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Comic-Besprechung - Spirou & Fantasio - Gesamtausgabe 17: 2004-2008

Geschichten:

Spirou & Fantasio - Gesamtausgabe 17: 2004-2008

1.) Flut über Paris (46 S.)

2.) Der Mann, der nicht sterben wollte (54 S.)

3.) Spirou in Tokio (62 S.)

Autor: Jean David Morvan

Zeichner: Jose Luis Munuera

4.) Spirou - Die Koffer unterm Arm, oder: Spirou im Land der Manga (38 S.)

Autor: Jean David Morvan

Zeichner: Ooshima

5.) Weihnachten ohne Schnee (5 S.)

Autor: Jean David Morvan

Zeichner: Jose Luis Munuera

6.) Zu den Ursprüngen des Z (48 S.)

Autor: Jean David Morvan und Yann

Zeichner: Jose Luis Munuera

7.) Ewiges Duell (4 S.)

Autor: Jean David Morvan

Zeichner: Jose Luis Munuera

Übersetzer: Harald Sachse (1.), Marcel le Comte (2., 3. und 6.), Michael Hein (Rest)



Story:

Der neue Sammelband Nr. 17 enthält sämtliche Spirou-Abenteuer des Teams Morvan/Munuera, nämlich vier komplette Alben und drei Kurzgeschichten, davon zwei, die noch nicht in Alben erhältlich waren. In „Flut über Paris” treten unsere Helden gegen eine alte Bekannte des Grafen von Rummelsdorf an, die es an Genie und Wahnsinn mit Zyklotrop aufnehmen kann, und nach Rummelsdorf ganz Paris unter den Fluten verschwinden lässt. In „Der Mann, der nicht sterben wollte” treffen sie auf Fantasios verstorbenen Onkel Tanzafio, der doch nicht tot ist und sie auf eine abenteuerliche Reise in den südamerikanischen Dschungel lockt, auf der Suche nach dem Elixier des ewigen Lebens. In „Spirou in Tokio” sollen sie zwei chinesische Kinder vor der japanischen Yakuza retten, und gehen schließlich in „Zu den Ursprüngen des Z” im Auftrag des Grafen und Zyklotrons auf eine Zeitreise durch ihre eigene Geschichte und ihre früheren Abenteuer.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Der vorliegende Band ist mit seinen 336 Seiten sicherlich der bisher umfangreichste in der Gesamtausgabe von Spirou & Fantasio. Vermutlich aus strategischen Gründen hat man sich entscheiden, einfach wirklich ALLES Material des Autorenpaars in diesen einen Band zu packen — und zusätzlich noch eine wirkliche Unmenge an Zusatzmaterial: unzählige Skizzen und Seitenentwürfe, Cover, Grafiken, Drucke, Kalenderblätter, kleine Gags, Autorenbiografien, aber natürlich auch wieder ein sehr umfangreiches und erhellendes Essay. Somit beginnt die erste Geschichte tatsächlich erst auf Seite 67 — das nur mal als Hinweis. Ein echter Megaband!

Nachdem der Verlag Dupuis sich (durchaus im Streit) von ihrem damals bereits auch schon wieder langjährigen Team Tome/Janry getrennt hatten, lag die Serie ein paar Jahre brach, bevor man sie an die neuen Autoren Jean-David Morvan und Jose Luis Munuera weitergereicht hat. Wie bereits sämtliche ihrer Vorgänger haben auch sie sich bemüht, die Serie zu modernisieren und in die aktuelle Zeit zu transportieren, um sie auch einem neuen, jüngeren Publikum zugänglich zu machen — aber ohne den eigentlichen Stil und den originären Flair der Serie zu verraten. Das ist ihnen meiner Meinung nach sehr gut gelungen, alle ihre Geschichten sind spannend zu lesen und zeichnerisch nah an den Vorgängern, und doch mit einer eigenen „Handschrift”, an die man sich natürlich aber auch erst wieder gewöhnen muss (bzw. musste).

Um die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger angemessen ausfüllen zu können, haben sich die Autoren bereits für die erste Geschichte in diesem Band überlegt, an die mögliche Vorgeschichte des Grafen von Rummelsdorf und seines notorischen Gegenspielers, dem bösen Zyklotrop, anzuknüpfen und eine neue „Alte Figur” aus diesem Umfeld zum Gegner unserer Helden zu machen. Dieses Grundthema „Alte Figuren” verfolgen sie über sämtliche vier Alben und vertiefen es sogar noch, wir treffen im nächsten Band auf Fantasios Onkel aus „Eine aufregende Erbschaft”, dann auf Itoh Kata und seine Zaubererkollegen aus „Zauberei in der Abtei”, während der Höhepunkt des Zitierens alter Werke in „Zu den Ursprüngen des Z” erreicht wird, wo sie sich bemühen, möglichst viele alte Albumtitel der Reihe direkt oder in textlichen Anspielungen zu nennen. 

Während bereits das Vorgängerteam beim Verlag Dupuis schlecht damit angekommen war, die Serie allzu sehr in die Moderne zu führen (wobei der letzte Band sehr stark an den Stil von Bruno Gazzottis „Soda” erinnerte), war die neue Verlagsleitung bei Dupuis irgendwann auch nicht mehr zufrieden mit dem neuen Team, und hat sich für eine komplett neue Ausrichtung der Serie entschieden: nach dem dritten Album von Morvan und Munuera begann bereits die Veröffentlichung von individuellen Spirou-Abenteuern ganz unterschiedlicher Zeichner und Stilrichtungen in der Reihe „Spezial”, und eine zeitlang war geplant, auch das letzte Album in diesem Band in der „Spezial”-Reihe zu veröffentlichen und nicht in der Hauptserie. Das merkt man der Geschichte meiner Meinung nach durchaus an, auch wenn die Autoren im Interview etwas anderes behaupten: sie haben sich prima gerächt für das Ende ihres Vertrages, indem sie mit der Zeitreisehandlung eine schöne Verwirrung schaffen, an die nachfolgende Autoren nur sehr schwer direkt würden anknüpfen können. Trotzdem ist er dann in Frankreich der Jubiläumsband 50 geworden (die Franzosen zählen die Bände anders als wir!).

Ganz prima finde ich, dass man neben zwei Kurzgeschichten auch eine Manga-Version mit in den Band gepackt hat, die Morvan zusammen mit dem japanischen Mangaka Ooshima veröffentlicht hatte — in einer Phase, als viele französische Verlage sich bemühten, Fuss zu fassen in der Mangaszene. Die Verbindung zum Manga kam für Morvan dabei nicht von ungefähr, hat er seine Comic-Karriere doch mit den damals noch als „Euromanga” betitelten Serien wie „Nomad” oder „HK” begonnen, und später zum Beispiel mit der Space-Opera „Sillage” fortgeführt. Munuera wiederum kommt mit Serien wie „Die Potamoks”, „Merlin” oder den Sillage-Spinoffs „Nävis” und „Die Chroniken von Sillage” aus einem mehr semi-funny-orientierten Genre, hat sich hier aber der notwendigen „Ernsthaftigkeit” für die geforderten Abenteuergeschichten zeichnerisch sehr gut angepasst.



Fazit:

Ein dicker Sammelband der kompletten Arbeiten des Teams Morvan/Munuera für Spirou & Fantasio, der sich sicher lohnt. Alte Fans werden viele altbekannte Nebenfiguren wiederfinden, sowie einen modernen Spirou, der durchaus noch den „alten Geist” erkennen lässt. Und auch für neue Fans bieten die Geschichten eine ausgezeichnete Unterhaltung. Ein umfangreiches Dossier mit unglaublich viel Zusatzmaterial rundet den gelungenen Band 17 der Reihe ab. Nur zu empfehlen.



Spirou & Fantasio - Gesamtausgabe 17: 2004-2008 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Spirou & Fantasio - Gesamtausgabe 17: 2004-2008

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 40,00

ISBN 10:
3551716374

ISBN 13:
978-3551716378

336 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Der dickste Band der Reihe - beeindruckend.
  • Die Autoren bleiben im „Geiste” der Serie, aber gehen einen weiteren Schritt in die Moderne!
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.14
(7 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 29.08.2023
Kategorie: Spirou + Fantasio
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