchen Science Fiction – unwillkürlich muss man gelegentlich an Spielbergs „Unheimliche Begegnung mit der Dritten Art“ denken – ein bißchen Horror – unvergleichlich die Szene mit dem Werwolf im Guns ´n Roses-Shirt, „American Werwolf“ lässt grüßen – und ein bißchen Highschool.
In Szene gesetzt wird die Story von Cliff Chiang. Neben verschiedenen Superhelden-Geschichten ist er in Deutschland vor allem durch die Umsetzung von Neil Youngs Projekt „Greendale“ in Comicform bekannt geworden. Entsprechend der Zeit, in denen die Geschichte spielt, sind auch die Farbtöne des Bandes: Blau, Pink und gelb herrschen vor. Nicht immer knallig, aber immer auffällig.


Fazit:
„Paper Girls“ ist ein weiterer Hit von Starautor Brian K. Vaughan. Der band macht richtig Spaß: Er ist vielschichtig, intelligent, witzig, spannend und weist ein paar abgedrehte Wendungen auf. in jedem Fall absolut empfehlenswert.


Paper Girls 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Paper Girls 1

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 22

ISBN 13:
978-3-95981-140-8

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Starke Charaktere
  • Dichte Atmosphäre
  • Vielschichtige Handlung
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 28.05.2017
Kategorie: Alben
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