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Comic-Besprechung - Der Incal: Kill Hundeschnauze

Geschichten:

Der Incal: Kill Hundeschnauze

Autor: Brandon Thomas

Zeichner: Pete Woods

Übersetzerin: Harald Sachse



Story:

In diesem Ableger aus dem Incal-Universum gerät der hundeköpfige Kill Hundeschnauze in die Schusslinie einer ganzen Horde von Nachkömmlingen, die ihn „killen” wollen (was den Titel herrlich zweideutig macht), während er bereits im Koma liegt. Eine kleine Gruppe davon versucht, ihn vorerst noch zu retten, doch nur, um per virtueller Realität in seinem Hirn nach Hinweisen auf einen geheimen Schatz zu suchen.



Meinung:

Der vorliegende Band ist ein weiterer Spin-Off aus dem Universum des „Incal”, ursprünglich von Moebius gezeichnet und von Alexandro Jodorowsky geschrieben. In dieser sechsbändigen Geschichte reiste eine recht ungleiche Gruppe von sieben Individuen durch einen chaotischen Kosmos, um zwei magische Kristalle, den schwarzen und den weißen Incal, zusammenzubringen und mithilfe der daraus entstehenden Macht den herrschenden Diktator sowie eine Kaste aus Technokraten und Wissenschaftlern zu stürzen.

Die sieben Hauptfiguren waren der Privatdetektiv John Difool (Namensgeber der Serie), seine sprechende „Betonmöwe” Dipo, der Metabaron, Kill Hundeschnauze, die Schwestern Animah und Tanatah, ihres Zeichens Halbgöttin bzw. Rebellenführerin, sowie Soluna, der Sohn des Metabarons und Animahs. Zwar traf John Difool zuerst in einem Bordell auf Kill Hundeschnauze, wo er kurz als Liebhaber dargestellt wurde, doch im weiteren Verlauf der Handlung war das kein Thema mehr, und Kill wurde nur noch als zweite Hand der Rebellenführerin Tanatah/Die Patin beschrieben.

In diesem neuen Band, der offensichtlich nach den Ereignissen rund um den Incal spielt, wird Kill nun als „der beste Liebhaber des Universum” dargestellt, der alljährlich im Rahmen einer Preisverleihung seiner Gilde (oh Mann!) die beliebte Auszeichnung zum „Weltbesten Liebhaber” erhält. Kleiner hatten Thomas und Woods es nicht. Um das noch zu toppen, hat Kill im gesamten Universum uneheliche Kinder hinterlassen, um die er sich natürlich nicht gekümmert hat (was den sonst auch?). Und seine Potenz war dabei so stark, dass er sogar Roboter geschwängert hat. Echt jetzt? Und das Geschwurbel geht noch weiter, denn nach einem teilweise bereits geglückten Attentat auf ihn liegt er im Koma und seine gesamte Nachkommenschft drängt darauf, ihn zu töten - macht man ja, wenn Papi keinen Unterhalt zahlt, klaro. Doch eine kleine Gruppe ist so pfiffig, vorher noch in seinem komatösen Gehirn nach einem „Schatz” zu suchen - Rache allein reicht dann doch nicht immer, wenn man schließlich auch noch abräumen kann. Zum Schluss gibt es eine Enttäuschung, mit der aber alle glücklich sind. Na prima.

Nachdem Moebius bereits in den 1990er Jahren einen Ableger seines Verlages (Les Humanoïdes Associés) in den USA gegründet hatte, liegen wahrscheinlich eine ganze Reihe von ehemals europäischen Vermarktungsrechten bei diesem Humanoids-Verlag. Da ist es nicht verwunderlich, wenn jetzt auch amerikanische Autoren auf dieses Thema angesetzt werden - schade nur, dass sie vorher ausschließlich Superhelden-Comics geschaffen haben. Genauso wenig tiefgründig ist dieser Band, die hier verwendeten Charakterisierungen und Plots sind pubertär bis schwachsinnig, da hilft es auch nicht, bekannte Szenen aus dem Original wie den Sturz in den Säuresee wieder zu verwenden, das macht es nur noch schlimmer. Ich frage mich, was Jodorowsky von diesem Machwerk hält, ich mag es nicht.

Immerhin sind die Zeichnungen sehr gut, vor allem Kill Hundeschnauze wird sehr realistisch dargestellt, wobei natürlich auch die aus den amerikanischen Comic-books gewohnte Computer-Kolorierung hilft, die den Szenen durch die verwendeten Schattierungen und Farbabstufungen eine sehr plastische, Disney-mäßige Räumlichkeit verleiht.



Fazit:

Ein unglaublich flaches Machwerk, das versucht, im Fahrwasser eines Klassikers nochmal abzuräumen. Vielleicht waren die Autoren durch Jodorowski selbst verleitet, der ja schließlich seit Jahrzehnten mit sage und schreibe vierzig weiteren Bänden die Ursprungsgeschichte ausgeschlachtet hat. Absolut nicht zu empfehlen.



Der Incal: Kill Hundeschnauze - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der Incal: Kill Hundeschnauze

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 25,00

ISBN 10:
395839535X

ISBN 13:
978-3958395350

120 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Gute Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Flache, einfallslose Geschichte
  • Pubertärer Plot
  • Es gelingt nicht immer, aus einer Nebenfigur eine Hauptfigur zu machen - vor allem nicht, wenn man keine Ideen hat.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
5.5
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 18.07.2022
Kategorie: Alben
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