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Comic-Besprechung - Deep Me

Geschichten:

Deep Me

Autor und Zeichner: Marc-Antoine Mathieu

Übersetzer: Hanna Reininger



Story:

Ein Mann liegt augenscheinlich im Koma, er kann nichts sehen, hört und versteht aber teilweise, was um ihn herum vor sich geht. Obwohl er in seinen lichten Momenten klar denkt, scheint man ihn nicht hören zu können. So macht er sich seine Gedanken, versucht zu verstehen, was vor sich geht, und vor allem versucht er herauszufinden: wer ist er? Und was ist ihm passiert?



Meinung:

Wieder einmal erzählt Marc-Antoine Mathieu eine eindringliche Geschichte in einer experimentellen Form, wie wir es schon in Büchern wie „Richtung” oder „3 Sekunden” zu sehen bekommen haben: doch diesmal geht er formal noch einmal einen Schritt weiter als zuvor. Da er zeigen will, dass sein Held im Koma liegt, sind die meisten Panels schwarz, lediglich mit Sprechblasen gefüllt — das klingt erst einmal sehr krass, und beim ersten Durchblättern wird der Eine oder Andere vielleicht etwas irritiert sein. Doch wenn man sich auf die Geschichte einlässt, merkt man bald: es funktioniert! Mathieu schafft es ausgezeichnet, die Atmosphäre eines Mannes, der nicht kommunizieren kann, obwohl er es dringend will, einzufangen. Natürlich kann man jetzt sagen, das war ja dann schnell gezeichnet, aber hierauf kommt es bei dieser Geschichte eben auch nicht an. Man hätte es als Roman oder Erzählung veröffentlichen können, das hätte vielleicht auch funktioniert, doch es hätte eben auch ein ganz spezielles Manko gehabt: die fehlende Visualisierung. Und die hat man hier eben, auch wenn viele Panels schwarz sind: die Wirkung dieser Seiten kann man in Worten schwer beschreiben, doch dieser Comic zeigt uns direkt, wie ein Koma sein könnte. Natürlich ist dies schwer experimentell, und vielleicht nichts für Jedermann. Wer den Autor noch nicht kennt, könnte vielleicht besser zuerst mit einem der oben genannten Bände Bekanntschaft machen, bevor er sich in diese Tour de Force stürzt. Oder man versucht es einfach — ich denke, das Buch kann gefallen.

Es ist jetzt sehr schwer, über die Handlung der Geschichte mehr zu verraten, ohne tatsächlich zuviel zu verraten, also: zu spoilern. Das will ich nicht, deshalb nur soviel: ist gibt einige Wendungen in der Gedankenwelt des Helden, und zum Schluss eine, wie ich finde, verblüffende Auflösung des Geheimnisses um Adam, den Mann im Koma.

Auch das gesamte Design des Buches folgt dem Motto des Inhalts: der Band ist komplett schwarz, selbst die drei Seiten des Buchschnitts sind schwarz gefärbt. Titel und Autor sind lediglich als Prägedruck (also vertieft) zu sehen, in einem etwas matteren Schwarz gefärbt als das Buch, sodass man es je nach Licht- und Schatteneinfall mal mehr und mal weniger gut lesen kann. Das gilt auch für den Buchrücken und den Rückentext — lediglich der Barcode durchbricht mit weißem Hintergrund das Gesamtbild. Schade eigentlich. Ich beschreibe das so ausführlich, weil das Werbefoto diesen Umstand nicht wirklich korrekt abbildet. In Natura sieht der Band schon wirklich ungewöhnlich aus.



Fazit:

Ein neuer experimenteller Band von Mathieu um einen Mann im Koma. Wie schon bei früheren Werken lotet der Autor hier die Möglichkeiten des Mediums aus, ohne ins Profane abzudriften. Auf jeden Fall ein Tip für die Fans von Mathieu, aber auch für alle, die mal etwas Neues sehen wollen. Deshalb auf jeden Fall zu empfehlen.



Deep Me - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Deep Me

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 24,00

ISBN 10:
3956403789

ISBN 13:
978-3956403781

120 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Eine originelle Idee, sehr gut umgesetzt.
  • Wieder ein toller Band für die Fans von Mathieu, und alle, die Lust auf Neues haben.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 18.08.2023
Kategorie: Alben
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