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Comic-Besprechung - Schlange und Speer 1: Schatten-Berg

Geschichten:
Schlange und Speer 1: Schatten-Berg
Autor / Zeichner: Hub, Colorist: Li


Story:
1454 im Reich der Atzeken. In der Gegend um die atzekische Hauptstadt werden immer wieder mumifizierte Leichen von jungen Frauen gefunden. Doch sind diese künstlich mumifiziert worden, es treibt also ein Serienmörder  sein Unwesen. Beunruhigt wird ein hoher Beamter beauftragt nicht nur den Mörder zu finden, sondern auch die Verbrechen mit allen Mitteln zu vertuschen. Ein Priester hingegen will möglichen Schaden von seiner Gemeinde abwenden und bittet einen alten Freund um Hilfe.


Meinung:
Historische Krimis gibt es zu Hauf, meistens werden aber nur Leerstellen in der Geschichte genutzt, um diese mit Fantasie zu füllen. Sprich: was historisch nicht bekannt ist, wo Quellen fehlen und die Spuren im Laufe der Zeit verloren gegangen sind, kann man sich historisch bekannte Eckpfeiler als Gerüst nehmen, um diese fiktional auszubauen. Was auch eine Grundlage von Mythen ist.

Noch öfter aber ist die Historie ein rein dekorativer Hintergrund vor dem eine Krimihandlung erzählt wird die so auch in der Gegenwart spielen könnte. Dabei sind das historische Denken der jeweiligen Epoche wesentlich für die Zeit und die Umstände, das vorherrschende Weltbild, der Glauben, die historischen Personen und die Umstände sind doch so prägend und was eigentlich als Verbrechen gilt hat sich auch oftmals gewandelt. Oft genug wird das allerdings ignoriert.

Selten genug wird also ein historischer Krimi vorgefunden der so in seiner Form tatsächlich nur in dem historischen Setting funktioniert. Schlange und Speer ist so ein Glücksfall. Nachdem Autor und Zeichner Hub sich zehn Jahre mit Okko beschäftigt hatte, hatte er das Gefühl alles erzählt zu haben und wollte sich auch von dem historischen Japan lösen. Nun wendet er sich mit dem auf drei Bände geplanten Historienabenteuer Schlange und Speer einem komplett anderen Kulturkreis zu von dem in der Allgemeinheit nur recht wenig bekannt sein dürfte: den Azteken. Mehr als beeindruckende Ruinen, den Konquistadoren und den Menschenopfern dürfte dem Laien kaum in den Sinn kommen wenn er das Schlagwort hört. Dabei waren die Azteken hoch zivilisiert und es ist Hub hoch anzurechnen das er die Geschichte eben mal nicht zu dem Zeitpunkt ansiedelt wo die Konquistadoren anlanden, sondern einige Jahrzehnte vorher. Wie Hub im Nachwort vermerkt, wollte er keinen Anker für europäisch-westliche Wertvorstellungen haben, um sich so noch mehr in die fremde Zivilisation zu begeben und keinen Culture Clash mit konkurrierenden Wertvorstellungen zu haben.

Dieses komplette Eintauchen in eine fremde Zivilisation ist auch sehr gut gelungen. Als historischer Laie kann man natürlich nicht beurteilen wo man sich hier erzählerische Freiheiten genommen hat und wo man von den Fakten abweicht. Letztlich ist das aber auch egal da ein breit gefächertes Figurenensemble aus verschiedenen sozialen und beruflichen Schichten völlig unterschiedliche Bereiche der aztekischen Gesellschaft abdeckt und so der Krimi tatsächlich ein Spiegel der Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt ist. Sicherlich hätte man die eigentliche Handlung um einen Serienmörder, der junge Mädchen mumifiziert, straffen können. Aber dann hätte man diese faszinierende Zivilisation mit all ihren Schattenseiten nicht kennengelernt.

Was auch durch die hervorragenden, detailreichen und in den Hintergründen realistischen Zeichnungen bewerkstelligt wird. Die Gesichter wirken zwar manchmal etwas sehr karikaturenhaft, sind aber, angesichts der Fülle an Charakteren im Grunde erstaunlich, immer unterscheidbar.

So hofft man einerseits das Hub weiterhin so viel Sorgfalt an den Tag legt das man weiterhin so tief in diese Epoche eintauchen kann, andererseits kann man die Fortsetzung jetzt schon kaum noch abwarten.


Fazit:
Ein wahrlich gelungener Historienkrimi der ein Spiegel der Gesellschaft einer fremden und vergangenen Kultur ist. Man taucht tief ein und erlebt anhand vieler Figuren alle Facetten einer komplexen Gesellschaft die von einem grausamen Serienkiller erschüttert wird. Komplex, spannend, interessant.


Schlange und Speer 1: Schatten-Berg - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Schlange und Speer 1: Schatten-Berg

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 35

ISBN 10:
3962195602

ISBN 13:
978-3962195601

184 Seiten

Positiv aufgefallen
  • gelungene Konzeption
  • Eintauchen in fremde Zivilisation
  • Spannung und Dramatik
  • Setting und Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Gesichter etwas karikaturenhaft
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Rezension vom: 04.02.2021
Kategorie: Alben
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