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Comic-Besprechung - Die großen Seeschlachten 19: Quiberon 1759

Geschichten:

Die großen Seeschlachten 19: Quiberon 1759
Autor / Zeichner: Jean-Yves Delitte, Colorist: Douchka Delitte



Story:

1754 bricht der siebenjährige Krieg aus. England und Frankreich streiten um Einfluss und liefern sich gerade in den amerikanischen Kolonien heftige Gefechte. 1759 gerät der Konflikt ins Stocken. Um einen Befreiungsschlag herbeizuführen, befiehlt der französische König eine Invasion Britanniens vorzubereiten. Aber seine Befehlshaber sind nicht nur unfähig, sondern auch die Engländer erfahren von dem Plan.



Meinung:

Es ist schon ein Paradox das die größte Schwäche eines Zeichners zugleich auch die größte Stärke ist. Jean-Yves Delitte ist ein Meister bei den Hintergründen, dem Setting und der Atmosphäre. Seine äußerst detailgenau gezeichneten Schiffe und Gebäude sowie die historisch akkurat gestalteten Gebäude und Szenerien wissen durchaus immer wieder zu begeistern. Man verliert sich in den doppelseitigen Splashpaneln und betrachtet immer wieder gerne ein einzelnes Panel. Kein Wunder das Delitte der offizielle Maler der belgischen Marine ist, denn diese Sorgfalt und das Bemühen um historische Genauigkeit sind beeindruckend. Leider lässt Delitte diese Sorgfalt nicht bei den Gesichtern walten. Das ist immer schon seine größte Schwäche gewesen. Nicht nur besitzen sie kaum emotionale Ausdruckskraft, die kommt erst durch den jeweiligen Dialog, sondern sind zudem äußerst verwechselbar. Das erschwert immer wieder die Lektüre etwas und man nimmt sich meist nur die Kleidung zu Hilfe, um die Charaktere zu unterscheiden. So ist es hier etwas verwirrend, wenn berichtet wird, das zwei Wachen getötet wurden und man sich bei der Lektüre fragt wer das war und ob man sie in einem vorherigen Panel mal gesehen hat.

Nun sollte man meinen, dass bei einer Serie welche Die großen Seeschlachten heißt und in jedem Band eine andere Schlacht in den Mittelpunkt rückt, die Charaktere doch ziemlich egal seien.  Das ist aber nicht der Fall. Wenn man  sich rein auf den Schlachtenlauf konzentrieren würde, so wäre es doch nach einiger Zeit etwas eintönig, denn Action ohne Spannung oder emotionale Anteilnahme mutzt sich ab und kann langweilig werden. Zudem sind bei historischen Schlachten auch immer die historischen Einordnungen wichtig. Warum waren etwa die Schlachten so besonders? Was waren deren Folgen? Darum geht es hier auch. Umso erstaunlicher ist es, dass die Schlacht von Quiberon um die es in Band 19 geht, in so wenigen Panels abgehandelt wird. Sie hätte etwas zentraler eingebaut werden sollen, so wird sie marginal. Vielmehr geht es in den ersten zwei Drittel des Bandes eigentlich nur um eine Spionage-Tätigkeit und die Unfähigkeit der französischen Befehlshaber die allein durch ihren Stand und weniger durch ihr Können ihre Positionen innehatten. Das ist zwar historisch akkurat, aber nicht stringent gestaltet. So verliert man sich etwas in den Ansichten des einfachen Soldaten. Deren Sichtweisen kommen in der historischen Geschichtsschreibung zwar meist zu kurz, sind hier aber weder für den Inhalt noch für die Schlacht sonderlich für Belang.

So plätschert die Story etwas vor sich hin und man merkt deutlich das Delitte Schwierigkeiten hatte hier eine Geschichte um die Schlacht zu weben. So wird es eher ein Sittengemälde denn ein Drama oder eine Actionstory. Das ist zwar stimmungsvoll, ist aber nicht sonderlich ausgewogen, da der Band so nichts wirklich von allen Elementen hat. Von der Geschichte bzw. deren Aufarbeitung her ist der Band also recht enttäuschend. Aber die Zeichnungen machen da einiges wett und man verliert sich in ihnen. Dennoch liegt hier einer der schwächsten Bände der Reihe  vor.



Fazit:

Wie gehabt schwächeln die Zeichnungen von Delitte bei den Gesichtern. Auch gelingt ihm keine überzeugende Story um die Schlacht. Aber die Zeichnungen der Schiffe, das Setting und die Atmosphäre  liefern immerhin gute Unterhaltung. Einer der schwächsten Bände der Reihe.



Die großen Seeschlachten 19: Quiberon 1759 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die großen Seeschlachten 19: Quiberon 1759

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 15,80

ISBN 10:
3948057796

ISBN 13:
978-3948057794

56 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen der Hintergründe
  • Setting und Atmosphäre
Negativ aufgefallen
  • Zeichnungen der Gesichter
  • schwache Story
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 09.05.2023
Kategorie: Alben
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