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Comic-Besprechung - Harleen 1

Geschichten:
Harleen 1 (Harleen 1)
Autor / Zeichner / Colorist: Stjepan Sejic


Story:
Die Psychologin Dr. Harleen Quinzel hat aufgrund ihrer Forschung eine Idee, wie man den Wahnsinn heilen könnte. Sie möchte herausfinden wo im Gehirn Empathie entwickelt wird und dann diese Funktion verstärken, damit weniger Gewalt auf den Strassen Gothams herrscht. Mit einem Stipendiat der Wayne-Stiftung kann sie ihre Forschung in Arkham fortsetzen. Dort muss sie sich aber auch mit einem eigenen Trauma auseinandersetzen, denn sie ist nur knapp mit dem Leben fortgekommen als sie dem Joker begegnete.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Origin Storys gibt es mittlerweile viele und in regelmäßigen Abständen werden sie wieder veröffentlicht und als Füllsel auch gerne in die Paperbacks der jeweiligen Serien gepackt. So sind sie mittlerweile allbekannt, so dass es kaum noch einen besonderen Reiz darstellen dürfte, sich noch einen ganzen Band, oder wie in diesem Fall, eine dreiteilige Mini-Serie zuzulegen welche nur bekanntes neu aufwärmt. Auch kann schnell der Verdacht entstehen das im Zuge des Kinostarts von Birds of Prey noch schnell eine Wertschöpfung vorgenommen werden soll, wie man es bei anderen   Publikationen unschwer erkennen kann.

Es gibt aber zwei Gründe warum man doch zu dem ersten Teil von Harleen greift, in dem es um eine neue Interpretation von Harley Quinns Entwicklung geht. Zum einen ist der Kroate  Stjepan Sejic ein hervorragender Zeichner der mit seinen naturalistischen Digitalzeichnungen sich eine große Fanbasis erschaffen konnte. Was natürlich auch daran liegen mag, dass er einfach wunderschöne Frauen auf die Seiten zaubert. Zudem hat er nicht zuletzt mit seiner Serie Sonnenstein bewiesen, dass er nicht nur ein sehr guter Zeichner, sondern auch ein guter Autor ist. Grund genug also für einen Blick in den Band.
Zum anderen erscheint die Mini-Serie unter DCs neuem Black Label wo man sich mehr traut. Die Geschichten sind größtenteils nicht in der Kontinuität des DC Universums angesiedelt und richten sich an ein erwachsenes Publikum. So haben die Künstlerinnen und Künstler mehr Freiheiten und können, wie etwa in Batman: Damned, die Leserschaft überraschen.

Man ist also neugierig und schon Sejics Zeichnungen beweisen wieder seine Meisterschaft. So gelingen ihm die intimen Momente hervorragend wenn es um das Innenleben seiner Figuren geht und Sejic kann dabei alle mimischen Übertreibungen vermeiden. Zudem gelingt es ihm gerade anhand des Mienenspiels seiner Charaktere auch die Dialogszenen lebendig wirken zu lassen ohne das er viele verschiedene Perspektivwechsel vornehmen muss, um eine Dynamik zu erzeugen. Zudem schafft er dynamische Action und beeindruckende Splashpanels, wobei hier gerade eine Doppelseite sehr ikonisch werden kann. Auch taucht er in surreale Traumwelten welche Harleens Ängste widerspiegeln und einen Hauch von Horror vermitteln.

Die eigentliche Geschichte von Harley Quinn ist ja bekannt. Die Psychiaterin verliebt sich in den Joker, geht eine Beziehung mit ihm ein, rutscht immer weiter in den Wahnsinn, und wird nach der Trennung zu einer Anti-Heldin die sowohl mit den Birds of Prey als auch der Suicide Squad kämpft. Dabei wurde immer eine Prädisposition zum Wahnsinn  behauptet. So etwa das sie Momente ihrer Vergangenheit fehlinterpretiert und ein Verhältnis mit ihrem College-Professor wird als eine moralische Verkommenheit dargestellt die als eine Art logische Vorstufe zu dem späteren Geschehen gilt. Und hier geht Sejic durchaus einen anderen Weg. Harleen ist eine normale Frau und nicht von vornherein wahnsinnig oder besonders verhaltensauffällig. Ja, sie hatte eine Affäre mit ihrem Professor, aber das gibt sie selber als schlechte Entscheidung an und ist somit moralisch weitgehend wertfrei. Eher hat unsere Heldin ein geringes Selbstbewusstsein was sie tollpatschig und damit sympathisch werden lässt. Zudem hat sie große Angst in Gotham. Eines Abends begegnet sie dem Joker und entkommt nur knapp mit dem Leben. Später als Psychiaterin in Arkham geht sie ihm aus dem Weg bis sie erkennt, dass sie sich ihrem eigenen Trauma und damit dem Joker stellen muss. In den Details ist der Band also durchaus erfrischend und modifiziert die grobe Entwicklung bislang nicht, sondern gibt einen Blick in den Charakter ohne ihn zu verurteilen oder von vornherein als potentiell kriminell oder wahnsinnig darzustellen. Man kann also gespannt sein wohin die Reise noch gehen wird. Es kommen auch andere bekannte Figuren hier vor, wie Dr. Hugo Strange, Harvey Dent und natürlich auch Batman. Dabei ist das Black Label hier erstmal gerechtfertigt da Gotham die Ängste der Hautperson eindrucksvoll spiegelt. Man kann den zweiten Band kaum noch erwarten.


Fazit:
Sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch ist der Auftakt der Mini-Serie mehr als überzeugend. Die grobe Richtung der Charakterentwicklung wird bislang nicht verändert, aber man ist mehr als neugierig wie es weitergehen mag.


Harleen 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Harleen 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,99

ISBN 10:
3741617415

ISBN 13:
978-3741617416

68 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Einblick in den Charakter
  • beeindruckende Zeichnungen
  • lebendige Dialoge
  • differenziertes Mienenspiel
  • bekannte Charaktere in neuem Rahmen
Negativ aufgefallen
  • grobe Entwicklung bislang nicht modifiziert
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 25.03.2020
Kategorie: Harley Quinn
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